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Zur Molen van Sloten und zu Gast bei „besonderen Menschen“

Nach dem gestrigen Abendessen im Restaurant Lastage hatten wir noch kurz überlegt, was wir am heutigen Samstag machen wollen.

Generell kann man ja in Amsterdam den einen oder anderen Tourist finden. Die alle mehr oder weniger in der Innenstadt unterwegs sind und die Gänge vollstellen und laut sind und so weiter. Und darauf hatten wir heute Vormittag keine Lust. Na gut, wir haben ausgeschlafen und waren die letzen beim Frühstück – es war also schon Mittag.

Meike hatte dann in der iAmsterdam-Card-Broschüre geschaut, welche interessanten Attraktionen noch in der Karte enthalten waren und ist dabei auf eine etwas außerhalb liegende historische Mühle gestoßen. Das klingt spannend, man muss viel Metro und Tram da hinfahren und der durchschnittliche Tourist tut dies sicherlich niemals. Perfekt!

Also ab zur Metro und mit dieser einmal um Amsterdam herum fahren.

Um danach mit der Tram Linie 2 bis zur Endhaltestelle im Stadtteil „Nieuw Sloten“

Mit der Tram in Amsterdam zu fahren ist übrigens speziell, denn man steigt in der Mitte ein. Dort sitzt ein Schaffner in einem eigenen kleinen Büro-artiken Kabuff (wirklich: Mit Tresen, Stuhl und allem) und kontrolliert die einsteigenden Personen. Bzw. gibt Tourismus-Auskünfte oder verkauft Fahrkarten. Und passt generell auf, dass alle sich benehmen. Aussteigen muss man dann hinten oder vorne in der Bahn.

Das wird in jedem Reiseführer erklärt und in der Bahn steht es in 10 Sprachen angeschlagen. Und trotzdem haben wir so oft Touristen gesehen, die es nicht gerafft haben. Naja.

Von der Tramstation ging es zu Fuß durch den netten Vorort Amsterdams. Einer der wohlhabenderen und mit wenig Verbrechen, zumindest wenn man die Größe der lokalen Polizeistation als Maßstab nimmt.

Dann konnten wir aber auch die Mühle sehen.

Die „Molen van Sloten“, die Mühle des Dorfes „Sloten“, ist eine 1636 gebaute Poldermühle und auch heute noch im Betrieb die Western Garden Cities entwässert.

Gebaut wurde sie als sogenannte Standmühle, nur die Mühlensegel werden nach dem Wind ausgerichtet. Neben dem Museum gibt es auch noch ein Küfermuseum nebenan, wo man kostenlos reingehen kann bzw. was im Eintritt enthalten ist.

Da wir auf eine Führung warten wollten, haben wir uns dieses Krims-Krams-Museum mal angeschaut.

Schön viele nautische Dinge, aber irgendwie recht unstrukturiert. Wir haben uns eine Weile neben einen Fernseher gesetzt, der eine Endlosschleife von einem lokalen Unternehmen abgespielt hat, bis endlich unsere Führerin kam und uns in die Mühle geführt hat.

Die Mühle selber wird immer noch verwendet, um aus den niedriger gelegenen Polder das Wasser abzupumpen und über die Grachten ins Meer zu befördern. Das passiert in den ganzen Niederlanden, denn ca. 60 % des Landes liegen unter dem Meersspiegel.

Mittels der Flügel der Mühle wird eine Förderschnecke angerieben, die das Wasser aus dem knapp über 2 Meter tiefer liegenden „Sloterbinnen“-Polder befördert.

Die Antriebswelle war ganz schön schnell unterwegs und machte einen Heidenlärm.

Auf den einzelnen Geschossen waren viele Räume, je weiter man nach oben ging desto einfacher wurde es. Bis man in der Werkstatt der Mühle ankam.

Auf der Ebene der Plattform angekommen gab es zwei Ausgänge nach draußen: Einen mit einer Fußmatte davor und einen ohne. Die Regel ist: Durch den mit der Fußmatte kann man raus, beim anderen drohen die Mühlenblätter. OK, und die Tür war abgeschlossen.

Draußen dann ein cooler Blick über den Polder und die Kanäle.

Schon beeindruckend, wenn man überlegt, dass diese Mühle so seit 400 Jahren in Betrieb ist.

Diese Poldermühlen wurden übrigens nur für eine gewisse Zeit an einem Ort betrieben, bis ein Polder leer war. Dann wurden sie abgebaut und zum Leerpumpen des nächsten Polder am nächsten Deich aufgebaut. Daher ist alles mehr oder weniger im Baukastensystem gebaut worden.

Sehr lehrreich und eine nette persönliche Führung, denn wir hatten eine eigene Führerin mit der wir auch den einen oder anderen Scherz machen konnten. Auch wenn das mit dem Englisch-Deutsch-Niederländischen Sprachsalat nicht so einfach war.

Als nächstes wollten wir eigentlich wieder zur Tramstation, um in der Stadt noch was anzuschauen. Auf einmal meinte Meike „Das da neben der Mühle sieht aber wie eine Brauerei aus, oder?“

Naja … es war halt auch eine: Die „Brouwerij de 7 deugden„. Also rein mit uns und gefragt, ob man hier ein Tasting machen kann.

Konnte man.

Soviel zum Thema „Noch was in der Stadt anschauen“ …

Insofern eine sehr spannende Brauerei, denn ihr Motto ist „Besondere Biere von besonderen Leuten“. Die Biere haben alle einen Twist (meistens eine Kräuterzugabe oder sowas) und die Angestellten sind oft körperlich oder geistig behinderte Menschen.

Wir haben uns dann sehr, sehr lange dort aufgehalten und eine persönliche Führung durch die Brauerei bekommen. Und auch ein paar Biere von dort mitgenommen, sehr interessante Gespräche geführt und den Tag einfach genossen. Dank u zeer!

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