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Grachtentour Amsterdam

OK, Amsterdam. Museen ist ja da die erste Sache, mit der man die Stadt assoziiert. Die zweite sind entweder das Rotlichtvirtel (waren wir nicht) oder die Coffee-Shops (waren wir auch nicht). Dann kommen aber bald die vielen Grachten und da in unserer iAmsterdam-Card auch eine Grachtentour inkludiert war, dachten wir uns: Warum nicht?

Den Gutschein muss man sich in einer Touristen-Info an der Centraal Station umtauschen lassen in eine Fahrkarte für eine konkrete Abfahrt. Glücklicherweise waren wir heute früh dran und hatten so kein Problem eine Fahrkarte gleich für das nächste Boot zu bekommen.

Außer uns waren noch viele Inder an Bord sowie die omnipräsenten Spanier und Asiaten. Wir saßen ganz vorne und bekamen so (da der Rest eh nicht zugehört hat) oft von der Frau Kapitänin Extra-Hinweise wo wir hinschauen sollten.

Am Eingang bekommt man Kopfhörer, die man vor sich einstöpselt und durch die man dann automatische Informationen zu den Grachten, der Geschichte Amsterdams sowie zu den Gebäuden und Kunstwerken links und rechts des Bootes erhält.

So kaputt sehen wir gar nicht aus auf dem Foto, trotz gestern! 😉

Naja, dann ging es auch schon los. Das Wetter war glücklicherweise auf unserer Seite, denn bei Sonnenschein kann man die Fenster öffnen und kann so uneingeschränkt fotografieren. Zumindest die Backbord-Seite an der wir saßen.

Grachten ist der niederländische Begriff für Kanal oder Wassergraben. Das Grachtennetz Amsterdams hatte seinen Ursprung im Handel, denn so konnten Waren an- und abtransportiert werden. Darüber hinaus hatten sie, zumindest früher, natürlich auch den Sinn einer Entwässerung.

Die ersten Grachten wurden 1612 angelegt – heute hat das Netz eine Gesamtlänge von über 80 Kilometern. Über 1400 Brücken überqueren die Grachten – damit hat Amsterdam mehr Brücken als Venedig (was sie nicht müde werden zu betonen)

Für unser Boot (beeindruckend, wo die Kapitänin das Boot überall ohne Probleme durchsteuern konnte – bei uns wären die Passagiere schon lange an den Rand geschwommen, da wir das Boot versenkt hätten) ging es stadteinwärts und dann einen der 3 Ring-Grachten entlang um das Stadtzentrum herum.

Die letzten Jahre wurden auch die Grachten immer mehr von Künstlern entdeckt, die ihre Kunst an oder sogar im Wasser zeigen.

Ansonsten war die Fahrt sehr angenehm. Immer wieder unterbrochen von interessanten Fakten oder netten Blicken vom Wasser aus. Teilweise schon fast kitschig „Niederländisch“, aber wir sind ja auch als Touristen da, nicht war?

Die alten Herrenhäuser, heute oft Botschaften oder repräsentative Firmensitze, sahen schon beeindruckend aus.

Hier und da sah man auch, dass Amsterdam früh eine Großstadt mit entsprechendem Platzmangel war. Häuser wurden schon im 17. Jahrhundert eher nach oben gebaut, weil einfach kein Platz mehr war.

Zurück ging es übrigens an der „Brouwersgracht“ entland, dem Kanal der Brauereien. Passend.

Wobei: Vorher sind wir noch auf den großen Fluß Amsterdams abgebogen: Die Il („I“ + „J“).

Dieser Fluß ist die Verbindung Amsterdams zum weiter Nord-Westlich gelegenen Hafen und ein recht stark befahrener Fluss. Auf der anderen Seite sieht man Nord-Amsterdam, ein recht neuer Stadtteil, der in den letzten Jahren stark modernisiert wurde. Dorthin würden wir später am Tag fahren.

Für Leser aus Wien: Nein, das hat nix mit der „Bim“ in Wien zu tun. Das Bimhuis ist eine Konzerthalle, daneben das „Muziekgebouw“, wo klassische Konzerte stattfinden.

Dann ging es hinter dem Bahnhof wieder in eine Gracht und schon, etwa 1 1/2 Stunden Fahrzeit waren vergangen, waren wir wieder am Ausgangspunkt.

So eine Grachtenfahrt fanden wir sehr lohnend bei schönem Wetter – bei Regen wäre unser Urteil wohl anders ausgefallen.

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