Ein Gourmet-Abendessen in Edinburgh

Für den ersten Abend haben wir es endlich geschafft, einen Tisch bei Martin Wishart zu bekommen, einem der besten Köche Schottlands.

Seine zwei Restaurants (eines in Edinburgh, eines in Loch Lomond) haben jeweils einen Michelin-Stern und waren bisher immer ausgebucht, wenn wir da waren. Diesmal hatten wir auf jeden Fall Glück und ergatterten noch den letzten Tisch. Für die nächsten Wochen war das Restaurant an den Wochenende jedenfalls wieder ausgebucht …

Das Restaurant liegt in Leith, einem Stadtteil von Edinburgh, der am Hafen liegt und sich zu einer Art Szenevirtel mit schönen Häusern und vielen Restaurants gewandelt hat.

Die Hinfahrt war noch etwas stressig, da wir uns erst wieder an die Buslinien und -haltestellen an der Princess Street gewöhnen mussten und uns dort natürlich bei der Suche nach unserer Haltestelle für die falsche Suchrichtung entschieden haben.

Aber, irgendwie klappt es ja immer. Und so sind wir tatsächlich kurz vor unserer Buchung um 19:45 Uhr herzlich empfangen worden. Unser Tisch stand zwar etwas abseits in der Ecke, aber das machte wenig aus, denn der herzliche Service war wirklich unglaublich gut und nett.

Ein Beispiel: Als es darum ging, was für ein Brot Meike haben wollte (Olivenbrot oder ein kleines Baguette) hat sich Meike für letzteres entschieden, was vom Keller mit den Worten „your eyes said otherwise …“ quittiert wurde. Es sollte ein sehr interessanter und spassiger Abend werden, soviel sei gesagt.

Wir haben uns dann für jeweils ein Tasting Menu entschieden: Meike das Fisch-Menu und Jens das normale Menu. Dazu eine Weinbegleitung vom wirklich netten Somilier vorgetragen (der sogar die Etiketten erklären konnte, wenn man ihn gefragt hat).

Auf geht es mit einem Amuse Bouche: Muschel mit eingelegtem Kohl und Nüssen sowie eine Entenbrust mit Rotkohl und rote Beete.

Erster Gang: Kalb-Tartar mit Foie gras, Kartoffeln, Pilzen und Haselnuss für Jens, marinierte Seebrasse mit Kaviar, Kohlrabi und Gewürzen für Meike

Zweiter Gang:Tintenfisch von den Shetland Inseln mit Linsen und einem super leckeren Schinken für Jens (der noch nie besseren Tintenfisch gegessen hat – keine Spur von Fahrradschlauch!) und Jakobsmuschel von den Orkneys mit schwarzem Trüffel, Artischoken und Süßkartoffel für Meike.

Der dritte Gang war für beide Menus der gleiche: Warm geräucherter Lachs mit Rüben und geräucherter Butter.

Hammer!

Der Hauptgang bei Jens waren Onglet (Nierenzapfen, also ein Teil der Lende) vom Black Angus Rind, gratiniert mit einer Kruste aus Knochenmark und Comté sowie Bohnen. Für Meike Steinbutt mit Quinoa, Basilikum pesto, schwarzem Knoblauch, Parmesan und Pancetta.

Zum Niederknien!

Als Zwischengang hat Jens sich noch Käse gegönnt. Der Kellner hat leider den Wagen mit dem Käse in Sichtweite geparkt und daher führte da kein Weg dran vorbei … 5 Käse aus England fanden ihren Weg auf den Teller (von Camenbert-artigem Käse aus Susses über einen mit Bier eingeriebenen Hartkäse aus Nottingham bis hin zu einem Blauschimmelkäse aus dem Norden Schottlands) – lecker!

Nachtischzeit!

Zuerst Schokoladencreme mit Pralinen, Sorbet von Passionsfrucht (aka „Solero-Eis“ ;-)) und Clementinen-Saft.

Dann eine Limonen Creme mit Yuzu crème fraiche, Honigbrot und Zitronengras.

Sehr, sehr beeindruckend!

Was aber wirklich den ganzen Abend zu einem wunderbaren Abend vervollstädigt hat, war der Service.

Zum Beispiel haben wir am Schluss den Somilier gebeten, den Wein aufzuschreiben (da waren einige wirklich gute dabei). Seine Antwort „Sorry, I forgot all of them … I just mix whatever is available!“. Jens hat es ihm fast geglaubt. Danach hat er noch gefragt, ob es recht, wenn er „Weiss, Weiss, Weiss, Weiss, Rot, Portwein, Betrunken!“ aufschreibt … 🙂

Natürlich haben wir eine saubere, handgeschriebene Liste bekommen.

Daumen hoch für das Restaurant von Martin Wishart und vor allem sein Personal!!

Ein Kommentar zu “Ein Gourmet-Abendessen in Edinburgh

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