Zurück nach Hause

MIt einiger Verzögerung nun der Rückflug von Tokio über Warschau nach Düsseldorf. Dieser Teil hat sehr lange gedauert, weil man doch immer wieder abgelenkt wird und so ein Blog-Artikel doch eine gewisse Zeit braucht (gerade mit den Fotos). Aber gut: Hier nun unser Rückflug.

Mit der Yamanote ging es erst einmal nach Shiragawa, von wo aus wir mit dem Narita Express zum Flughafen fahren wollten. Auf unserem Bahnsteig kamen allerdings vorher (s. Anzeigetafel) noch einige Züge vorher. Und da kamen Menschenmengen raus, dass man Angst hatte, von ihnen vom Bahnsteig in Richtung Ausgang mitgezogen zu werden.

Aber unser Größen- (und Gewichts-)vorteil gegenüber dem Durchschinttsjapaner half da doch schon. Also ging es auf den bequemen Ledersitzen der ersten Klasse zum Flughafen. Dort konnten wir dann ohne Probleme einchecken und haben uns in Richtung einer der zwei Business Class Lounges von ANA aufgemacht.

Die, in der wir nicht waren, hat einen schönen Ausblick auf das Vorfeld, die Flugzeuge und man kann einfach viel sehen. Die in der wir waren lag im Keller.

Der Sake half (ja wir trinken Sake am Morgen, immerhin sollte unsere innere Uhr (also die vom Zielort) jetzt so etwa 2 Uhr morgens haben.

Pünktlich zum Boarding machten wir uns auf den Weg zum Gate, nicht ohne vorher dieses Modell des ANA Dreamliners mit StarWars Lakierung und vielen Unterschriften zu bewundern.

May the force …

Am Gate angekommen: Viele Polen (deren Fähigkeiten in der Schlange zu stehen und auf Ansagen zu achten, der des durchschnittlichen Deutschen entspricht) und ein paar Japaner. Letztere sagten dann, dass das Boarding was später stattfindet.

Was witzig war, war der polnische Flugbegleiter, der uns dann auf Deutsch sagte „Wir brauchen noch etwa 10 Minuten, bitte haben Sie etwas Geduld – vielen Dank!“. Der hat uns irgendwie reden gehört und uns dann netterweise auf unserer Heimatsprache informiert. Sehr nett.

Mit etwa 15 Minuten Verspätung ging dann das Boarding los. Wir waren mit die ersten und bogen dann hier ab.

Am Platz wurden wir von den Flugbegleitern freundlich empfangen und bekamen gleich unsern „Pre-departure drink“ und eine Kleinigkeit zu essen.

Der Start war ohne Besonderheiten (ausser, dass wir es immer noch toll finden, wenn sich die Bodencrew in eine Reihe stellt und verbeugt, wenn das Flugzeug losrollt) und schon begann das Fressen.

Einziges Manko von LOT: Sie haben kein schönes Bier. Immerhin gab es Asahi, aber da stinken sie gegen SAS mit Mikkeller doch deutlich ab.

Aber das Essen war diesmal hervorragend, denn wir haben uns für das japanische Menu entschlossen. Und das war sehr, sehr gut!

Wir bekommen nicht mehr genau auf die Reihe, was dabei war – aber Jens hat sogar Pilze gegessen. Also einen.

Aber z.B. die Udon oben im Bild waren hervorragend.

Danach haben wir probiert etwa zu schlafen. Die Fenster im Dreamliner sind allerdings elektronisch gesteuert und können „nur“ verdunkelt werden. Was, wenn man wie Jens, direkt am Fenster auf der Sonnenseite liegt, dazu führt, dass es hell ist.

Also: Filme gucken.

Dabei gab es (wir sind ja in einer polnischen Fluglinie) einen Zwetschgenschnapps.

Nach etwa 10 Stunden kamen wir dann in Warschau an. Geschlafen haben wir nicht viel, aber angenehm war der Flug dennoch. Sehr guter Service, sehr gutes Essen und … schöne Sitze:

Fazit für den Dreamliner: Das mit den Fenstern ist teilweise nervig, aber sonst: Ein sehr schönes Flugzeug!

Ein weiterer Vorteil der Business Class: Man ist vor den 280 anderen an der Passkontrolle. Fast mussten wir die Grenzbeamten aufwecken (die hatten wohl nicht mit uns gerechnet).

Das war dann aber auch kein Problem und wir gingen in die Lounge, um auf den Weiterflug nach Düsseldorf zu warten.

Die Lounge war sehr voll, daher haben wir nur noch einen Platz in einem inneren Bereich bekommen. Und dort trafen wir einen Herren, der uns noch extrem auf die Nerven gehen sollte.

Nach einer Weile kam besagter Herr mit 3 Taschen und seiner minderjährigen Tochter rein und fing sofort an laut zu reden und die Bediensteten als Leibeigene zu nutzen. Z.B. war er nicht in der Lage das Wlan-Passwort zu verstehen (Merke: Mehrfaches, lautes Brüllen „It not works!“ hilft da auch nicht weiter).

Wir hatten schon die Befürchtung, dass dieser Herr uns nach Düsseldorf begleitet und … so war es auch.

Hier haben wir uns angestellt, die „1“ bedeutet dabei, dass dies die Boarding Group 1 ist, wo Busness Class oder andere Statusinhaber von Star Alliance anstehen dürfen.

Der Herr inkl. Tochter kam kurz vor dem Boarding und stellte sich direkt neben das Schild und damit vor uns und den anderen, die vor oder hinter uns waren. Damit hatte er nicht nur die Schlange komplett ignoriert, er blockierte auch den Durchgang, den die Schlange gelassen hat, damit andere Personen noch durchgehen konnten.

Die Härte war dann, als ihn ein Herr darauf aufmerksam machte, dass er doch was Platz machen könnte. Seine Antwort war „I am a millionaire and if you touch me, I fight back!“. Wir haben wirklich noch nie einen so asozialen, vollkommen überheblichen und unfreundlichen Menschen getroffen. Im weiteren Verlauf seines Gebrabbels kamen noch so Sätze wie „Germany is the richest country in the world and Düsseldorf is the richest town!“ und so ein (Entschuldigung) Scheisse aus seinem Mund. Fast wäre Jens der Satz „Wenn Sie so reich sind, wieso haben sie dann kein eigenes Flugzeug?“ rausgerutscht, stattdessen haben wir beide die Kopfhörer aufgesetzt und laut Musik gehört.

Natürlich saß der Herr auch in der Business Class und unterhielt sich den ganzen Flug über laut mit anderen Passagieren. Seine Tochter saß übrigens weiter hinten …

Was wir LOT hoch anrechnen ist, dass sie sein penetrantes Fordern, dass seine Tochter auch in die Business Class kommen soll, ignoriert hat.

Trotzdem nervte der Herr extrem, was den Flug doch negativ gefärbt hat.

Aber die 1 1/2 Stunden gingen dann auch vorbei und schon waren wir in der reichsten Stadt im reichsten Land und mit dem reichsten Menschen auf der Welt im Flugzeug. Was für ein Trottel!

Eine innere Genugtuung war es dann übrigens (Dagobert Duck stand natürlich mit seiner Tochter direkt am Gepäckband) als unsere Koffer mit als erste rauskamen. Leider hat er das „Entschuldigung, da sind ja schon meine Koffer … “ nicht gehört.

Eine positive Überraschung war übrigens, dass in Düsseldorf auf einmal Jens Handy wieder ging. Keine Ahnung warum, denn seit Japan reagierte das Display nicht mehr, was die Eingabe des Entsperrmusters unmöglich gemacht hat. Aber auf dem Bahnsteig am Flughafenbahnhof ging es wieder. Und so konnte Jens dann die angefallenen WhatsApps auf der Heimfahrt im RE1 lesen.

Selbige war total angenehm, denn der Zug war recht leer (wir hatten 4 Euro mehr für die erste Klasse ausgegeben) und schon waren wir in Mülheim. Von dort wollten wir eigentlich mit dem Taxi fahren, da aber keine da war, es nicht regnete und kurze Zeit später eine 18 kam, sind wir mit der Stassenbahn gefahren. Und dann zu Fuß nach Hause.

Die Mülltonnen waren noch da … 🙂

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