Zu den wilden Pferden

Nachdem wir einen Tag Überschneidung mit dem Aufenthalt vom anderen Markus (bekannt aus Dingen wie „AGM Besuch“ oder „Wien“) hatten, war für den ersten vollen Tag in Montana eine Tour geplant worden. Unser Weg führte uns (nach einem kurzen Stop bei einem der lokalen Kaffee-Sandwich-Läden zum Erwerb des Mittagessens) südlich von Whitefish zum Flathead Lake. Auf diesem befindet sich die „Wild Horse Island“ und dahin wollten wir fahren. Bzw. mit dem Boot dahin übersetzen.

Ada hatte bereits die Passage bei einem lokalen Bootsinhaber gebucht und pünktlich auf die Minute kamen wir auch da an. Daher ging es auch gleich auf das Boot gemeinsam mit noch 2 Gästen.

Voll würde die Insel nicht werden, denn obwohl es dort auch Häuser (eher Cabins) gibt, ist da eigentlich selten viel los.

Die Insel selber wurde von den lokalen Indianern, den Salish and Kootenai (die Weißen nannten sie „Flathead Indianer“, daher der Name) verwendet, um Pferde zu hüten und davor zu schützen gestohlen zu werden. Die Siedler nahmen sie den Indianern, wie so oft, weg und versuchten auf der Insel Landwirtschaft zu betreiben. Nachdem dies nicht erfolgreich war, wurde die Insel nur noch wenig genutzt und 1977 zum State Park erklärt.

Auf der Insel leben viele Tiere und unter anderem eine kleine Herde Wildpferde (aktuell 5 Tiere). Wir hatten also Hoffnung, was geboten zu bekommen.

Die Fauna legte auf jeden Fall schon gleich nach der Abfahrt los, denn am Ufer entdeckten wir den Kameraden hier.

Schönes Tier.

Nach etwa 20 Minuten warf uns der nette Kapitän an Land und verabschiedete sich auch bis 15 Uhr.

Die beiden anderen Passagiere gingen nach links, wir gingen nach rechts. Sonst war niemand da – sehr idyllisch und ruhig.

Und wir hatten auch noch Glück, denn ca. 150-200 Meter nachdem wir querfeldein über Stöcke und Gräser gegangen waren …

Sehr cool! Wobei man nicht den Fehler machen sollte, diese Pferde mit den gezüchteten Pferden zu vergleichen, denn es sind weiterhin Wildtiere und auch als solche zu behandeln.

Aber aus sicherer Entfernung sind es schön zu beobachtende Tiere, was wir auch ausgiebig mit allen technischen Hilfsmitteln getan haben.

Die Pferde sind zwar sicherlich an Menschen gewohnt, dennoch aber wild und daher haben wir sie (nachdem alle genug beobachtet hatten) großräumig umgangen. Was sie nicht davon abgehalten hat, in unsere Richtung zu marschieden. Sagen wir mal so: Wir sind dann was schneller geworden …

Auf dem weiteren Weg haben wir auch die verschiedenen Pflanzen beobachtet, so zum Beispiel die Symbolblume des Staates Montana: Die Bitterroot Flower.

Und irgendwann steht man auf einer Insel halt vor der Frage: Was machen?

Da wir mit den beiden Markussen (Marküsse? Marki? Markae?) zwei sportliche Personen dabei hatten, wurde spontan beschlossen, auf den höchsten Punkt der Insel zu gehen.

Das sind zwar nur 260 Meter, allerdings für uns Flachlandtiroler gerade durch den Schotter und die Steigung am Ende schon etwas herausfordernd. Erst recht nachdem wir uns so ziemlich gar nicht bewegt haben die letzten Tage.

Die Steigung kann man auch daran erkennen, dass hier diese Kollegen leben und sich sichtlich wohlfühlen.

Eine schöne Herde Big Horn Sheep (Dickhornschafe), die die Felsen bevölkerten. Wir waren leider nicht so grazil und vervielen in Einzelkämpfer-Taktiken, damit jeder sein eigenes Tempo gehen konnte.

Manche waren schneller, manche gingen mehr rechts oder links … Meike stand einfach in der Gegend herum.

Kann man auch machen.

Je näher wir an den „Gipfel“ kamen, desto steiler und steiniger wurde es auch. Teilweise musste man schon ein wenig aufpassen nicht auszurutschen. Erst recht, wenn man Fotos macht.

Das Schaf im Vordergrund hatte ich übrigens zuerst gar nicht im Blick, das ist einfach so reingelaufen. Ada hat mich dann darauf aufmerksam gemacht.

Oben angekommen belohnte aber der Ausblick die Mühen schon.

Wir genossen den Ausblick sehr und verspeisten dabei die leckeren Sandwiches von Montana Coffee Traders.

Ein Blick auf die Uhr zeigte aber, dass wir in einer Stunde wieder abgeholt werden würden. Den Hinweg hatten wir in ca. 2 Stunden geschafft, es musste also etwas zügiger gehen. Glücklicherweise geht es bergab ja immer etwas schneller als bergauf. Wenn man sich denn auf einen Weg einigen konnte.

Aber 3 Meisterplaner schaffen das natürlich mit Leichtigkeit und so kamen wir schon bald und ohne größere Verletzungen wieder zu den Pferden (die sich kein Stück bewegt hatten).

Und dann waren wir auch, eine halbe Stunde zu früh, am vereinbarten Treffpunkt. Gut war, dass wir eine Kühlbox mit Wasser und Bier dort deponiert hatten und so eine Erfischung geniessen konnten.

Schlecht war, dass es anfing zu regnen.

Aber der Regen hörte bald auf und wir konnten noch ein wenig Kindheits-Spiele wie „Steine flitschen“ spielen. Nur eben mit Bier in der Hand.

Das Boot kam pünktlich und brachte uns zurück zum Auto. Und das Auto brachte uns zurück ins Haus von Ada und Max.

Das Abendessen wurde dann von Ada zubereitet, wohingegen wir uns der lokalen Craft Beer Szene zuwendeten und die Bonsai Brewery besuchten.

Schöne Biere, schönes Ambiente, schöner Abschluss dieses ersten Montana-Tages!

Ach so, das Abendessen war auch hervorragend und Markus hat es auch gut zum Zug geschafft, er fährt nämlich heute wieder zurück nach Seattle, um dort an einem Laufwettbewerb teilzunehmen und dann nach Wien zu fliegen. Verrückte Ösis … 😉

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