„SF on tap“ oder neue Freunde finden

Wenn wir im Urlaub sind, versuchen wir ja in der Regel die Standard HopOn-HopOff Touren zu vermeiden (auch wenn sie ja oft nicht schlecht sind). Stattdessen versuchen wir über unsere Interessen (Bier, Essen, Sport) einen eher direkten Einblick in eine Stadt zu erhalten und das machten wir in San Francisco auch wieder. Nachmittags gab es also eine Biertour.

Und was macht man vor eine Biertour? Richtig: Eine Grundlage schaffen!

Passenderweise hatte der Anbieter „SF on tap“ uns eine Liste von möglichen Nahrungsquellen nahe des Startpunktes am Pier 39 geschickt. Und nachdem wir mit dem Boot von Alcatraz wieder angekommen sind, haben wir uns direkt in das erste von der Liste, was wir entdeckt haben, reingesetzt: Fog Harbour Fishhouse. Nicht die schlechteste Wahl …

Berühmt ist das Fog House für sein Fisch und noch genauer für sein Cioppino, was ein Gericht der italienischen Einwanderer (bzw. der Fischer, die San Francisco bevölkert hatten) ist und traditionell aus den Resten des Tagesfangs zusammen mit Tomaten und Wein zu einer Suppe aufgekocht wird. Heute ist es typischerweise Krabbe, Muscheln, Schrimps, Tintenfisch und Salzwasserfische.

Aber schon die Vorspeise war sehr, sehr gut: Fritierte Tintenfische mit Pepperoni und Clam Chowder.

Meike hatte sich eine Seafood-Platte gegönnt und war damit sehr zufrieden.

Und Jens war vom Cioppino so fasziniert, dass er die Augen gar nicht davon lassen konnte.

Sehr gut! Sehr, sehr gut!
Der Treffpunkt am Pier 39 war insofern gut gewählt, als dass man so halt das Pier 39 auch mehr sehen konnte. Ein wirklich interessanter Platz voller Läden und Touristen.

Und dort gab es eben auch eine Craft Beer Kneipe und dort begann die Bier-Tour.

An einem Tisch trafen dann nach und nach die Teilnehmer ein: Aus San Francisco, aus Cleveland, aus Dakota, aus UK und eben wir zwei (die damit mal wieder die Attraktion des Tages waren). Und natürlich versuchte uns man ab jetzt verzweifelt ein Kölsch zu finden …

Neben den ersten 3 Bieren hier (ein Mexican Style Lager der 21st Amendment Brewery, SF, ein IPA von Marin Brewing Co, Larkspur, CA und ein Scotch Ale von Devil’s Canyon Brewing aus San Carlos, CA) lernte man sich kennen und hielt Small Talk. So lernten wie beispielsweise Mike kennen, der aus England kommt und ein Langstrecken-Fahrradrennen im Süden von Kalifornien mitgemacht hat

Weiter ging es zu Fuß zum berühmten Pier 39 der Seelöwen.

Wobei man nicht genau weiß, wessen Anzahl hier größer war, denn es waren recht wenig Seelöwen und recht viele Zweibeiner.

Mike und Adam, unsere beiden Guides, führten uns dann zu einem sehr skurrilen Ort: Einem Museum für alte Spielmaschinen, Automaten und anderen mechanischen Spielzeugs – dem Musée Mécanique. Dort steht unter anderem „Laffing Sal „, ein Automaten, der wohl schon ganze Generationen von Kindern verstört hat. Die Figur fängt, wirft man 25 Cents ein, sehr diabolisch an zu lachen. Und sonst nix.

Auch schön war dieser Automat hier, der das „Lied der Prärie“ spielt.

Was bedeutet: Es furzt etwa 30 Sekunden lang.

Sehr witzig (genau so wie die Darstellung einer englischen Hinrichtung oder die anderer Länder). Insgesamt glauben wir sagen zu können: Das hier nimmt in den Top 10 der Merkwürdigkeiten, auf die wir in unseren Urlauben treffen, einen sehr hohen Platz ein.

Weiter geht es zum richtigen Fishermens Wharf, also dem Hafen der kleinen Fischerbooten.

Ein Hafen, wie man ihn vom Prinzip her auch an der Nordsee finden kann. Wenn man übrigens will: Nachmittags stehen hier die Fischer an ihren Booten und bieten für 15 Dollar an, einen unter der Golden Gate Bridge und um Alcatraz herum zu fahren. Das tolle: Man kann Essen und Trinken mit aufs Boot nehmen und so eine schöne Tour machen. Haben wir leider nicht gemacht, ist aber eine gute Idee.

In der Nähe des Hafens gibt es auch einige Restaurants, die sich auf Krabben und Krebse spezialisiert haben. Inkl. frischer Ware, gleich zum Anfassen (wie Laura aus unserer Gruppe erfahren musste).

Dann ging es in Richtung North Beach, wobei wir noch das obligatorische Foto mit einem der berühmten Cable Cars gemacht haben.

Und ja: Wir hatten ein Baby mit auf der Tour, was die ganze Zeit interessiert umherblickte. Und total ruhig war.

Gleich gegenüber war ein Restaurant, wie wir es auch noch nie gesehen haben: Eine Kombination aus indischem Restaurant und irishen Pub.

Da gab es dann die nächsten Biere:

  • Liquifaction – Kolsch (Seismic Brewing, Santa Rosa, CA)
  • Briny Melon Gose with watermelon puree (Anderson Valley Brewing, Boonville, CA)
  • Anchor Steam – Steam Beer (Anchor Brewing, SF)
  • Cat Hoarder – Porter (Ghost Town Brewing, Oakland, CA)

Ja, ein Kölsch – und es war gut! Weiter ging es durch die Heimat von Adam (North Beach) und vielen, vielen Anekdoten und Geschichten zu seinem „Hood“.

Witzig zum Beispiel: Was steht wohl im „George Washington Park“ für eine Statue?

Richtig: Eine von Lincoln …

Direkt daneben ein Restaurant, was sich auf Knoblauch spezialisiert hat. Jedes Gericht hat Knoblauch!

Oder hier: Die erste Lokalität mit vollständig nackte Tänzerinnen.

Ms. Carol Doda war die erste Tänzerin – warum auch nicht dafür eine Ehrenpakette an die Wand hängen.

Nachdem wir einige Ecken dieses Stadtteils (der auch „Little Italy“ genannt wird) umkurvt haben, ging es wieder zum Hauptthema dieser Tour über:

Im Noc Noc war dann auch der Abschluss der Tour inkl. folgender Biere:

  • Eroica – Saison with brett (funky), aged in red wine barrels (Lagunitas, Petaluma, CA)
  • Mount Blanc – New England Style Double IPA (Local Brewing Co, SF)
  • Notorious – Triple IPA (Boneyard Brewing, Bend, OR)
  • Nuckin‘ Futz – Peanut Butter Milk Stout (on nitro) (Track 7 Brewing, Sacramento, CA)

Auch wenn wir, im Gegensatz zu den bisherigen Biertouren, keine Brauerei besucht haben: Eine sehr, sehr witzige Tour! Auch (und das trägt halt auch zum Eindruck bei) mit netten Mitreisenden, mit denen man sich gut unterhalten konnte. So gut, dass wir nachher mit dem Pärchen aus Seattle noch etwas dageblieben sind und einige weitere Biere der interessanten Karte probiert haben.

Und auf einmal war es Nacht. Wir hatten zwar Internet und damit Google Maps, haben uns aber dennoch so verquatscht, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind und so auf einmal wieder in der Innenstadt waren (San Francisco ist nicht so groß, daher ist das keine besonders sportliche Leistung).

Aber es hat uns hungrig gemacht und daher … sind wir schwach geworden:

Aber gut, ist halt Urlaub!
Und so beendeten wir den Tag wie wir ihn begonnen haben: Mit einer Fahrt mit der 38 R, dem Geary Express.

Sehr coole Tour, die vor allem neben dem Bier auch viele andere Dinge uns gezeigt bzw. nahegebracht hat.

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