Jawohl, Herr Kaleun

Der letzte Tag in Tallinn begann mit der Frage beim Frühstück: Was machen? Das Wetter zeigte sich von der bewölkten Seite und half uns nicht bei der Entscheidung. OK, Strand war ausgeschlossen, aber sonst konnten wir alles tun.

Also ging es nach dem Frühstück (in einem recht vollen und lauten Frühstücksraum) mit der Tram zum Hafen, wo in einem alten Wasserflugzeug-Bunker der deutschen Wehrmacht das Estonian Maritime Museum zu finden ist.

Bevor wir aber in die Halle gegangen sind (und damit in das eigentliche Museum) führte unser Weg uns am Museum vorbei zum offenen Museumshafen. Für den man, das haben wir aber erst später festgestellt, eigentlich auch ein Ticket hätte kaufen müssen.

Dort waren einige alte Marine- und Handelsschiffe ausgestellt, teilweise doch in stark restaurierungsbedürftigem Zustand.

Witzig war, wo die estische Marine ihre Schiffe her hat: Die meisten der hier ausgestellten Schiffe waren vorher schon unter anderer Flagge im Dienst und wurden gebraucht gekauft.

Aber dann ging es in die Halle.

Dafür mussten wir nur auf die andere Seite, durch die großen Tore für die Wasserflugzeuge durften wir nicht rein. Was allerdings auch da war … Wasser. Was eine magische Anziehungskraft auf Meike hat.

„Leider“ ist sie aber nicht reingefallen und so konnten wir in die eigentliche Ausstellung gehen.

Die Halle war unglaublich groß und mit vielen Details aus der Marinegeschichte Estlands gefüllt, sowohl zivil als auch militärisch. Paradestück der Ausstellung war aber natürlich (und daher kommt die „Das Boot“-Referenz vom Titel): Das U-Boot Lembit!

Und das tollste: In das U-Boot kann man auch rein. Schwierig, aber es geht.

Die Lembit war eines von zwei U-Booten der Flotte und wurde 1935 gebaut. Im Dienst war es bis in der estnischen Marine von 1994 bis 2011.

Im Inneren arbeiteten 32 Soldaten und während ihres Dienstes in der sowjetischen Armee hatte das Schiff den Spitznamen „Das unsterbliche U-Boot“. Bei den Esten nannte man das Boot ganz einfach „Estnisches Militärschiff Nr. 1“.

Im Inneren konnte man einem vom Heck bis zum Bug gehen und kam natürlich an den Standard-Räumen eines jeden U-Boots vorbei: Offiziersmesse, Klo, Torpedos.

Die Räume waren schon sehr eng (nicht nur für beleibte Personen wie uns), aber alles war gut in Schuss und mit vielen erklärenden Tafeln versehen. Ein Audioguide für das ganze Museum hätte man auch noch haben können, aber uns haben die Tafeln gereicht.

Das Museum war im Grunde genommen ein Rundgang, der am Ende auf dem Boden der Halle endete und dort einige Aktivitäten bot. Sehr witzige Aktivitäten.

Ein Windsimulator! Das Foto von Meike bei einer Windböe von 15 m/s wird gegen geringes Entgeld zur Verfügung gestellt.

Weniger … unfotogen waren die weiteren Aktivitäten wie Modellboote fahren. Oder Flugzeuge fliegen.

Da es dort aber eine lange Warteschlange gab, machten wir das Naheliegende: Flugzeuge fliegen lassen!

A4 Papier, Flugzeug falten und versuchen durch die immer enger werdenden Ringe zu fliegen.

Meike hat gewonnen.

Das Museum, dessen Eintritt übrigens in der Tallinn Card enthalten war, ist wirklich sehr gut: Viel zu lesen, viel zu sehen und viel auszuprobieren. Auch für Kinder sehr viel zu entdecken.

Eine gute Wahl für einen bewölkten Vormittag …

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