{"id":11331,"date":"2019-10-29T17:17:56","date_gmt":"2019-10-29T16:17:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=11331"},"modified":"2019-10-29T21:27:11","modified_gmt":"2019-10-29T20:27:11","slug":"eine-food-tour-in-nagoya","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=11331","title":{"rendered":"Eine Food Tour in Nagoya"},"content":{"rendered":"<p>Wieso halten wir wohl gerade einen kleinen Kuchen in der Form eines japanischen Fabelwesens namens Shachihoko in der Hand? Der uns auch noch von einer in Japan lebenden Deutschen gegeben wurde?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11332\" rel=\"attachment wp-att-11332\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11332\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1225_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>Und warum posieren wir hier auch noch mit dieser Deutschen an einem &#8222;Nagoya&#8220;-Sign in der N\u00e4he des &#8222;Oasis 21&#8220;, einem Geb\u00e4ude in der N\u00e4he des TV Tower und dem Busbahnhof von Nagoya?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11333\" rel=\"attachment wp-att-11333\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11333\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1226_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1226_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1226_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun, das kann bei uns ja in der Regel nur was mit einer Tour, etwas zu Essen oder zu Trinken zu tun haben. In diesem Fall sogar alles davon.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach Dingen, die wir in Nagoya tun k\u00f6nnen, ist uns eine Seite namens &#8222;<a href=\"https:\/\/nagoyafoodie.com\/\">Nagoya Foodie<\/a>&#8220; aufgefallen, auf der Food-Touren angeboten werden. Und da wir uns einer neuen Region gerne \u00fcber die kulinarische Seite n\u00e4hern, erschien uns das wie eine gute Idee. War es im \u00fcbrigen auch.<\/p>\n<p>Witzig war, dass nach einigem Suchen sich halt herausgestellt hat, dass die Gr\u00fcnderin von Nagoya Foodie auf den Namen Lena h\u00f6rt, urspr\u00fcnglich aus Bayern kommt und seit Mitte 2019 nun mit ihrem japanischen Ehemann in Nagoya lebt. Sie hat sich nach einer l\u00e4ngeren Weltreise dazu entschlossen, ihren Job als SAP-Beraterin eines japanischen Unternehmens an den Nagel zu h\u00e4ngen und als Tour Guide in Japan ihre neue Wahlheimat den Touristen zu zeigen &#8211; etwas, was es so in Nagoya \u00fcberraschend selten gibt &#8211; also eine echte Marktl\u00fccke. Wir waren tats\u00e4chlich schon ihre zweite Tour und hoffentlich nicht die letzte. F\u00fcr uns war spannend, mit jemandem zu reden, der seit einigen Jahren in Japan lebt, flie\u00dfend japanisch spricht und dann auch noch aus Deutschland kommt. Also die beiden L\u00e4nder ganz gut vergleichen kann.<\/p>\n<p>Oh, und Essen gab es auch dabei. Und sogar, obwohl Lena jetzt nicht gerade &#8230; Craftbier-affin ist, zwei Bars mit lokalem Craft Beer. Das hatten wir vorher angefragt und Lena hat das netterweise in die Tour mit eingebaut.<\/p>\n<p>Ansonsten ging es rund um das Geb\u00e4ude &#8222;Oasis 21&#8220;, einem 2002 er\u00f6ffneten Geb\u00e4ude mit Restaurants, dem Busbahnhof, einer Touristen Information und einem interessanten, von einem gro\u00dfen Bassin mit Wasser dominierten Dach, zu diversen Restaurants und Food Courts, um die typischen Speisen Nagoyas kennenzulernen.<\/p>\n<p>Der erste Stop war, nach dem Kuchen, ein Restaurant namens &#8222;Yamamotoya Honten&#8220;, wo es &#8222;Miso Nikomi Udon&#8220; gab.<\/p>\n<p><a style=\"font-size: 14px;\" href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11334\" rel=\"attachment wp-att-11334\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11334\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1227_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>Udon gibt es in Japan ja in vielen Ecken und in lokalen Variationen und so ist es halt auch in Nagoya.<\/p>\n<p>Die hier verwendeten Udon sind etwas dicker und werden auch leicht &#8222;al dente&#8220; gekocht. Das f\u00fcr uns besondere war aber die Br\u00fche, welche bei den Miso Nikomi Udon mit einer besonderen, dunklen Miso-Paste zubereitet wird. An den Tisch kommen die Udon in einem Tontopf und noch blubbernd hei\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11335\" rel=\"attachment wp-att-11335\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11335\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1228_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1228_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1228_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11336\" rel=\"attachment wp-att-11336\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11336\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1229_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>In der Br\u00fche ist ebenfalls ein rohes Ei, welches man verquirlen kann. Durch die noch kochende Suppe stockt das Ei aber sowieso total schnell. Die Dashi-Miso-Br\u00fche war allerdings wirklich der Knaller. Das Essen der Udon hingegen war mit dem \u00fcblichen &#8222;Verdammt, warum habe ich helle Sachen angezogen&#8220; verbunden.<\/p>\n<p>Generell ein starker Beginn mit einer Menge Umami und Texturen.<\/p>\n<p>Weiter ging es zu einer der beiden Craftbeer-Bars, die Lena ausgesucht hat. Hier gab es ein netten Flight, dessen Zubereitung allerdings etwas langsam war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11337\" rel=\"attachment wp-att-11337\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11337\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1230_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1230_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1230_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was angesichts des leeren Ladens (wir waren noch vor den ganzen Salerymen unterwegs, die abends diese Bars \u00fcberfluten) schon \u00fcberraschend war. Uns war das aber egal, denn wir konnten so die Chance nutzen, uns mit Lena \u00fcber das Leben in Japan unterhalten und haben viele interessante Dinge \u00fcber ihren Job in einem japanischen Unternehmen erfahren. Und auch die Dinge, die sie und ihr Ehemann auf der Weltreise erlebt haben.<\/p>\n<p>Beim Rausgehen haben wir gemerkt, dass noch eine weitere &#8222;Deutsche&#8220; da war: Rotkohl!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11338\" rel=\"attachment wp-att-11338\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11338\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1231_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>Warum auch immer &#8230;.<\/p>\n<p>Weiter ging es in den Food Court eines nahen Einkaufszentrums. Japanische Food Courts sind ja immer so eine wunderbare und leicht verwirrende Welt. Und man sollte wirklich nicht hungrig dort reingehen, denn was man dort theoretisch kaufen kann, sieht so unglaublich lecker aus &#8230; auch wenn es aus Korea stammt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11339\" rel=\"attachment wp-att-11339\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11339\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1232_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1232_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1232_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir brauchten uns aber um Hunger nicht zu k\u00fcmmern, denn der n\u00e4chste Stop war das Restaurant &#8222;Jiraiya&#8220;, was &#8222;Tenmusu&#8220; verkauft. Die Nagoya-Variante von Omigiri.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11340\" rel=\"attachment wp-att-11340\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11340\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1233_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1233_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1233_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wobei das mit dem &#8222;Nagoya&#8220; nicht so richtig stimmt, denn der wirkliche Ursprung dieser kleinen Onigiri mit einem Tempura-Shrimp liegt etwas von Nagoya entfernt in der Mie-Provinz. Die ganze Geschichte steht auf der Seite von <a href=\"https:\/\/nagoyafoodie.com\/tenmusu-nagoya\/\">Nagoya Foodie<\/a> und beinhaltet eine gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Frau, die am Ende im Alleingang daf\u00fcr gesorgt hat, dass man diese kleinen Reis-Dreiecke mit Nagoya assoziiert.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil von Food-Courts ist \u00fcbrigens, dass man hier eine Menge anderer Speisen bekommt. So quasi als &#8222;Zwischengang&#8220;. Eben sowas wie &#8222;Oni Manju&#8220;, was \u00fcbersetzt &#8222;Kuchen des Teufels&#8220; bedeutet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11341\" rel=\"attachment wp-att-11341\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11341\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1234_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>Oni Manju bestehen aus S\u00fc\u00dfkartoffeln und schmecken nicht so s\u00fc\u00df, wie sie aussehen (was gut ist). Und w\u00e4hrend wir diese m\u00fcmmelten, erz\u00e4hlte uns Lena verschiedene Geschichten \u00fcber Nagoya, die Geschichte der Stadt und auch pers\u00f6nliche Stories, die sie hier erlebt hat.<\/p>\n<p>In einem kleinen Gesch\u00e4ft haben wir dann noch was sehr klischeehaftes gezeigt bekommen, denn wenn man an Japan und Essen denkt, dann fallen einem eigentlich recht schnell die Begriffe &#8222;Obst&#8220; und &#8222;s\u00fcndhaft teuer&#8220; ein. Und wenn man dann eine Melone f\u00fcr ca. 150 Euro sieht, dann &#8230;. f\u00fchlt man sich best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11342\" rel=\"attachment wp-att-11342\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11342\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1235_2019Asien-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\"><\/a><\/p>\n<p>Das so teure Obst ist aber halt im Grunde genommen sowas wie Wagyu-Beef: Besonders.<\/p>\n<p>Wir haben dann aber Abstand davon genommen und sind zum letzten Restaurant der Tour gegangen: Einem Aal-Restaurant.<\/p>\n<p>Aal gibt es ja gerade bei Sushi in Japan sehr oft, das Gericht namens &#8222;Hitsumabushi&#8220; ist aber wirklich etwas, was typisch f\u00fcr Nagoya ist und seit der Meiji-Zeit hier gegessen wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=11343\" rel=\"attachment wp-att-11343\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-11343\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1236_2019Asien-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1236_2019Asien.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/1236_2019Asien-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hitsumabushi, der kr\u00f6nende Abschluss des kulinarischen Teils der Tour, ist ein wirklich sehr traditionelles Gericht aus Nagoya. Zu Feiertagen wird ein Aal zubereitet und mit Reis, Beilagen wie Wasabi oder Lauchzwiebeln, eingelegtem Gem\u00fcse sowie einer Suppe \/ Br\u00fche \/ Tee (!) serviert. Wie so oft in Japan gibt es hier eine passende Prozedur, denn dieses Gericht isst man in vier Etappen. Dazu viertelt man die Reissch\u00fcssel mit dem Aal und beginnt mit der ersten Runde: Einfach so den Aal mit dem Reis essen. Das zweite Viertel isst man mit den Beilagen. Das dritte Viertel isst man tats\u00e4chlich mit der Br\u00fche oder dem gr\u00fcnen Tee, was leckerer ist, als es klingt. Und das letzte Viertel ist daf\u00fcr da, dass man den Aal auf eine der drei Arten isst, die einem am Besten gefallen hat.<\/p>\n<p>Sehr cool und sehr japanisch, gerade was die Prozedur angeht.<\/p>\n<p>Danach sind wir mit Lena wieder zur\u00fcck zum Startpunkt gegangen bzw. zu einer abschliessenden Craftbeer Kneipe am Oasis 21. Und dort haben wir dann noch was zusammengesessen und gequatscht. Und als Abschiedsgeschenk (bzw. einem Quiz) noch ein paar Krabben-Cracker bekommen, die sogar ihren Weg zur\u00fcck nach K\u00f6ln geschafft haben ohne in Pulver zermalmt zu werden.<\/p>\n<p>Eine sehr spannende Tour mit interessanten Gespr\u00e4chen und noch interessanteren Einblicken in die Food-Kultur Nagoyas. W\u00e4rmstens zu empfehlen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieso halten wir wohl gerade einen kleinen Kuchen in der Form eines japanischen Fabelwesens namens Shachihoko in der Hand? 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