{"id":28360,"date":"2025-07-01T23:50:54","date_gmt":"2025-07-01T21:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=28360"},"modified":"2025-07-02T20:22:52","modified_gmt":"2025-07-02T18:22:52","slug":"restaurant-sahila-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=28360","title":{"rendered":"Restaurant Sahila, K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p>Dienstag, K\u00f6ln, 37 Grad Celsius! Eine Hitzewelle hatte K\u00f6ln im Griff, als wir zur Feier des Tages ein Taxi in die Innenstadt bestiegen, um nicht auf die Klimaanlagen der KVB angewiesen zu sein.<\/p>\n<p>Den bisherigen Tag hatten wir in der sch\u00f6nen Sauna-Landschaft des H20 in Remscheid verbracht, wobei ehrlicherweise die dort vorhandenen Wasserbecken frequentiert wurde. Und die Massagebank im Spa der Anlage.<\/p>\n<p>Wir waren also relativ entspannt, wenn auch immer noch sehr, sehr schwitzig, als wir in der N\u00e4he des Agrippabades aus dem (ebenfalls sch\u00f6n klimatisierten) Taxi stiegen. Am Eingang zum Bad standen noch eine ganze Menge Menschen an, in der Hoffnung auf etwas Abk\u00fchlung und das um 18:30 Uhr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28361\" rel=\"attachment wp-att-28361\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28361\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0021_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0021_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0021_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Weg f\u00fchrte uns aber nicht erneut ins k\u00fchle Nass, sondern gegen\u00fcber in die Hausnummer 18 der K\u00e4mmergasse. Dort befindet sich eines der sicherlich bekanntesten Restaurants in unserer Heimatstadt: Das Sahila Restaurant in dem Julia Komp den Kochl\u00f6ffel beziehungsweise das Zepter in der Hand h\u00e4lt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28362\" rel=\"attachment wp-att-28362\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28362\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0022_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0022_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0022_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Julia Komp wurde 1989 in Engelskirchen geboren (wie Jens) und wuchs in Overath auf. Sie absolvierte als Sch\u00fclerin ein Praktikum auf Schloss Lerbach in dem mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant von Dieter M\u00fcller. Ihre Ausbildung zur K\u00f6chin machte sie ab 2008 in K\u00f6ln-Porz im Restaurant Zur Tant und nahm danach eine Stelle in der Vorstandskantine des T\u00dcV Rheinlands an. Anschlie\u00dfend war sie Souschefin im Restaurant La Po\u00eale d\u2019Or in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Im Restaurant Schloss Loersfeld erhielt sie als zweit-j\u00fcngste K\u00f6chin Deutschlands einen Michelin-Stern.<\/p>\n<p>2019 machte sie ein Sabbatical mit Reisen nach Asien, Nordafrika und in den mittleren Osten. Und diese Reise ist die Basis ihres Men\u00fcs in ihrem 2022 er\u00f6ffneten Restaurant. 2023 wurde es dann vom Guide mit einem Stern ausgezeichnet und dieser wurde dann verteidigt, zuletzt am 17. Juni 2025 bei der Michelin Guide Zeremonie in Frankfurt.<\/p>\n<p>Das Restaurant, auch wegen ihrer Chefin, hat sich seit der Er\u00f6ffnung eine gro\u00dfe Fangemeinde in K\u00f6ln erarbeitet. Man h\u00f6rte aber auch immer wieder Kritik ob des Services, \u00fcber das eher komplizierte Men\u00fc oder auch an der Tatsache, dass die Geschichte mit der Weltreise nun auch etwas zu oft verwendet wurde.<\/p>\n<p>Unbestritten sind die handwerklichen F\u00e4higkeiten der K\u00fcche, also wollten wir uns mal unser eigenes Bild bilden. Ein Tisch war schnell online reserviert, wie fuhren, wie gesagt, mit dem Taxi hin und nahmen bei \u00e4u\u00dferst unangenehmen Temperaturen um die 36, 37 Grad Celsius im Innenhof Platz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28363\" rel=\"attachment wp-att-28363\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28363\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0023_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0023_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0023_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Innenhof ist eine taktisch gute Entscheidung, auch wenn es ohne ein bisschen Wind in unserer Ecke doch etwas schw\u00fcl war. Ein Aperetif war schnell geordert, Wasser gab es auch direkt, bei dem Wetter auch dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Bei dem Men\u00fc kann man zwischen einem 6-Gang Men\u00fc oder einem 6-Gang Men\u00fc mit K\u00e4segang w\u00e4hlen. Die Weinkarte haben wir auch mal angeschaut, uns dann aber aufgrund der Empfehlung des Sommelier f\u00fcr die Weinbegleitung entschieden.<\/p>\n<p>Zum Einstieg ein Gru\u00df aus Zypern, wo thematisch das Zusammentreffen von griechischer und t\u00fcrkischer Kultur verarbeitet wurde: Ein mit Aubergine gef\u00fcllte Praline, ein Geb\u00e4ck mit Bohne oder eine kalte Olive waren sehr gut gemacht, blieben aber auch etwas einfach im Geschmack.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28364\" rel=\"attachment wp-att-28364\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28364\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0024_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0024_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0024_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir wissen aber auch nicht, ob das un\u00fcblich warme Wetter hier auch Auswirkungen hatte.<\/p>\n<p>Der erste Gang im Men\u00fc kam mit der Geschichte der Tomatina, einem spanischen Fest in der N\u00e4he von Valencia, welches j\u00e4hrlich im Rahmen der Stadtfeier veranstaltet wird. Bei dem Fest bewerfen sich die Teilnehmer mit \u00fcberreifen Tomaten, was auf dem Teller \u00fcber eine &#8222;Fake&#8220;-Tomate aus Gel mit einem Kern aus Tomatenp\u00fcree sowie Schaum aus Tomatenessenz, kleinen Perlen aus Oliven\u00f6l und einem hervorragenden Brot, auf das man eine offene Cherrytomate streichen sollte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28365\" rel=\"attachment wp-att-28365\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28365\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0025_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0025_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0025_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Interessante Pr\u00e4sentation aber hier wurde schon sehr viel Wert auf die Geschichte gelegt. Nicht freisprechen kann sich gerade Jens davon, dass ihn auch die \u00fcbrigen G\u00e4ste ablenkten, die un\u00fcberh\u00f6rbar laut die Kreativit\u00e4t lobten, irgendwelche A4-Zettel mit Notizen zum Men\u00fc lasen und erg\u00e4nzten oder andere Dinge taten. Highlight war die Gruppe, wo unnat\u00fcrlich laut gesagt wurde, dass &#8222;man ja heute morgen noch in Nizza&#8220; gewesen sei. Und ein Gast sagte, dass seine Frau ja letzten Sonntag Geburtstag gehabt h\u00e4tte, ob man da nicht was machen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Meikes Geburtstag an dem Tag, was Jens nat\u00fcrlich in die Reservierung eingetragen hatte, wurde \u00fcbrigens ignoriert. Und auch ein, zwei laute Bemerkungen diesbez\u00fcglich wurden auch nicht aufgenommen. Im Gegensatz beispielsweise zum Taku in K\u00f6ln oder dem Restaurant Steinheuer im Ahrtal, wo eine kleine Andeutung bereits ausgereicht hatte, dass zumindest gratuliert wurde.<\/p>\n<p>Die Weinbegleitung startete mit einem recht spannenden Wein aus Portugal zum zweiten Gang. Interessante Wahl, wie einige der Weine.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28366\" rel=\"attachment wp-att-28366\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28366\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0026_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/a><\/p>\n<p>Eingeschenkt wurde allerdings recht konservativ. Und zu dem Preis von 115 Euro am Ende war das nicht angemessen, fanden wir zumindest.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28367\" rel=\"attachment wp-att-28367\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28367\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0027_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/a><\/p>\n<p>Dem Wetter sehr angemessen war der erste Gang: Fattusch, also ein aus der levantinischen K\u00fcche stammender Salat mit einem d\u00fcnnem Fladenbrot.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28368\" rel=\"attachment wp-att-28368\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28368\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0028_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0028_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0028_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Salat war etwas gr\u00f6ber geschnitten, die Komponenten waren aber sehr lecker. Wenn auch die Aromenwelt mit dem Portulak, weiteren Kr\u00e4utern, Zwiebeln, Hummus, Radieschen und Bl\u00fcten wieder eine etwas leichtere, subtilere war, was wir auch anmerkten. Und daraufhin auf die n\u00e4chsten zwei G\u00e4nge verwiesen wurden.<\/p>\n<p>Und das war ein Versprechen, keine Vermutung. Denn die Ceviche, welche als n\u00e4chstes gebracht wurde, war kr\u00e4ftig, stark und \u00fcberaus lecker.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28369\" rel=\"attachment wp-att-28369\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28369\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0029_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0029_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0029_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>2023 wurde der Titel &#8222;Praktiken und Bedeutungen im Zusammenhang mit der Zubereitung und dem Verzehr von Ceviche, ein Ausdruck der traditionellen peruanischen K\u00fcche&#8220; in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Wobei wir hier eine eher mittelamerikanische Variante zubereitet bekamen, bei der anstelle der Tigermilch Kokosmilch genommen wird. Dazu gab es noch ein Granite aus Jalape\u00f1o dazu, wobei schon im Sud selber ein sehr scharfes \u00d6l die Geschmacksaromen auf eine angenehme Probe stellten. Sterne aus Maiscreme wurden unter dem Hiramasa zu einer leichten, s\u00fc\u00dfen Ablenkung vom festen und sehr gut marinierten Fisch. Und alles zusammen war einfach nur eines der besten Ceviche-Gerichte seit langem!<\/p>\n<p>Am Ende meinte einer der Kellner nur, dass der n\u00e4chste Gang noch kr\u00e4ftiger sein w\u00fcrde. Und auch das war ein Versprechen, denn aus Sri Lanka kam die Interpretation vom &#8222;Bathala thel Dala&#8220; an unseren Tisch: Ein klassisches sri-lankisches Kartoffelgericht, hier aus S\u00fc\u00dfkartooffeln, Kokossambal und einem sch\u00f6nen, leichten gr\u00fcnen Curry.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28370\" rel=\"attachment wp-att-28370\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28370\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0030_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0030_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0030_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das war ebenfalls sehr kr\u00e4ftige von den Gew\u00fcrzen, vegetarisch und ein sch\u00f6nes Spiel mit dem Thema &#8222;S\u00fc\u00dfkartoffel&#8220;. F\u00fcr unseren Geschmack war es wieder etwas zu einfach, aber alleine das super glatte Curry war es wert, dass wir zum ersten Mal unsere Finger einsetzen mussten. Nichts dem Wirt \u00fcberlassen, jeder Tropfen davon muss gesichert werden!<\/p>\n<p>Das Essen war bis hierhin mindestens gut, im Falle der Ceviche sogar herausragend. Der Service machte dagegen keinen guten Eindruck an diesem Abend. Alle waren sehr freundlich, Wasser wurde st\u00e4ndig nachgeschenkt aber irgendwie war kein Rhythmus vorhanden. Im Hintergrund unseres Sitzplatzes h\u00f6rten wir auch die ein oder andere Fehlkommunikation. Nicht hilfreich waren die verschieden Unterbrechungen durch die G\u00e4ste (wir haben selten so viele so oft zum Rauchen aufspringen sehen). Anfangs wurde noch versucht einen 8er Tisch mit einem sp\u00e4t besetzten 2er Tisch in einem Takt zu halten und alle anderen Tische ebenfalls in einem Takt zu halten. Ein gro\u00dfer Vorsatz, der bereits nach ein, zwei G\u00e4ngen scheiterte.<\/p>\n<p>Schade, denn nachdem einmal alle Bestellungen aufgenommen waren, war ja eigentlich recht wenig Variationen mehr offen. Aber vielleicht haben wir ja auch nicht alles mitbekommen. Und von einem Besuch sollte man ja eh nie verallgemeinern!<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Gang f\u00fchrte uns thematisch nach Hong Kong. Und passend wurde aus der Weinbegleitung eine Getr\u00e4nkebegleitung, denn hierzu wurde ein halbtrockener und recht fruchtiger Junmai Daiginjo Sake von Asahi mit einem Poliergrad von 45%, wie der Name &#8222;Dassai 45&#8220; schon sagt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28371\" rel=\"attachment wp-att-28371\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28371\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0031_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\"><\/a><\/p>\n<p>Unser Sommelier entpuppte sich als Sake-Fan und wir konnten uns hier ein wenig austauschen, gerade wo wir schon den ein oder anderen Sake konsumiert haben. Den Sake gab es zu einem Gericht, dass aus den Teeh\u00e4usern Hong Kongs inspiriert wurde: Har Gow, also eine aus Reismehl hergestellte Teigtasche mit Garnele gef\u00fcllt. Dazu eine ganze Garnele aus Bayern, hervorragend in Qualit\u00e4t und Zubereitung. Und abgeschlossen wurde das Ganze durch Chinakohl und wildem Brokkoli.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28372\" rel=\"attachment wp-att-28372\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28372\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0032_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0032_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0032_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir f\u00fchlten uns an unseren Besuch in einem Teehaus 2012 zur\u00fcck versetzt nur ohne das ganze Geschrei, die ganze Hektik und mit etwas mehr &#8230; Qualit\u00e4t. Die Garnele kam schon sehr an die aus dem KOKS heran und das Gericht selber hatte f\u00fcr uns genau die richtige Balance zwischen Sch\u00e4rfe, S\u00e4ure, S\u00fc\u00dfe und Umami. Gerne mehr davon!<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr den Hauptgang, was durch das Fehlen eines L\u00f6ffels angek\u00fcndigt wurde. Oder im Falle von Jens durch das Fehlen eines zweiten Messers &#8211; ein kleiner Insider zwischen uns und einem Kellner, der zwei Mal anstelle eines L\u00f6ffels ein zweites Messer hingelegt hat. Was \u00fcbrigens auch zeigen soll, dass der Service auch oft seine sch\u00f6nen Seiten heute Abend hatte. Und f\u00fcr die G\u00e4ste kann kein Restaurant der Welt etwas.<\/p>\n<p>Hauptgang also: Ein Perlhuhn mit Salzzitrone, erg\u00e4nzt durch Ras-el-hanout, M\u00f6hre und eine kleine Teigtasche. Letztere soll an Pastillas erinnern, eine marokkanische Spezialit\u00e4t aus knusprig gebackene Filtoteigtaschen, die mit drei Schichten bestehend aus H\u00e4hnchenfleisch, einer Zwiebel-Ei Masse und s\u00fc\u00dfen ger\u00f6steten Mandeln gef\u00fcllt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28373\" rel=\"attachment wp-att-28373\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28373\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0033_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0033_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0033_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kunstvoll angerichtet, das Perlhuhn saftig gebraten und durch eine gute Menge der Salzzitrone auch angenehm in der S\u00e4ure. Gew\u00fcrztechnisch f\u00fchlten wir uns hier eher nach Island versetzt, was aber eben daran liegt, dass unsere Referenz-Tajine durch Jaouad Hbib in Siglufj\u00f6rdur zubereitet wurde. Daran kam es hier nicht, muss es aber auch gar nicht. Denn die Fine Dining Variante wusste sehr zu gefallen.<\/p>\n<p>Dann ein kontroverser Gang, zumindest f\u00fcr uns. Denn es gab eine Pavlova, also eine mit Sahne und Fr\u00fcchten gef\u00fcllte Torte aus einer Baisermasse. Sie gilt sowohl in Australien als auch in Neuseeland als eines der Nationalgerichte, beide L\u00e4nder beanspruchen die Erfindung der S\u00fc\u00dfspeise f\u00fcr sich. Und hier stand &#8222;Australien&#8220; als Herkunftsland auf dem Men\u00fc, wo wir als Neuseeland-Fans nat\u00fcrlich energisch widersprechen mussten.<\/p>\n<p>Fest steht, dass die Torte nach der russischen Ballerina Anna Pawlowa benannt wurde, die Ende der 1920er Jahre in beiden L\u00e4ndern Gastauftritte hatte. Das Oxford English Dictionary nennt allerdings Neuseeland als Ursprungsort, weil das \u00e4lteste bekannte Rezept dieses Namens im Jahr 1927 dort erschien. Case closed!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28374\" rel=\"attachment wp-att-28374\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28374\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0034_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0034_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0034_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Oh &#8211; geschmeckt hat das Pre Dessert, erg\u00e4nzt durch Kiwi, Kaviarlimetten und Hafer, dann auch. Das eigentliche Dessert kam dann japanisch kunstvoll daher, wobei wir dann erfahren haben, dass die verantwortliche Patissier das Restaurant vor 3 Tagen verlassen hat, um im elterlichen Hof ein eigenes Gesch\u00e4ft zu er\u00f6ffnen. Schade, denn das sah sehr cool aus!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28375\" rel=\"attachment wp-att-28375\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28375\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0035_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0035_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0035_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Teller fand sich eine eher klassische Kombination aus Aprikose und Yuzu in verschiedenen Texturen und Zust\u00e4nden, erg\u00e4nzt durch Sesam, was dem Ganzen ein spannenden Touch gab.<\/p>\n<p>Jens hatte im Vorfeld dann noch den K\u00e4segang als Abschluss bestellt und war dann vor allem vom deutschen Blauschimmel mit Kakao angenehm \u00fcberrascht. Ansonsten war das eher Standard, aber alles lecker.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28376\" rel=\"attachment wp-att-28376\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28376\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0036_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0036_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0036_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Abschluss ein paar Pralinen und gleich die Rechnung. Was wieder eine Fehlkommunikation im Service war, f\u00fcr den sich auch gleich entschuldigt wurde. Aber nochmal irgendwie ein Beweis daf\u00fcr, dass der Abend im Service nicht so rund gelaufen ist, wie wir es von einem solchen Restaurant erwarten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=28377\" rel=\"attachment wp-att-28377\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28377\" src=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0037_2025Sonstiges.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0037_2025Sonstiges.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0037_2025Sonstiges-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Chef Julia Komp ging auch danach an die Tische, blieb dann aber zuerst bei zwei recht jungen Damen (die mit dem A4-Notizzette), dann bei dem &#8222;Meine Frau hatte aber Geburtstag&#8220; und zuletzt am Tisch nebenan bei ihrer ehemaligen Informatik-Lehrerin h\u00e4ngen. Und sprang noch kurz zu uns an den Tisch, als wir aufstanden, um zu unserem drau\u00dfen wartenden Taxi zu gehen. Haben dann zwei, drei sehr nette S\u00e4tze gewechselt, aber viel mehr war nicht drin. Schade, denn die ein oder andere Sache h\u00e4tten wir schon gerne gefragt.<\/p>\n<p>Schieben wir es mal dem \u00e4u\u00dferst warmen Wetter zu, dass auch das nicht optimal geklappt hat.<\/p>\n<p>Fazit: Hohe Erwartungen, kulinarisch wurde alles bis auf ein paar Ausnahmen (Apero, K\u00e4segang, Tomatina, Pavlova) mehr als erf\u00fcllt. Beim Service haben wir eine etwas andere Erwartungshaltung. Uns war der Service teilweise zu konfus, teilweise zu sehr auf Stammkunden oder offensichtlich etwas &#8222;schickere&#8220; G\u00e4ste fokussiert. Wir zwei Dicken sa\u00dfen an der Seite und f\u00fchlten uns hier und da \u00fcbersehen. Die Wartezeiten im Men\u00fc waren teilweise recht lange, das gesamte Essen ging von 18:30 Uhr bis 23:30 Uhr. 5 Stunden f\u00fcr 7 G\u00e4nge (11 inklusive Apero, Petit Fours, etc.) war zu lange. Gemischte Gef\u00fchle, denn am Ende ist es ja unser Geschmack, unsere Erwartung und auch unsere Einstellung, die auch stark hier reinspielt.<\/p>\n<p>Mit einem sch\u00f6n klimatisierten Taxi ging es dann zur\u00fcck in die warme Wohnung. Auf unsere Liste der &#8222;Machen wir nochmal&#8220;-Restaurants, so deutlich m\u00fcssen wir sein, liegt das Sahila aber eher im unteren Drittel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, K\u00f6ln, 37 Grad Celsius! Eine Hitzewelle hatte K\u00f6ln im Griff, als wir zur Feier des Tages ein Taxi in die Innenstadt bestiegen, um nicht&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=28360\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Restaurant Sahila, K\u00f6ln<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":28362,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"iawp_total_views":88,"footnotes":""},"categories":[446],"tags":[448,479,80,79,307],"class_list":["post-28360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sosntiges2025","tag-448","tag-deutschland","tag-food","tag-gourmet","tag-koeln","entry"],"views":619,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28360"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28381,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28360\/revisions\/28381"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/28362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}