{"id":8837,"date":"2018-06-17T00:52:45","date_gmt":"2018-06-16T23:52:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=8837"},"modified":"2020-07-11T15:52:19","modified_gmt":"2020-07-11T14:52:19","slug":"vancouver-vancouver-this-is-it","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=8837","title":{"rendered":"Vancouver! Vancouver! This is it!"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Yakima nach Portland sind wir quasi von Norden nach Portland gefahren und kamen dabei am Mount St. Helens National Volcanic Monument vorbei. Dieses Monument ist 1982 rund um den Mount St. Helens errichtet worden und war vorher bereits gr\u00f6\u00dftenteils ein Nationalpark. Der Grund daf\u00fcr ist ein Ereignis am 18. Mai 1980, n\u00e4mlich dem Ausbruch des aktiven Vulkans St. Helens im Bundesstaat Washington.<\/p>\n<p>Diesem Ereignis sowie den dadurch entstandenen Folgen sind einige Visitor Centers entlang der Strasse zum Berg gewidmet und das am n\u00e4chsten an der Interstate gelegene wollten wir besuchen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8829\" rel=\"attachment wp-att-8829\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8829\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/293_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/293_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/293_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8830\" rel=\"attachment wp-att-8830\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8830\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/294_2018USA-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Museum wird von den Park Rangern betrieben und zeigt sowohl die Ursache sowie die Entstehung der Vulkane entlang des pazifischen Feuerrings. Dazu gab es zu Anfang einen wirklich gut gemachten Film, der dann in der Geschichte des Ausbruchs am 18. Mai 1980 m\u00fcndete: Dem am besten dokumentierten Vulkanausbruch der Neuzeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8831\" rel=\"attachment wp-att-8831\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8831\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/295_2018USA-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz die Geschichte zusammengefasst:<\/p>\n<p>Schon im M\u00e4rz 1980 gab es eine Reihe von Erdbeben in der Gegend des Vulkans, was Wissenschaftler die Best\u00e4tigung gab, dass das unterhalb des Berges zu Magmabewegung gekommen ist. Daher wurden die Seismographen und andere Beobachtungsstationen rund um den Berg eingerichtet bzw. 24 Stunden pro Tag besetzt. Vom 24. bis 25. M\u00e4rz wurden 174 Erdbeben gemessen.<\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz gab es zwei Eruptionen, die eine Asches\u00e4ule von 2 Kilometern H\u00f6he sowie mehreren Rissen im Gipfelbereich des Berges erzeugten. Die zweite Eruption erzeugte einen Ascheregen, der noch in 285 Kilometer entfernten Spokane festgestellt werden konnte. Aufgrund der Gefahr einer \u00dcberflutung durch die drohende Schmelze des Schnees auf dem Berg wurde eine Sicherheitszone errichtet und alle in diesem Gebiet lebenden Menschen wurden evakuiert.<\/p>\n<p>Am 29. M\u00e4rz wurden ein zweiter neuer Krater und eine \u2013 wahrscheinlich durch brennende Gase ausgel\u00f6ste \u2013 blaue Flamme beobachtet, die zwischen den zwei Kratern hin und her tanzte. Bergab rollende Aschewolken erzeugten statische Elektrizit\u00e4t, die bis zu drei Kilometer lange Blitze ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Am 8. April bildeten beide Krater eine gemeinsame 500 x 260 Meter gro\u00dfe Mulde, die sich bis Mitte Mai um 125 Millionen Kubikmeter zu einer Art &#8222;Beule&#8220; (wissenschaftlich &#8222;Kryptodom&#8220;) ausw\u00f6lbte. Der Notstand wurde ausgerufen und bis auf einen sonderlichen Typen namens Harry Truman haben die meisten Menschen jetzt das Gebiet verlassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8838\" rel=\"attachment wp-att-8838\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8838\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/317_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/317_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/317_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor dem 18. Mai wurden insgesamt etwa 10.000 Erdst\u00f6\u00dfe registriert, da die sichtbaren Eruptionen aber so ab dem 16. Mai stoppten, liess das bis dahin intensive Medieninteresse nach und man fing an den evakuierten Personen in Konvois Zutritt zu der gesperrten Zone zu lassen. Eine weitere solche Zugangsm\u00f6glichkeit war f\u00fcr den 18. Mai um 10 Uhr geplant.<\/p>\n<p>Um 7 Uhr des 18. Mai meldete sich per Funk der Vulkanologe David Johnston, der im Observationsposten etwa zehn Kilometer n\u00f6rdlich des Berges war mit der Nachricht, dass keine messbaren Ver\u00e4nderungen gefunden wurden. Um 8:32 Uhr erfolgte ohne Vorwarnung ein Erdbeben der St\u00e4rke 5,1 direkt unterhalb der Nordseite des Berges. Etwa sieben Sekunden nach diesem Erdsto\u00df l\u00f6ste sich die gesamte Nordflanke des Berges in einem der gr\u00f6\u00dften jemals aufgezeichneten Bergrutsche. Mit den Worten &#8222;Vancouver! Vancouver! This is it!&#8220; meldete Johnston als erster den Ausbruch &#8211; es gibt lediglich 5 bekannte Fotos, die den Bergrutsch und den Beginn der Eruption festhalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8806\" rel=\"attachment wp-att-8806\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8806\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/297_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/297_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/297_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometern pro Stunde rutschte die in Bewegung geratene Flanke \u00fcber den westlichen Ausl\u00e4ufer des nahegelegenen Spirit Lake (wo Mr. Truman lebte). Insgesamt bedeckten die 2,9 Kubikkilometer Ger\u00f6llmasse, die der Erdrutsch l\u00f6ste, eine Fl\u00e4che von 62 Quadratkilometern. Der Bergrutsch verdr\u00e4ngte zeitweise das gesamte Wasser des Spirit Lake und erzeugte hierdurch 180 Meter hohe Wellen. Als das Wasser wieder in den See zur\u00fcckstr\u00f6mte, dessen Seeboden durch den Ger\u00f6llschutt um 60 Meter angehoben war, riss es Tausende von B\u00e4umen mit sich, die die dem Bergsturz folgende Druckwelle gef\u00e4llt hatte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8832\" rel=\"attachment wp-att-8832\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8832\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/296_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/296_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/296_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Insgesamt wurde ein Gebiet von 20 Kilometern Breite und 32 Kilometern L\u00e4nge durch die Druckwelle verw\u00fcstet. Die Druckwelle vermischt mit der Hitze des Vulkanausbruchs hatte, als sie auf die ersten Menschen (u.a. den Vulkanologen Johnston) eine Hitze von etwa 360 Grad Celsius hei\u00df. 57 Holzf\u00e4ller, Camper und Wanderer sowie Wissenschaftler starben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8807\" rel=\"attachment wp-att-8807\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8807\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/298_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/298_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/298_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die aufsteigene Asche erreichte innerhalb von 10 Minuten eine H\u00f6he von 19 Kilometern. Starke H\u00f6henwinde trugen einen Gro\u00dfteil der Asche mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ostnord\u00f6stlich des Vulkans. Um 9:45 Uhr erreichte der erste Ascheregen das 145 Kilometer entfernt Yakima im Bundesstaat Washington, was uns Eric auch w\u00e4hrend der Weintour erz\u00e4hlt hat. Zur Mittagszeit herrschte in Yakima nur noch eine Sichtweite von drei Metern und am Ende lag eine 10 &#8211; 15 Zentimeter dicke Ascheschicht im Yakima Valley. Ein Teil der Asche wurde von den H\u00f6henwinden zwei Wochen lang um die ganze Erde getrieben. Insgesamt verteilten sich etwa 540 Millionen Tonnen vulkanischer Asche auf einem Gebiet von mehr als 60.000 Quadratkilometern.<\/p>\n<p>Die hei\u00dfe Materie zerbarst und schmolz Gletscher und Schnee entlang des Vulkans. Die so entstandene Schlammlawine bewegte sich bis zu 145 km\/h und hatte etwa 13 Millionen Kubikmeter Wasser, Schlamm und Ger\u00f6ll.<\/p>\n<p>Der Ausbruch am 18. Mai 1980 war einer der t\u00f6dlichsten und \u00f6konomisch verheerendsten Vulkanausbr\u00fcche in der Geschichte der USA. 200 H\u00e4user, 47 Br\u00fccken, 24 Kilometer Eisenbahngleise sowie 300 Kilometer Highway wurden zerst\u00f6rt. Beobachter oder Rettungsteam konnten sich in der Landschaft nicht mehr orientieren, da sowohl die Kompasse nicht mehr funktionieren und keine bekannten Merkmale in der Landschaft mehr vorhanden waren.<\/p>\n<p>Insgesamt setzte der Mount St. Helens eine Energie von etwa 24 Megatonnen TNT \u2013 etwa das 1600-fache der Hiroshima-Atombombe \u2013 frei und warf mehr als vier Kubikkilometer Material aus. Der Abrutsch der Nordflanke des Berges verringerte dessen H\u00f6he um etwa 400 Meter und hinterlie\u00df einen zwei bis drei Kilometer breiten und 640 Meter tiefen Krater, in dessen Nordseite eine gro\u00dfe Bresche geschlagen ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?attachment_id=8808\" rel=\"attachment wp-att-8808\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-8808\" src=\"https:\/\/travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/299_2018USA-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/299_2018USA.jpg 1024w, https:\/\/www.travellingdevil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/299_2018USA-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>An den oberen beiden Bildern kann man diese Bresche gut erkennen. Die beiden unteren zeigen allerdings, dass es sich hierbei immer noch um einen aktiven Vulkan handelt. Denn in der Mitte bildet sich weiterhin eine weitere &#8222;Beule&#8220;, die einen neuen Lava-Dome bildet. Der Druck steigt also wieder &#8230;<\/p>\n<p>Diese, sehr beeindruckende, Geschichte wurde im Museum wirklich hervorragend erkl\u00e4rt und erl\u00e4utert. Die umherrennenden Kinder waren da zwar etwas nervig, konnten aber dennoch der Erleben nicht mindern.<\/p>\n<p>Eine wirklich hervorragendes Erlebnis!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Yakima nach Portland sind wir quasi von Norden nach Portland gefahren und kamen dabei am Mount St. Helens National Volcanic Monument&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.travellingdevil.de\/?p=8837\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Vancouver! Vancouver! 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