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Sanct Peter Walporzheim

3. Abend – 3. Sternerestaurant. Dieses Mal geht es ins direkt neben Ahrweiler gelegene Walporzheim zum neuen Gourmetrestaurant im Sanct Peter.

Sogar der Reifenhersteller findet das gut hier.

Das historische Gasthaus, was es schon seit 1246 gibt, hat in den letzten Jahren eine Renovierung erhalten und seitdem auch ein Gourmetrestaurant. In diesem ist Tobias Rocholl verantwortlich und hat auch gleich einen Stern erkocht.

Die Einrichtung im Speisesaal war klassisch Gourmetrestaurant. Allerdings mit modernen Einschlägen.

Wir wurden in einer sehr bequemen Sitzecke platziert und harrten der Dinge, die da kommen würden. Das Weingut Brogsitter, eines der ältesten Weingüter Deutschlands und Besitzer des Gasthauses, schenkt hier natürlich viele seiner Weine aus, es gibt aber auch einiges anderes von der Ahr oder aus der weiten Welt. Weintechnisch würde das also schon mal lecker werden.

Und der Rest fing auch gleich gut mit den Grüßen aus der Küche an. Oben rechts ein Parmesanblatt mit Basilikum und Iberico Schinken. Die kleinen „Zigarren“ sind Pumpernickel und Kottenwurst. Wir haben nicht gefragt, ob das wirklich Pferd war, was ja bei einer bergischen Kottenbutter (also Schwarzbrot mit Pferdemettwurst) richtig wäre. Unten dann, sehr dezent aber lecker, Gebeizter Lachs mit Dill-Senf-Creme auf einem Chip.

Sehr lecker und ein stimmiger Einstand in die beiden Menus, die wir uns gönnten. Um maximales Ausprobieren hinzubekommen, haben wir jeder eines der beiden Menus genommen. Zweiter Vorteil: Meike hatte einen Gang, wo Jens nix bekam und umgekehrt. Damit der jeweils andere aber nicht auf dem Trockenen sitzt, gab es da auch Wein – wir hatten also ein Wein mehr als Gänge. Gab es auch noch nicht so oft.

Nachdem die Bestellung also durch war, kam noch einmal ein Amuse Bouches zum Sauerteigbrot: Oben Matjes mit Sauerrahm und Roter Zwiebel (nicht so gut wie gestern der Matjes-Gang im PURS, aber auch gut gemacht), rechts in der Tasse eine sehr kräftig mit Ingwer versehene Spargelsuppe und unten eine Gelbschwanz-Makrele mit Gemüse und Soja-Ingwer Sud.

Wie oft auf diesem Level: Sehr gut gewürzt – nicht zu stark und nicht nur in einer Dimension. Und gerade die Makrele war wirklich sehr gut!

Dann also Gang 1 bei Jens: Gänseleber, diesmal klassisch als Pralinen mit Aprikose, Kaffee und Sonnenblumenkernen.

Kunstvoll und gut.

Meike begann mit Thunfisch, Gartengurke und Apfel. Bei Thunfisch sind wir ja etwas verwöhnt, aber der hier war wirklich von guter Qualität – nicht zu kalt und nicht zu warm. Und mit dem Beilagen spannend zu essen.

Meike hatte dann als nächstes „nur“ einen Ziegenquark mit lokal angebauten Tomaten. Letztere waren sehr kräftig, aber so war der Gang doch eher unspannend.

Jens bekam währenddessen einen Wein extra eingeschenkt und schaute Meike beim Essen zu. Und freute sich dann auf seinen 2. Gang: Geangelter Zander mit Fenchel, Oliven und Vanilleschaum.

Der Knaller! Hier stimmte alles für Jens – der Fisch auf den Punkt, die Haut knusprig und zusammen mit dem süßen, kräftigen Schaum und den Oliven-Fenchel einfach sehr, sehr gut!

Zeitgleich bekam Meike ihren dritten Gang: Hummer mit Avocado, Wasermelone und eine leckere Bisque.

Auch hier: Der Hummer war nicht ganz so gut wie im PURS gestern. Aber natürlich immer noch sehr stimmig und kräftig.

Dann der Hauptgang, was bei Jens Gang 3 und bei Meike Gang 4 war.

Jens hatte ein Reh mit wildem Brokkoli, Gremolata, Pfifferlinge (so klein, dass sogar Jens sie gut essen konnte) und zwei wahnsinnig gute Soßen bzw. Öl rumherum.

Auch hier: Knaller! Wirklich sehr gut. Wenn man kurz davor ist, mit dem Finger den Teller abzuwischen, dann sagt das eigentlich schon alles.

Und Meikes Hauptgang stand dem in nichts nach: Salzwiesenlamm mit Aubergine, Couscous, Ayran und einer Soße aus Lupinen Miso, einer im Schwarzwald hergestellten Misopaste.

Auch hier: Gute Haut, super Fleisch, starke und kräftige Soße. Wieder ein Knaller!

Als nächstes musste Meike jetzt warten und bekam einen Süßwein eingeschenkt, denn Jens bekam jetzt einen Käsegang.

Blauschimmel (Bleu d’Auvergne) mit Trauben und süßen Senf. War ok, allerdings nach dem Reh dann doch etwas langweilig.

Dann wieder etwas, um die Geschmacksknospen zu beruhigen: Waldmeister und Zitrone mit einem kleinen Sorbet dabei.

Wobei uns das tatsächlich schon zu kräftig vorkam für ein Pre Dessert. War aber gar nicht schlimm, denn das richtige Dessert war stärker: Erdbeeren aus der Gegend mit Joghurt und weißer Kuvetüre. Hmmmmmmm …

Und dann war es auch „schon“ vorbei. Im Gästeraum waren weitere zwei Tische belegt: Einer von einem älteren Ehepaar, was sehr versnobt daher kam und ziemlich viel gemeckert hat. Und einer von zwei Herren, die tatsächlich zur Weinbegleitung noch eine Flasche Wein orderten. Interessanterweise einen von unseren Lieblingsweinen vom Weingut Meyer-Näkel, von da her: Guter Geschmack meine Herren!

Für uns kam dann der Abschluss: Ein bisschen was aus der Patisserie und ein Armagnac für Jens bzw. einen Süßwein für Meike.

Tatsächlich waren dann die anderen beiden Tische schon verwaist – wir sind als erste gekommen und als letzte gegangen. Alles wie immer und bei einem so guten Essen, den das war es wirklich, schaut man ungerne auf die Uhr.

Mit dem Taxi ging es dann wieder nach Ahrweiler zurück und da wir uns noch gut fühlten, entschlossen wir uns noch auf ein irisches Bierchen in den Jägerhof in Ahrweiler einzukehren.

Dort blieb es aber nicht bei einem, soviel sei verraten. Außerdem haben wir uns nett mit zwei anderen Gästen unterhalten & so den ersten Abend im Ahrtal angenehm ausklingen lassen.

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