Yokohama – Sightseeing

Am heutigen Tag haben wir irgendwie total verschlafen und sind erst so gegen 11 Uhr aus dem Zimmer gestolpert. Da wir kein direktes Ziel hatten, sind wir einfach mal in das nahe Yokohama gefahren. Vorteil der südlich von Tokio liegenden Stadt mit 3,7 Millionen Einwohnern ist, dass sie von Tamachi aus mit der Regionalbahn sehr einfach zu erreichen ist.

Also rein in die Bahn und in 30 Minuten waren wir in Yokohama. Also … wären wir gewesen, wenn nicht zwischendurch der Strom ausgefallen wäre bei unserem Zug. Alle anderen Züge links und rechts von uns fuhren, nur unserer blieb immer wieder stehen. Die mehrfachen Entschuldigungen des Lokführers (wir vermuten es zumindest) halfen da auch nur bedingt.

Etwas später als geplant kamen wir in Yokohama Station an.

An dem doch eher größeren Bahnhof gingen wir dann direkt in die (für die Größe von Station und Stadt) eher kleinen Tourist Info. Dort angekommen emfohl man uns mit einer Fähre zum Yamashita-Park und von dort aus die Stadt zu erkunden. Gesagt getan – ab zum Anleger.

Selbigen zu finden war aber nicht so einfach, denn man muss durch zwei Shopping Center und (in der 2. Etage) über eine Brücke zu einem dritten Center. Dort dann runter und man befand sich am Anleger.

Der „Sea Bass“ (japanisch für „Sea Bus“ – muss man nicht verstehen) wurde auch alsbald geentert und wir ergatterten einen Platz auf dem hinteren Teil des Schiffes mit recht guter Sicht auf Downtown Yokohama.

Die Aussicht während der 15 Minuten dauernden Fahrt war schon nett, man sah das Geschäftsvirtel zu Beginn recht gut.

Auch eines der vielen Kreuzfahrtschiffe, die Yokohama ansteuern, lag gerade vor Anker.

Schon imposant mit einer kleinen Fähre an so einem Pott vorbeizufahren.

Dem Hafen gegenüber liegen die „Red Brick Warehouses“, zwei Anfang des 19. Jahrhunderts gebauten Zollgebäude.

Die davor zu sehenden Zelte sollten später noch eine Rolle spielen, dazu aber in einem seperaten Artikel mehr.

Ebenfalls direkt am Yamashita-Park liegt die Hikawa Maru, ein Museumsschiff, das 1929 gebaut wurde und als Passagierschiff unter anderem Charlie Chaplin befördert hat. Im Krieg als Hospitalschiff eingesetzt überstand es den Krieg und liegt seit 1961 dauerhaft in Yokhama.

Auf den Ankerseilen kann man gut die vielen Kormorane erkennen, die sich dort vor der nächsten Runde Fische jagen ausruhten.

Kurz danach waren wir am Yamashita-Park wo wir direkt am Ausstieg in ein Akustik-Festival gerieten.

Das passte uns aber ganz gut, denn wir hatten Hunger und bei einem Festival in Asien gibt es immer viel zu essen. So zum Beispiel diese „Riesenpommes“ (gemacht aus Kartoffelpüree, das in Streifen gepresst und direkt ins Fett gegeben wird).

Hinsetzen und der Musik zuhören – das war schon schön.

Aber irgendwann will man ja auch noch was sehen, also haben wir uns in das nahe Chinatown aufgemacht. Selbiges ist das größte Chinatown in Asien und besteht seit fast 150 Jahren. Mehr als 250 chinesische Shops findet man hier und heute waren alle voll, denn es wurde der National Day Chinas gefeiert und das mit einer Parade inklusive Drachen und Löwen. Aber erst einmal dort hinkommen, denn es war (chinesisch) voller Menschen.

Und schwierig war es auch, gerade für Meike, an den vielen Panda-Devotionalien vorbeizugehen.

Glücklicherweise wurde es uns leicht gemacht, die Strasse mit der Parade zu finden, denn vermutlich wird es die sein, die von der Polizei gerade freigeräumt wurde.

Erste Böller kündigten den Beginn an und …

… kurze Zeit später kamen die Löwen.

Die Löwen haben mit den Zuschauer einige Späße gemacht (ein Löwe hat seinen Stummelschwanz an Jens gewedelt) und zogen dann weiter. Danach folgten diverse Vereine und Gruppen, die getanzt oder gesungen haben. Oder einfach nur die Freundschaft zwische Japan und China feierten.

Auch ein paar Drachen zeigten sich, die waren aber für die Kamera zu schnell … 😉

Im Anschluss haben wir noch eine kleine Runde durch Chinatown gedreht. Essen gab es natürlich an jeder Ecke.

Und an diesem Pandaladen konnte Meike dann wieder nicht vorbei.

Dort gab es (haben wir nicht fotografiert) einen schönen Panda-Handyhalter. Oder ein Panda-Buchstopper. Oder Panda-Sonstwas – alles mit Pandas! Unglaublich!

Weiter zum nahe liegenden Baseballstadion von Yokohama.

Die Yokohama BayStars spielten dort gerade gegen Hiroshima. Zuerst hatten wir eigentlich noch vor uns um Tickets zu kümmern, allerdings gab es nur Restplätze und da ausserdem ein Baseballspiel durchaus mehrere Stunden dauern kann, wollten wir die Zeit lieber in mehr Sightseeing investieren. Interessant waren die vielen „Zuschauer“ vor dem Stadion (die meisten mit Trikot und allem), welche sich das Spiel im Radio oder auf einem der dort bereitgestellten Fernseher anschauten und dabei die Geräuschkulisse aus dem 30.000 Personen fassenden Stadion hören konnten. Nett anzusehen war auch der Springbrunnen vor dem Stadion mit Baseball als Thema der Büsche und Blumen.

Wir sind aber nur kurz vorbeigegangen und haben uns dann wieder in Richtung Hafen aufgemacht. Auf dem Weg sahen wir wieder ein paar Zelte und damit wieder ein Festival (hier ist einiges los!).

Wir haben ja zuerst nicht ganz kapiert, was das sollte.

Aber eine genaue Ansicht auf das Programm bzw. die vielen vierbeinigen Gäste machten es klar: Dies war ein Hunde- und Hawaii-Festival. Wie konnten wir das nur nicht verstehen.

Erklärt hatte uns das ein Mitarbeiter unseres Arbeitgebers, der dort (zielgruppenorientiert) eine Hunde-Versicherung verkaufte. Manche Sachen kann man sich ja wirklich nicht ausdenken.

Man konnte dort Karikaturen seiner Hunde anfertigen lassen, hawaiianischen Tänzen zuschauen, Kleidung für Hunde kaufen und mittendrin liefen Damen mit Essenspröbchen herum. Mit Hundefutter um genau zu sein.

Sehr … merkwürdig das alles. Als gingen wir zu einem hawaiianischen Burgerstand, kauften ein hawaiianisches Bier (Kona Brewery – die kennt man ja sogar) und schaute sich das Treiben verblüfft und leicht verwirrt an.

Aber es passt eigentlich ganz gut zum Eindruck, den wir von Yokohama hatten: Eine sehr lebendige Stadt mit vielen Aktivitäten an diesem Sonntag.

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