Golden Gate Bridge und Sausalito

Die Golden Gate Bridge, eine dieser Dinge, die man nun einmal in San Francisco machen muss.

Nach dem Deutschland-Spiel sind wir mit dem Bus zum Visitor Center gefahren und haben uns spontan zu einem kleinen Spaziergang entschlossen. Aber erst einmal mussten wir die vielen, vielen Touristen erdulden, die mit Reisebussen hier ankommen, ein Foto machen (oder 250) und direkt wieder abhauen.

Wir dagegen haben, da es in dem Brauhaus, wo wir das Deutschland-Spiel gesehen haben, kein Essen mehr gab, uns ein überteuertes Sandwich gekauft und beim Essen die ganzen Touris beobachtet, wie sie sich gegenseitig durchs Bild gelaufen sind.

Dabei ist das ganz einfach mit dem Foto: Man geht ein paar Meter weiter und kann in Ruhe ein schönes Foto machen.

Angesichts des schönen Wetters haben wir uns, wie schon gesagt, spontan zu einem Spaziergang entschlossen. Also rauf auf die Brücke, wo heute (im Gegensatz zu anderen Tagen) die der Stadt zugewandte Seite nur für Fussgänger geöffnet war. Fahrradfahrer mussten auf der anderen Seite ohne Blick auf San Francisco fahren. Schlecht für sie, gut für uns, denn so musste man nicht besonders aufpassen.

Auf der Brücke selber … nun ja. Der Ausblick ist wirklich schön und auf diesem weltweit bekannten Bauwerk zu gehen ist schon schön. Nur man mus auch sehen, dass man neben einer Schnellstraße / Autobahn geht. Mit entsprechendem Verkehr.

Also lieber den Blick von den Autos weg halten … 😉

Die Brücke selber ist noch gar nicht man so lange für Fußgänger freigegeben. Und seitdem hat sich leider die Anzahl der Selbstmörder, die durch einen Sprung von der Brücke ihrem Leben ein Ende setzen, rasant erhöht, weswegen andauern Notruf-Telefone mit Seelsorgern oder ähnliches zu finden sind.

Nun was technisches zur Brücke: Die Golden Gate Bridge war bei ihrer Eröffnung 1937 mit einer Hauptstützweite von 1280 Metern die längste Hängebrücke der Welt. 27 Jahre später wurde sie dann abgelöst, aber selbst heute gehört sie zu den längsten Hängebrücken weltweit. Der ganze Brückenzug ist inklusive der Zufahrtsbrücken 2737 Meter lang. Die eigentliche Hängebrücke hat eine Gesamtstützweite von 1966 Metern und weist 227 Meter hohe Pylone auf. Bei Flut steht das Wasser 67 Meter unter der Brücke, also genug für die Schiffe nach San Francisco oder Oakland.

Nach heutigem Wert hat die Brücke damals knappe 700 Millionen US Dollar gekostet. Eine Maut für die Brücke gibt es nur für Fahrten in die Stadt rein, nicht aus der Stadt raus.

Und der Blick ist, gerade bei schönem Wetter, grandios.

Einen schönen Blick auf die Brücke hatten wir ja schon. Was aber (und hier wäre ein Rad sinnvoll gewesen) auch schön sein soll, ist der Blick von den nahen Marin Headlands auf die Brücke. Selbst von der Brücke konnte man die vielen Menschen sehen, die sich dort die Brücke und das Panorama angeschaut haben.

Nach einer Weile kamen wir dann am anderen Ende der Brücke an, wo auch eine kleine Touristinfo war und eine, sehr willkommene, Toilette.

Auch dort: Ein Trupp meckernder Deutsche. Aber nicht über das Länderspiel gegen Mexiko, nein es wurde sich über das Wetter (!!!) und „die Anderen“ beschwert.

Wir haben uns dem recht schnell entzogen und den Weg weiter nach Sausalito gesucht. Von dort aus fahren nämlich Fähren wieder nach San Francisco. Also weiter hier quasi geradeaus entlang.

Was sich wie ein guter Plan anhört, war anfangs etwas mühselig, denn wir haben hier Google vertraut und sind entlang einer Strasse gegangen, die vom Highway abging.

Für Fußgänger ist hier ja eher selten gesorgt und so mussten wir ständig auf Autos, Busse und Fahrräder (Touris und „sportliche Fahrer) achten bzw. ausweichen. Und die Hitze tat ihr übriges dazu. Aber die knappen 2 Kilometer gingen dann auch vorbei und schon waren wir in Sausalito, einer kleinen Stadt quasi gegenüber von San Francisco.

Sausalito hat knapp 8000 Einwohner und liegt wirklich idyllisch, aber total nah an der Stadt. Daher sind die Mieten hier auch … eher was für Leute bei denen mehrere Banküberfälle geklappt haben.

Und am heutigen Sonntag gab es dann auch noch die Ausflügler jeglicher Art: Radfahrer, Wanderer, Leute mit ihrem Auto und einfach nur die Bewohner. Wobei die sich vermutlich eher auf ihre Terrassen zurückgezogen haben – davon haben wir nämlich viele schöne gesehen. Ein schöner Ort, aber sehr teuer zum Leben.

Am Fährhafen (also an dem einen von zwei Anlegern) haben wir uns dann unsere ClipperCard aufgeladen und auf die nächste Fähre gewartet. Vorher waren wir aber noch (kein Witz) im Christmas Shop von Sausalitos, wo wir unsere Kollektion von „Aus dem Urlaub mitgebrachten Weihnachtsbaum-Schmuck“ um ein Cable Car erweitert haben.

Also die Ecke hier ist wirklich toll, wie selbst auf Schildern zu lesen ist.

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