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Bleidenberger Ausblicke auf die Mosel

Auf dem Hinweg zu unserem Gourmet-Wandern-Wein-Wochenmitte-Urlaub hatten wir uns mehrere Wanderungen ausgesucht, die wir je nach Situation angehen wollten.

Da sowohl das Wetter als auch unsere Aufstehzeit es zuließen, haben wir uns für einen Traumpfad entschlossen.

Die Traumpfade sind, analog den Bergischen Streifzügen, kurze bis mittellange Rundwanderwege in Rheinland-Pfalz. Genauer gesagt am Rhein, der Mosel und in der Eifel. In der Vergangenheit hatten wir schon einige davon gemacht und die Strecken an der Mosel waren uns immer zu weit. Da es aber von Andernach, dem heuten Ziel, nur 20 Minuten entfernt zwei Traumpfade an der Mosel gibt, fiel die Wahl auf die Bleidenberger Ausblicke in Oberfell. Jens nannte den Ort konsequent die ganze Zeit „Obergföll“ nach der Speerwerferin. Dafür konnte sich Meike Andernach nicht merken. Angekommen sind wir trotzdem an beiden Orten.

Warum Wanderwege allerdings immer gleich mit einer Steigung beginnen müssen, erschließt sich uns nicht so direkt. Auf jeden Fall ging es gleich in eine Steillage und raus aus dem Dorf.

Wege gibt es hier genug. Das Zeichen des „Moselsteigs“ hätte uns an dieser Stelle eine Warnung sein können, dass die Strecke eher nicht ebenerdig weiter gehen dürfte.

Wir waren erst einmal froh, dass es halbwegs gerade aus ging (die ersten 2,5 Kilometer geht es nur bergauf).

Etwas später kamen aber schon die versprochenen Ausblicke, wenn auch auf die weiten Felder auf dem Dickenberg.

Sehr schön (und häufig angetroffen) die zwischen den Felder gepflanzten .. ja was war das?

Das Internetz bringt die Lösung: Es handelt sich um die Phacelia, auch Bienenfreund genannt. Diese wird gerne zur Begrünung der Stilllegungsflächen genommen, da sie Unkaut vorbeugt, den Boden bedeckt und ihn gut versorgt. Außerdem lieben Bienen diese Pflanze, was auch die vielen Bienenvölker rund um die Felder erklärt.

Der Weg ging jetzt entlang des Alkener Baches an der sogenannten „Helmutseiche“ vorbei. An der eine Tafel mit Deppen-Apostroph hing … (Helmut’s Eiche)

Theoretisch hätten wir jetzt nach Alken wandern können und von dort aus entlang der Mosel zurück zum Auto. Sind wir aber nicht, auch wenn die unterschiedlichen Entfernungen zur Burg Thurant uns schon etwas verwirrt haben.

Eine Burg ist ja in der Regel nicht im Tal, also ging es … genau: Hinauf!

Dieser Anstieg wurde allerdings belohnt und das nicht nur mit der Burg …

… sondern einem echt schönen Panoramablick auf die Mosel.

Von hier aus ging der Weg oberhalb der Weinberger mosel-abwärts nach Oberfell.

Doch der Weg quer durch die Weinberge ist halt kein Spaziergang durch den Wald. Hier kommt das Thema „Steig“ wie in „Klettersteig“ zum Tragen …

OK, so schlimm war es dann doch nicht. Schwindelfrei sollte man aber dennoch sein und an einigen Stellen war ein Seil angebracht, wodurch man sicher ein paar Passagen überbrücken konnte.

Ach so, windig war es auch noch.

Und dabei war Jens schon beim Frisör gewesen …

Nach etwas Kletterei kamen wir unten an einer kleinen Kapelle in Alken an.

Und zu dem Zeitpunkt dachten wir wirklich, dass wir jetzt an der Mosel entlang gehen würden. Bei der Vorabplanung haben wir nämlich nur 2 Steigungen auf der Strecke gesehen. Um so überraschter waren wir, als der Weg uns zum gegenüberliegenden Weinberg führte.

Und mitten durch selbigen wieder rauf auf einen Hügel. Mitten in der Nachmittagssonne.

Gut, der Blick war wirklich schön, aber eigentlich wollten wir nur eine kleine Wanderung machen und uns auf das Abendessen vorbereiten.

Also ging es immer weiter hoch bis zur Wallfahrtskirche Bleidenbach, von wo aus man einen wirklich wunderbaren Blick hatte. Wenn wir nicht unglaublichen Durst (unsere Wasserreserven hatten wir nämlich, da wir dachten, dass die Wanderung ja bald zu Ende wäre, ausgetrunken.

Na gut, jetzt ging es wirklich nur noch bergab.

Und kurz nach diesem Kunstwerk (was auch immer ein Mammut mit der Mosel zu tun hat) waren wir dann wirklich bald wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen.

Eine wirklich sehr coole Wanderung aber merklich anstrengender als die Bergischen Streifzüge, die wir dieses Jahr gemacht hatten. Wenn wir vorab besser überlegt hätten, hätten wir wohl eine Pause eingeplant bzw. mehr Essen & Trinken mitgenommen. Außerdem wollten wir uns ja noch zum heutigen Abendessen fertigmachen, daher drängte am Ende etwas die Zeit.

Aber eine wirklich sehr coole Runde!

Statistik:

  • Gelaufen am 30.06.2020
  • Dauer 3:18 Stunden
  • 13,9 Kilometer mit 946 hm

(Karte von outdooractive.com/de/ / openstreetmap.org)

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