Der übliche Wahnsinn

#PunkAGM2018

Nachdem wir in Aberdeen angekommen waren, ging es direkt mit dem Bus zum AECC, der Messehalle von Aberdeen. Unsere Rezeptionistin wollte uns zwar ein Taxi andrehen, aber wir waren auf „Abenteuer“ aus und außerdem hätten wir noch was zu Hotel zurückgehen müssen. Und der Bus stand bereit.

Der dann nicht losfuhr, denn lt. dem Busfahrer „sind da noch zwei freie Plätze da hinten“ … witziger Kerl.

90% des Busses waren dann übrigens auch Passagiere mit dem Zielort „AGM“, was das Erkennen der Haltestelle einfach gemacht hat. Wenn die an der Strasse entlangpilgernden Leute nicht Hinweis genug gewesen wären.

Also rein in die Halle, Umgebung sondiert und ein Set von Zetteln an einem Halsbändel erhalten. Dort hingen, neben den Bierlisten der einzelnen Bars und einem Zeitplan der Tastings bzw. Bands, auch die Biermarken, für die man Bier bekommt. Im Eintrittspreis inbegriffen sind 12 Marken, weitere 12 kosten 15 Pfund. Durchschnittlich kostet ein Bier (0,3 oder manchmal auch 0,2) 3 Marken, damit kommt man also schon recht weit.

Das erste Bier haben wir uns gleich am Eingang besorgt. Jens trank ein Sonic Boom von Brewdog, ein schönes IPA mit 60 IBU und mit alten Hopfensorten aus der Hallertau gebraut.

Damit lies es sich gut auf den Business-Teil der Veranstaltung warten: Der Geschäftsbericht der beiden Gründer: James Watt und Martin Dickie.

Was die beiden im Detail gesagt haben, kann man ja entsprechend nachlesen. Interessant fanden wir die geplanten und bereits fast fertigen Pubs (u.a. am Flughafen von Edinburgh und Barcelona sowie ein zweiter in Berlin). Darüber hinaus wurden einige interessante Weiterentwicklungen / Einkäufe bekanntgegeben. So hat man in Ellon eine neue Sour-Beer Fabrik inkl. eigener Fertigungsanlage gebaut – passenderweise würden wir später ein Tasting der dort gebrauten Erzeugnisse geniessen.

Oder der „Unicorn-Fond“, in den 20% des Profits eingezahlt werden. 10% werden zu gleichen Anteilen an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Die anderen 10% an karitative Einrichtungen, die von den Anteilseignern (also uns) vorschlagen und gewählt werden.

Ein anderes Business-Modell halt.

Alles in allem eine kurzweilige Präsentation der beiden, unterbrochen von einigen witzigen Pannen. Egal ob gespielt oder spontan: Sehr nett anzuhören.

Danach haben wir uns erst einmal auf der Shareholder-Wand verewigt, denn das haben wir letztes Jahr verpeilt.

Haben uns übrigens an zwei Stellen verewigt … 😉

Dazwischen noch ein Guest-Brew verköstigt (Amanecer Mexicano von Magic Rock) sowie ein spezielles Bier von Brewdog (Choco Libre) weil … nun, es ist halt da!

Und dann ging es schon zum ersten Tasting – dem von Brewdog selber. Dort gab es zwei Einzelfässer zu verköstigen (# 1373 – ein Met/Kräuterbier was sehr lecker war – sowie #48 – ein Imperial Stout mit 10,7%!) Letzteres war mit das leckerste Bier, was Jens bislang getrunken hat – aber eben auch nix zu runterkippen.

Danach haben wir, was ebenfalls letztes Jahr nicht geklappt hat, beim Butterbrot-Stand ein getoastetes Brot mit Belag gekauft. Der Stand war letztes Jahr so am frühen Nachmittag ausverkauft, was auch dieses Mal wieder gelang. Sehr lecker und angesichts des Bierkonsums auch sinnvoll …

Danach ging es erst einmal raus zu den Food-Carts mit einem kleinen Umweg über die Merchandising-Area.

Oh … Essen! Na denn …

Ist ja nicht so, als hätte man sich nicht inzwischen ein weiteres Bier organisiert (Small Batch: Blueberry Zephyr von Brewdog) und dann noch eines (Patrons Project 4.04 – Victorian Lemonade IPA von Northern Monk).

Alles verbunden mit netten Gesprächen, guter Musik und passablem Wetter. Also für Schottland: Königswetter! 😉

Dann ging es auch schon zum nächsten Tasting, dem von Overworks (Sour Beers). Beziehungsweise wir versuchten es, denn irgendwie stand man dieses Jahr relativ lange in der Schlange für die Räume, in denen das Tasting durchgeführt wird. Die Schlangen zu den einzelnen Räumen kreuzten sich teilweise, was nicht zum flüssigen Ablauf beigetragen hat – aber irgendwie (und mit Wegzehrung) …

… kamen wir beim Tasting an.

Das Overworks-Tasting war sehr gut, was die technischen Details des Präsentierenden angeht. Die Biere (Mariangela und Pyrastor) waren zumindest für Jens nicht das wahre. Meike hat ja die Sauerbiere lieber.

Auch wenn sich das ganze hier hecktisch und stressig anhört: Der Tag verlief sehr entspannt und wir vier hatten im Grunde genommen die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht. Sofern es der Konsum von Essen bzw. Getränken es zugelassen hat. Apropos Essen …

Die Reihenfolge „Tasting“ – „Essen“ – „Tasting“ – „Essen“ – … muss halt eingehalten werden.

Denn das nächste Tasting folgt sogleich: Cloudwater Brew stellte seine Biere (DDH Pale Chinook Mosaic und das JW Lees DIPA) vor und glänzte ebenfalls mit einem introvertierten Brauer, der allerdings beim Thema „Brauwesen“ so richtig in Fahrt kommt und im Stile eines Thomas Gottschalks bei „Wetten Dass …“ überzog bis zum geht-nicht-mehr.

Nach diesem, unserem letzten, Tasting ging es in die Halle zu etwas Bier (Juggernaut von Brewdog) und Essen. Und die Musik erinnerte dabei verdächtig an das letzte Jahr, wo Markus und ich bei der Band Twin Atlantic sogar vor der Bühne standen. Oh? Twin Atlantic spielen gleich? Na dann …

Der Typ neben mir war eigentlich ganz nett. Besonders, als wir angefangen haben den Typen vor uns mit Post-It´s zu bekleben. Oder umherzuspringen. Oder … weiss nicht genau. Am nächsten Tag hatte Jens auf jeden Fall einige blaue Flecke.

Und mit obigem Foto, was auf Twitter gepostet wurde, gab es die 5 „minutes of fame“, die ja bekanntlich jeder hat.

Der Tweet stand auf der großen Videoleinwand! Naja … immerhin mal kurz berühmt … 😉

Nach den letzten Klängen von Twin Atlantic (die Meike auf der Tribüne und Jens am Rand genossen haben) …

… waren wir aber auch wirklich etwas fertig. So fertig, dass wir der nächste Band (Maximo Park) sitzend und Wasser-trinkend vom Rand genossen haben. Und dann war der Tag, der immerhin schon früh in Edinburgh begonnen hat, auch mehr oder wenig für uns um – man wird ja auch älter.

Letztes Jahr gab es wohl ein Busverkehr – zumindest haben wir alle gemeinsam die Erinnerung an einer solche Busfahrt. Dieses Jahr haben wir uns an die Taxischlange gestellt, was im beginnenden Nieselregen einer zu überdenkende Entscheidung war. Aber auch das konnte den begeisterten AGM Besucher nicht hinunterziehen und so kamen wir dann auch irgendwann am Hotel an. Wo wir in der Hotelbar noch den Gutscheid eingelöst haben. Was, gerade was das Bier angeht, eine … der schlechteren Entscheidungen des Wochenendes war. Was für eine Plörre im Gegensatz zu den leckeren und interessanten Bieren auf der AGM waren.

Und nächstes Jahr werden wir alles versuchen dorthin wieder zu fahren.

Die nackten Zahlen:

Von 8000 Besuchern wurden 84.250 Biere, Gins und Ciders getrunken. 300 Angestellte von Brewdog haben gearbeitet. 10 Bands haben gespielt, 7 Gastbrauereien haben ihre Biere ausgeschenkt. Und es war „1 amazing day“!

 

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