Day off in Schottland

Nun also der Samstag. AGM day. Normalerweise …

Wie schon gesagt war der erste Tag völlig ausverkauft und das innerhalb weniger Stunden. Das mit dem „wir haben kein Ticket, sind aber trotzdem da“ hatten wir ja schon 2016 einmal – mit dem Unterschied dieses Mal, dass wir es wussten. Und Sonntag ja noch eine AGM haben würden.

Der heutige Tag war etwas regnerisch und so haben wir Markus und Holger den damals schon gemachten Trip nach Dufftown vorgeschlagen. Holger hatte dazu nicht so richtig Lust, also machten sich drei Leute auf in den Zug nach Keith.

Im Hintergrund übrigens eine Rugby-Mannschaft auf dem Weg zum Auswärtsspiel. Wir würden sie später noch wiedersehen …

In Keith selber muss man vom Bahnhof der Scotrail zum Bahnhof der Museumsbahn laufen. Etwa 2 Kilometer, allerdings rauf und runter. Jens ist etwas vorgegangen und hatte dadurch den Vorteil, dass er noch den ausfahrenden Zug sehen konnte …

Mist!
Etwas ausser Puste kamen kurz danach (so einen großen Vorsprung hatte Jens dann doch nicht) Meike und Markus an. Und Jens stand auf dem Bahnsteig und schaute traurig. Was die Aufmerksamkeit der Angestellten auf sich zog, die kurzerhand entschieden uns mit dem privaten Auto zu einer Haltestelle auf der Mitte der Strecke zu fahren und den Zug anzurufen, dass er doch bitte halten möge. Und so kamen wir in den Genuß mit einem waschechten Schotten in seinem Corsa mit 100 km/h (wir hoffen es waren nicht Meilen/Stunde) über eine enge Landstrasse zu heizen. Während er Ausschau nach dem Zug hielt. Die Strasse schien er blind fahren zu können.

Nach einer Weile kamen wie in Drummuir an, so etwa 2 Minuten vor dem Zug.

Die Schaffnerin entschuldigte sich mehrfach bei uns, dass sie uns bei der Abfahrt nicht gesehen hat und einfach so weggefahren ist. Für uns aber alles gut: Die rasante Fahrt war ihr Geld wert … 😉

Witzig auch: Hinter Jens saß ein älteres Ehepaar und ganz vorne die Tochter mit Enkel. Schwiegersohn und 2. Enkel saßen daneben. Und nach einer Weile stellte sich heraus: Das ältere Ehepaar und die Tochter kamen aus Hennef an der Sieg. Der Ehemann ist Dozent an der Uni in Aberdeen. Gut für uns, denn wir haben so nett unterhalten, da wir die Strecke ja schon kannten.

Daneben gab es noch ein paar Tips, was man denn machen könne. Wir hatten uns aus Faulheit schon vorher für Glenfiddich entschieden, da Markus (obwohl Whisky-Fan) noch nicht in einer Destille gewesen war. Und Glenfiddich, egal was man von dem Whisky halten mag, macht eine sehr gute Tour.

Die Tour war witzig, denn wir waren nur eine Gruppe von 5 Leuten (2 Belgier kamen noch hinzu) und konnten so recht individuelle Fragen klären. Und unser Guide war auch nett (arbeitete schon seit 15 Jahren bei Fiddich), das half schon sehr.

Neu ist, dass man in die Abfüllanlage kommt – das hängt damit zusammen, dass der neue Inhaber dies erlaubt hat. Sein Vater hatte dies Zeit seines Lebens verhindert … Zeiten ändern sich halt.

Im Shop entdeckten wir noch eine neue Abfüllung, die sowohl Markus als auch Jens nicht kannten.

Naja … wenn man schon einmal hier ist:

Netter Whisky, wenn auch nicht lang spannend. Aber sehr trinkbar.

Jetzt zeigte sich aber, dass dieser Tag nicht so gut geplant war wie sonst. Eigentlich wollten wir noch eine andere Whisky-Destille besuchen (Auswahl gibt es hier ja genug), die fußläufig erreichbaren Balvenie, Martlach und Dufftown hatten allerdings alle zu. Oder machen eh nicht fürs Laufpublikum auf.

Man merkte halt, dass es noch vor der Saison war, die Keith-Dufftown-Railway hatte an dem Tag auch ihre erste Fahrt.

Also heckten wir den Plan aus, mit dem Bus quer durch die Speyside zu fahren, von Dufftown aus gibt es einen Bus nach Norden, genauer nach Keith. Und von dort aus fährt die Scotrail wieder zurück nach Aberdeen.

Also hin zur schön anzusehenden Bushaltestelle bei Glenfiddich.

Im Bus merkten wir dann, dass wir auf dem Weg liegenden Destillen ebenfalls alle keine Touren mehr anboten. Oder Besucher zuließen. Also sind wir einfach quer durch die Landschaft gefahren, schön anzusehen – aber bequem ist anders.

Und Elign, wo wir nach einer Weile ankamen, war jetzt nicht so schön …

Was dann aber gut war: Bei Tripadvisor und Yelp haben wir ein gutes Restaurant namens „The Drouthy Cobbler“ entdeckt. Und ein gutes Restaurant war es in der Tat, nicht nur bei der Whisky-Auswahl:

Dann ging es für uns aber auch wieder zurück nach Aberdeen. Für die Reise haben wir uns noch in einem M&S eingedeckt. Witzig: Der Kassierer sprach deutsch (war ein Jahr in Deutschland im Austausch) …

Und. Dies sind nicht die Androiden, die wir suchen …

Am Bahnhof angekommen mit einem Rucksack voller Junk-Food, Bier und Wasser kam dann auch bald der Zug nach Aberdeen.

In dem übrigens die Rugby-Mannschaft vom Morgen stand. Mit Bier. Und fröhlich, denn sie haben gewonnen.

Wir haben uns einen Tisch-Sitzplatz geschnappt, Essen und Trinken ausgepackt und die 2 Stunden Zugfahrt mit Spielen, Quatschen und ausgiebigem „Aus dem Fenster starren“ verbracht.

Am Bahnhof in Aberdeen haben wir dann noch Holger getroffen (der die viele Tap Takeovers in Aberdeen ausgenutzt hat und die eine oder andere Brauerei kennengelernt hat) und sind noch einen Absacker in McGinty´s trinken gegangen. Als sich in der ausgewählten Lokalität allerdings tatsächlich ein DJ mit Laptop aufgebaut hat, sind wir dann auch geflohen – morgen sollte ja noch ein harter Tag werden.

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