Während der Tour durch die Altstadt hatten wir uns schon auf ein Restaurant für das Abendessen geeinigt, das Petergaslis. Treffen wollten wir uns aber an der Düna, also stiegen wir wieder in eine der alten Straßenbahnen und fuhren dort hin. Machte angesichts der kurzen Strecken hier in Riga keinen Sinn, wir hatten aber noch unser Ticket.
Einmal um die Altstadt herum und wir waren mehr oder weniger ein Kilometer von unserem Hotel entfernt. Aber hier wartete Jan auf uns.
Noch etwas Kunst, wenn auch mit einem traurigen Hintergrund: Das Mahnmal für die Opfer der sowjetischen Besatzung. Wie schon bei den zwei Touren gehört, hat das Sowjetregime mehrere Zehntausend lettische Bürger deportierte, was den Menschen im Baltikum noch sehr stark in Erinnerung ist. Das Denkmal ist sogar mit einer speziellen audiovisuellen Anlage ausgestattet, die täglich emotionale Klang- und Vibrationseffekte erzeugt.
So viel Zeit hatten wir dann aber nicht, denn wir hatten (wieder) Hunger und wollten zu unserem Abendessen. Auch koreanisches Essen gibt es in Riga, da wir aber erst neulich wieder im Bulgogi-Haus in Köln waren, kam das nicht in Frage.
Wir hatten uns für das kleine, aber feine Restaurant Petergailis entschieden, welches direkt zwischen den Kirchen St. Peter und St. John liegt. Bei der Reservierung Mittags, als Jens kurz reingegangen und gefragt hatte, hieß es noch: Gibt nur noch einen Tisch draußen. Was aber tatsächlich sehr cool war, denn ein kurzer Regenschauer wurde von der Markise abgefangen und sonst konnten wir vom Tisch dem Treiben auf dem Platz zuschauen und hatten so zusätzliche Unterhaltung.
Das Essen war modern lettisch. Jens gönnte sich ein Reh-Carpaccio als Vorspeise, etwas zu kalt und mit einem überraschend süßen Dressing.
Meike wählte es klassisch mit dem Beef Tartar.
Wie gesagt: Das Ambiente war echt richtig schön!
Hauptgang: Lokal gefangener Wels für Meike und Jan mit einem Karottenpüree.
Und bei Jens Lammfilet mit Ofengemüse, Süßkartoffelchips und einer echt gut gezogenen Rotweinsauße.
Die super nette Bedienung, die zum Ende auch echt witzig und mit schönem Humor ein paar Tips für den weiteren Abend hatte, überredete Meike und Jan noch zu einer Pavlova. Und Jens bekam sogar mit einem Augenzwinkern ein Löffel, obwohl er nicht danach gefragt hatte.
Nach dem Essen wurde noch die Atmosphäre genossen und der Rest des Abends geplant. Da wir beim Essen eine Flasche Wein getrunken hatten, war die Idee noch irgendwo einen Wein trinken zu gehen.
Mit der Empfehlung unserer Kellnerin konnte dem Wunsch auch entsprochen werden. Sogar lettische „Fruchtweine“ waren vorhanden, werden wir aber nicht nochmal trinken.
Die Auswahl war gut, leider hatte Jens wieder einmal etwas Pech mit seiner Auswahl, denn der südafrikanische Pinotage war wohl schon was länger offen und zeigte selbst für Jens deutliche Fehltöne. Wurde dann kurz ausgetauscht und Jens bekam einen ordentlich gefülltes Glas aufs Haus.
Nach einer Weile wurde das gemütliche Ambiente durch einen sehr motivierten DJ gestört. Wobei, so schlimm war es nicht.
Schlimmer waren die einsame und sehr, sehr betrunkene Britin, die alleine vor ihm herumzappelte. Während ihre Gruppe draußen die letzten Lampen ausschossen.
Damit uns das nicht passierte, tranken wir aus und stromerten noch durch die jetzt schön erleuchtete Altstadt.
Jan ging dann zurück zu seinem Camper, morgen würde er dann eine kleine Reise durch Lettland antreten und dann an der Küste wieder zurück nach Deutschland fahren. Wir machten uns dann weiter zu unserem Hotel.
Auf dem Zimmer packten wir dann noch unsere Koffer etwas vor, morgen würden wir aber noch genug Zeit haben. Also wurde noch etwas lettische Basketballliga geschaut und die letzten Süßigkeiten verspeist.
Riga hat uns sehr gut gefallen, auch kulinarisch. Und Getränke-technisch.






















