Zum Inhalt springen

Zoo geht immer

Freitag, schönes Wetter, die Wettervorhersage sagt „soll so bleiben“ – was macht man da? Genau: Straßenbahn fahren! Also wenn man Jens ist ..

Die Straßenbahn Riga ist eines von drei Straßenbahnnetzen in Lettland (die anderen sind in Liepäja und Daugavlips) und wurde am 23. August 1882 eröffnet. Früher als Pferdebahnlinie mit 95 Pferden betrieben verfügt sie heute über sieben Linien die auf über 54 Kilometern das Stadtzentrum mit den äußeren Stadtbezirken verbinden. 174 Wagen zählt der Fuhrpark und momentan gibt es drei verschiedene Modelle, die gefahren werden. Bis auf das modernste Modell von Skoda sollten wir alle fahren, die Haltestelle nahe des Hotels wurde fast ausschließlich durch die alten Tatra Modelle angefahren.

Eingestiegen sind wir dann in die Linie 11, deren Ziel die Haltestelle Mežaparks ist. Und da wollten wir hin.

Die Wagen sind … nennen wir es mal funktional. Aber sauber und angenehm von der Temperatur her. Und in der Regel funktionieren die Digitalanzeigen auch.

Bezahlt wird übrigens nur digital. Mit einer App kann man auch ein 1 bzw. 3-Tages-Ticket kaufen, was aber nicht automatisch zum Fahren berechtigt. Vielmehr muss man in jede Bahn und jeden Bus „einchecken“, also einen QR-Code an den Türen scannen, welcher dann in der App hinterlegt wird. Oder man klickt in der App auf die Waggonnummer, die angezeigt wird.

Man wird auch überraschend oft kontrolliert und bei einer dieser Kontrollen wurden wir erst auf Lettisch und dann mit Händen und Füßen darauf hingewiesen (gut, mehr mit Händen), dass der erste Waggon der Straßenbahn eine andere Nummer hat als der Beiwagen. In dem wir saßen. Also eine falsche Nummer hatten. Die Tourismuskarte hat hier wohl geholfen.

Nach etwa 25 Minuten kamen wir an unserem Ziel an: Dem Zoo.

Dieser liegt nämlich draußen, wo auch das Liederfest stattfindet und wo anscheinend die Bewohner Rigas zur Erholung hingehen. Also wenn sie nicht die anderen nahen Gegenden besuchen wie die Ostsee oder so.

Für uns war heute aber der Zoo das Ziel, denn uns stand der Sinn danach die rund 4.000 Tiere beziehungsweise 500 Arten anzuschauen und dabei ein wenig Bewegung zu haben.

Gleich am Eingang: Zwei Robben, die sich anscheinend im „Besucher unterhalten“ abwechseln mussten. Zumindest war immer nur eine zu sehen.

Direkt daneben das Highlight. Also zumindest für das kleine Mädchen in der bayrischen Familie, die zeitgleich mit uns angekommen war. Die Kleine sagte nämlich mehrfach und mit voller Lautstärke, dass sie doch jetzt bitte SOFORT DIE CAPYBARAS SEHEN MUSS!

Tadaa: Hier sind sie! Und sogar mit mehreren ganz kleinen Capybara-Babies!

Insgesamt gab es doch so einige Geburten im Zoo und das machte es noch etwas interessanter. Das kleine Kamel sah auf jeden Fall noch etwas unsicher aus.

Dann gab es aber auch Tiere, die von Natur aus klein sind. Die Pudus schauen wir uns trotzdem immer gerne an.

Als nächstes dachten wir erst, dass wir Przewalski Pferde (ja, den Namen musste ich bei Wikipedia abschreiben, den kann man nicht unfallfrei schreiben) sehen. Tatsächlich handelte es sich hier aber um Kiang, Wildesel aus Tibet beziehungsweise der Himalaya-Region. Wir bei unseren Zoo-Besuchen üblich standen die meisten Tiere übrigens wieder mit dem Hintern zu uns …

Die Erdmännchen, genauer gesagt die zwei Erdmännchen, waren recht unruhig und bekamen wohl bald Essen. Uns zu hibbelig heute.

Da war dieser Sekretärsvogel schon spannender. Und unterhaltsam, denn als wir ihm laut vorgelesen haben, dass er seine Nester oben in Bäumen baut, schaute er nach dem Motto „Wie bitte? Was muss ich?“. Seine Partnerin (im Hintergrund) ging in unserem comichaften Hirn weg und brummelte „Immer nur Probleme mit dem Alten …“.

Erwachsen werden wir später …

Das Giraffenhaus: Sehr modern und viel Platz. Und wenig los, denn es war gerade auch hier Futterzeit.

Der Zoo liegt schön an einem See, was, wenn man vorbereitet wäre, auch ein schöner Ort für ein Frühstück gewesen wäre.

So überlegten wir, wer wohl auf die lateinische Bezeichnung „Grus Grus Grus“ gekommen ist. Und was wohl ein „Grus Grus“ ist.

Wie gesagt: Erwachsen werden wir später.

Die Tiger machten Tiger-Sachen und lagen flach auf dem Boden.

Oder, wie die dabei stehenden Monitore zeigten, im Innenbereich. Anscheinend hier nicht so selten, sonst würden die Monitore ja keinen Sinn machen.

Direkt daneben war dann etwas mehr Action, denn die beiden Servals hatten irgendwas zu diskutieren.

Und Lärm machten Sie dabei auch noch …

129_Video_2026Riga

Wofür der Zoo bekannt ist, sind seine Eulen. Die immer so aggressiv schauen, aber schön anzusehen sind.

Apropos „agressiv“ … die Löwen waren verdächtig aktiv. Also … wach. Als ob sie Hunger hätten …

Und so schlenderten wir kreuz und quer durch den Zoo. Die Gehege waren in der Regel sehr groß, die kleinen, glücklicherweise der Vergangenheit angehörenden Tierpark-Gehege sind hier weg. Und die kleinere Gehege werden vor allem für Tiere verwendet, die ihr Lebensende hier verbringen. Allgemein wurde auch ein komplett neuer Bereich gebaut, vielleicht kommen wir ja mal zurück, um uns anzuschauen, wie es sich hier weiterentwickelt hat.

Ein letztes Highlight waren die Rentiere. Nicht, weil sie, wie schon gesagt, mit dem Hintern zu uns lagen. Nein, denn auch dort gab es …

Nachwuchs! Voll süßen Nachwuchs! So süß, dass wir überlegten, ob der nicht in einen Koffer passen würde …

Die anderen der Herde lagen faul herum und hätten das bestimmt nicht mitbekommen.

Aber vermutlich wäre das kleine Rentier in einer Etagenwohnung in Köln doch nicht so glücklich wie im Kreise seiner Familie, also ließen wir es dort, wo es war.

Zurück dann nochmal bei den Kamelen vorbei, wo wir dieses Familienfoto inkl. Vater im Hintergrund schießen konnten.

Und einen richtigen Esel, passend für die Poitous traurig sein Gras mümmelnd, gab es dann auch noch.

Wobei direkt gegenüber Jens einen neuen Freund fand.

Aber das war es dann auch. Ein schöner Zoo und mit 15 Euro auch sehr günstig. Für einen schönen Vormittag sicherlich eine Empfehlung.

Mit der Straßenbahn ging es dann zurück in die Stadt, denn langsam stellte sich Hunger ein.

Während wir an mehreren sozialistischen Einheitsbauten vorbei rumpelten, überlegten wir, wohin wir Essen gehen sollten. Und so richtig wollte uns nichts einfallen.

Die Automaten-Pizza schaffte es zwar in die engere Auswahl, aber das Erlebnis wollen wir uns für Champagne-Ardenne aufheben. „JetLag: The Game“-Fans werden dieses Referenz verstehen …

Also stiegen wir in der Innenstadt aus mit dem Ziel eines Irish Pubs, wobei wir schauen wollten, ob auf dem Weg etwas ins Auge fällt.

Tat es nicht wirklich, also ging es in einen überraschend leeren Pub, wo auf den vielen Bildschirmen Spiele aus der 2. Bundesliga der letzten Saison gezeigt wurden.

Dafür schmeckte das Bier besser als gestern Abend. Gut, wir hatten auch kein Sterne-Menü vorher.

Stattdessen solides Pub-Essen: Eine Art Luxus-Club-Sandwich mit Rostbeef für Jens und eine Lobster Roll bei Meike. Dazu echt richtig, richtig gute selbstgemachte Chips mit einem Knoblauch-Dip, den wir noch am Abend spüren und riechen sollten.

Und der mit wenig Zähnen aber einer wunderschönen Stimme gesegnete Shane MacGowan war auch gerne hier. Natürlich mit der korrekt geschriebenen Band „The Pogues“, den Begründer des Celtic Punks.

Nächster Programmpunkt sollte ein Treffen mit einem Sauerländer werden. Da der aber noch irgendwo durch Lettland fuhr, ging es zurück ins Hotel zu einem späten Mittagsschlaf. Urlaub soll ja auch Urlaub sein.

Der Post begann mit Straßenbahn und soll auch damit enden, denn auf dem Rückweg entdeckte Jens, dass hier nicht nur die Fußgängerampeln diese Countdown-Zähler haben, sondern auch die Straßenbahn.

Dann ging es aber ab ins Traumland. Der Zoo war aber eine gute Idee gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.