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Wanderung Bergischer Streifzug 4 – Obstweg

Eigentlich hatten wir ja Ende März 2020 gedacht „Och ja, jetzt ein bisschen einschränken und dann wird das schon. Und in der Zwischenzeit Abstand halten, zu Hause arbeiten, Masken auf, Hände waschen. Und wenn es geht, ein bisschen wandern gehen, damit man auch mal raus kommt.“

Naiv waren wir schon ein bisschen. Oder wussten es nicht besser, denn mit der Zeit lernte die Menschheit ja immer weiter dazu und man merkte, dass diejenigen, die gemahnt hatten, schon eher Recht hatten. Jetzt sind wir auf jeden Fall 11 Monate weiter und wandern immer noch. Gut, es macht uns auch Spaß aber die ursprüngliche Idee war ja, dass dies eine Überbrückung der Corona-Zeit mit eingeschränkten Möglichkeiten Menschen zu treffen sein würde.

Immerhin zeichnet sich jetzt (Anfang 2021) ab, dass es mehrere Impfungen gibt, die immerhin ein wenig den Druck aus dem System nehmen können. Und in ein paar Monaten auch für uns verfügbar sein werden. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels.

Allerdings müssen auch wir sagen, dass uns langsam die Luft ausgeht – immer nur in den eigenen 4 Wänden ist selbst in (oder in Teilen auch wegen) unserer überaus privilegierten Situation mit viel Platz, keinen Kindern und 2 Einkommen gerade vom Kopf her schwer zu verarbeiten. Und so ist es auch mit der Motivation für so ziemlich alles, weswegen es wieder 1 1/2 Monate gedauert hat, bis wir wieder einmal gemeinsam zu einer Wanderung aufbrechen konnten.

Und um nicht gleich über die Belastungsgrenze hinaus zu gehen, haben wir uns für einen der kürzesten Strecken der Bergischen Streifzüge entschieden: Den Obstweg in Leichlingen. An einem sonnigen Sontag im Januar 2021.

Startpunkt war die Stadt Leichlingen nördlich von Leverkusen – ein kleiner Ort im Bergischen mit etwa 28.000 Einwohnern. Leichlingen wird auch die Blütenstadt genannt und was liegt da näher als den hier verlaufenden Bergischen Streifzug mit Thema „Obst“ zu widmen.

Dies ist wieder ein sogenannter „Maus-Weg“, also auch gut für Kinder geeignet. Wobei Kinderwagen nicht gehen, dafür gibt es einige Stellen, die zu steil sind.

Leichlingen wurde erstmals 973 nach Christus erwähnt, die kleine Altstadt entstand vermutlich im 14. Jahrhundert. Auch heute noch finden sich dort schöne, alte Häuser (wenn auch nicht so alt), die wir am Beginn des Weges bewundern durften.

Nach einer Weile kamen wir aber an einer etwas steilere Stelle, denn die Obstwiesen, durch die der Obstweg sinnvollerweise führt, liegen auf einem Plateau etwas oberhalb der Ortschaft. Bedeutet: Es geht hinauf!

Ist ja eher nicht unsere beliebteste Wegbeschaffenheit: Matschig bergauf.

Oben angekommen muss man aber auch durchaus sagen: Hat sich gelohnt!

Der Weg führte ab hier entlang mehrerer Weiden und Obstplantagen.

Da es Sonntag war, trafen wir auch einige Gassigeher, wobei uns zwei besonders unangenehm aufgefallen sind: Die unterhielten sich nämlich lautstark darüber, wie man in dieser Diktatur hier leben muss und wie dumm die Menschen doch wären zu glauben, es gäbe sowas wie Covid / Corona. Das wurde mit aggressiver Wortwahl immer wieder wiederholt.

Was für Vollpflosten!

Allgemein wurde auch, dass ist uns nachher aufgefallen, hier extrem wenig gegrüßt – etwas, was wir auf den anderen Bergischen Streifzügen durchaus postiv bemerkt haben: Man grüßt sich freundlich!

Links und Rechts des Weges gab es die eine oder andere interessante Tafel zu Thema Obst.

Zur Obstblüte würde es sich durchaus lohnen noch einmal herzukommen – das sieht bestimmt schön aus.

Der Weg führte dann durch kleinere Orte wie Bergerhof oder Oberschmitte. Mit wieder wirklich schönen Häusern.

Und zwischendurch, wie üblich für das Bergische Land, Waldwege und weite Blicke in die Landschaft.

Ach so: Und Schafe! Die sich, unserer innerer Monk mochte das sehr, aufsteigend der Fellfarbe von hell nach dunkel sortiert hatten.

Etwas irritiert waren sie dann aber, als Meike einen dieser „Abspielkästen“ an den Infotafeln entdeckte: Hier konnte man in schon relativ lauter Lautstärke das Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“  von Theodor Fontane anhören. „Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ne Birn!“

 

 

 

Weiter ging es an ein paar privaten Fischteichen vorbei zu einem Hochsicherheits-Garten.

Da waren aber auch tatsächlich sehr laute Enten und Hühner!

Der weitere Weg ging wieder durch ein kleines Dorf und entlang der Hauptstraße.

Auch hier wieder ein paar interessante Häuser, so zum Beispiel dieser Hof in dem 4 verschiedene Baustile (Fachwerk, Schiefer, Holz und Backstein) zu sehen waren. Wir haben dann eine Weile überlegt, ob das Absicht war oder nur einfach verschiedene Zeitpunkte des Baus oder die jeweiligen finanzielle Möglichkeiten waren, die zu diesem Misch-Masch geführt haben.

Auf jeden Fall waren wir dann wieder auf dem Rückweg nach Leichlingen und zu unserem Auto. Nicht ohne vorher noch einen schönen Blick ins Rheinland zu haben mit Mordor … ähhh … Leverkusen im Hintergrund.

In die andere Blickrichtung saßen auch 2 Fischreiher auf dem Feld. Mit wenig Fisch zur Auswahl.

Aber in der Not frisst der gemeine Fischreiher wohl auch Würmer, sofern diese aus dem leicht gefrorenen Boden kommen. Naja, die werden schon wissen, was sie tun.

Leichlingen selber hat uns übrigens gar nicht so schlecht gefallen (bis auf das oben erwähnte nicht-Grüßen), die Häuser auf dem Rückweg sahen schon schön aus.

Und selbst wenn wir oft anzweifelten, dass das echtes Fachwerk ist: Durch Angrabbeln stellten wir fest: Doch, ist es!

Und dann waren wir auch schon fertig. Eine nette Runde, die vermutlich zur Obstblüte sehr überlaufen sein dürfte. Aber zum Eingewöhnen in das Wanderjahr 2021 ausreichend.

Statistik:

  • Gelaufen am 31.01.2021
  • Dauer 1:46 Stunden
  • 6,4 Kilometer mit 172 hm

(Karte von outdooractive.com/de/ / openstreetmap.org)


Nachtrag: In Zeiten von Corona haben wir, damit uns nicht die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt, Ende März 2020 dazu entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen. Dies bedeutete auch, dass wir uns für eine Abwechslung entschieden haben, die 1. spontan möglich ist und 2. uns nicht in die Nähe von Menschen bringt bzw. die Möglichkeit bietet, den gebührenden Abstand zu halten.

Beides haben wir durch spontane (beruflich wie wettertechnisch) Wanderungen gefunden, die wir hier bloggen wollen.

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