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Wanderung Wahner Heide und Flughafen Köln/Bonn

Nach unserem Urlaub in Bayern sowie diversen „Wir gehen mal Essen, das reicht schon an Rausgehen in diesen Zeiten“ im November 2020 ging es, wie so viele Wissenschaftler vermutet (und Idioten geleugnet) haben wieder in einen leichten Lockdown. Obwohl man ohne Probleme rausgehen konnte, haben wir uns doch sehr lange nicht aufraffen können, die Wohnung zu verlassen. Das schmuddelige Herbstwetter gab auch wenige Möglichkeiten dazu. Hinzu kam, dass wir das Kochen bzw. das Bestellen bei herausragenden Restaurants (La Societe, Vendome) für uns entdeckt haben und daher auch zu Hause uns recht wohl gefühlt haben. Die Decke fiel uns also eher selten auf den Kopf.

Trotzdem – irgendwann braucht man aber auch Sauerstoff und wenn man schon im Homeoffice mit dem Arbeiten beginnt, wenn es draußen noch dunkel ist und man mit dem Arbeiten aufhört, wenn es schon wieder dunkel ist, dann fehlt einem was. Und sei es Tageslicht.

Also haben wir an einem Freitag im Dezember spontan beschlossen, mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren und eine kleine Runde zu drehen. Da Jens am Tag vorher das Auto in die Inspektion gebracht und wieder abgeholt hat und aufgrund unserer Entscheidung, die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden die Wege ohne Auto zu Fuß zurückgelegt hatte, sollte es nicht allzu lange sein. Und lange Auto fahren wollten wir auch nicht.

Unsere Wahl fiel auf eine interessant klingende Strecke in der großen Auswahl bei Outdooractive, welche uns durch die Wahner Heide am Flughafen Köln/Bonn vorbeiführen sollte.

Die Wahner Heide ist ein Naturschutzgebiet von etwa 177 km², das Kerngebiet wird durch die A3, den Flughafen und die Agger begrenzt und umfasst etwa 37 km².

Das Gelände war immer mal wieder Truppenübungsplatz, beginnend 1817 mit den Preußen und zuletzt durch die Bundeswehr. Zwischenzeitlich waren dort die Belgischen Streitkräfte und bewachten unter anderem das Sondermunitionslager Wahner Heide, wo Atomwaffen gelagert wurden.

Was der Wanderung ein Element der Spannung verleiht.

Durch die militärische Nutzung und die Hinterlassenschaften konnte sich aber hier eine weitestgehend unberührte Heidelandschaft entwickeln. So gilt die Wahner Heide mit knapp 100 Brutvögelarten, 2500 Käferarten und vielen Säugetieren (insgesamt über 700 Arten davon stehen auf der Roten Liste) als eines der artenreichsten Naturschutzgebiete in NRW.

Nur auf den Wegen sollte man halt bleiben …

An diesem kalten, aber sonnigen Freitag war das am Anfang auch kein Problem. Schlängelnd ging es vom Startpunkt, einem der vielen Parkplätzen in Rösrath, an einem kleinen Wald und einer Weide entlang.

Die Wahner Heide ist überregional unter anderem dafür bekannt, dass hier auch Wasserbüffel leben und sich im Sommer frei bewegen können. Die Tiere dienen hier dazu, die Flora und Fauna zu bewahren, denn sie lockern den Boden mit ihren Hufen auf und schaffen durch ihren Drang sich im Schlamm zu suhlen für wichtige Wasserstellen, welche dann andere Tiere nutzen können. Und friedfertig sind sie halt auch.

Nur sind sie meistens weit weg vom Menschen, was ja auch gut ist. Also weiter den immer schmodderiger werdenden Waldweg entlang.

Und es wurde in der Tat immer schwieriger und anstrengender den Weg entlang zu gehen. Den Rückweg anzutreten mit matschigen Klamotten wollten wir tunlichst vermeiden. Hatten wir in Aberdeen schon, brauchen wir nicht nochmal.

Eigentlich war die geplante Runde knappe 10 Kilometer lang, durch den Matsch und Jens müde Knochen (ist gestern auch schon 7 Kilometer gelaufen) haben wir dann eine Abkürzung genommen. Weiterhin die Natur bewundernd.

Nach ein paar Schritten weiter kamen wir dann in das Sichtfeld des Flughafens und seiner Querwindbahn. Und die Befeuerung derselben, an der man hier ohne Probleme vorbeispazieren kann.

Die Querwindbahn (06/24) wurde 1953 erbaut und war mit einer Länge von 2.460 Metern damals tatsächlich die längste Start- und Landebahn der Bundesrepublik Deutschland.

Weiter entfernt haben wir eine kleine Propellermaschine dort landen sehen, als wir an Ort und Stelle waren, war natürlich nix los. Ein Blick auf eine Seite, wo man aktuelle Flugbewegungen findet zeigte, dass auch in der nächsten Zeit nichts zu erwarten war. Also machten wir uns weiter.

Heute wird in Köln übrigens die rechtwinklig zur Querwindbahn verlaufende 14L/32R Runway mit einer Länge von 3815 Metern verwendet. 14L bedeutet übrigens, dass es im Anflug die Linke Landebahn ist, welche in einer Richtung von 140° (also süd-östlich) liegt. Die Gegenrichtung ist dementsprechend die rechts liegende Landebahn in einer Richtung von 320°, also nord-westlich.

Wir gingen also, da parallel zur Runway, süd-östlich weg. Auf einer ehemaligen Panzerstrecke, welche entsprechende Löcher aufwies. Mit Wasser gefüllt.

Na gut, mit etwas Geschick (ja, das haben wir) konnte man unfallfrei drum herum laufen. Aber nicht zu weit vom Weg weg, siehe das erste Foto.

An dieser Stelle sind uns auch einige Leute entgegen gekommen. Maskenpflicht gab es damals nicht, die Bitte Abstand zu halten schon. War anscheinend nicht allen so klar, dass das helfen könnte.

Kurz vor dem Parkplatz dann ein Flugzeug im Landeanflug.

Der Flugverkehr am Flughafen Köln/Bonn hat von 12,3 Millionen Passagieren 2019 auf 3,1 Millionen Passagiere in 2020 abgenommen.

Scheiss Corona.

Wir waren auf jeden Fall relativ trocken nach unserer kurzen Runde wieder am Auto. Und sicherlich nicht zum letzten Mal in der Wahner Heide unterwegs.

Statistik:

  • Gelaufen am 18.12.2020
  • Dauer 1:19 Stunden
  • 5,7 Kilometer mit 28 hm

(Karte von outdooractive.com/de/ / openstreetmap.org)


Nachtrag: In Zeiten von Corona haben wir, damit uns nicht die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt, Ende März 2020 dazu entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen. Dies bedeutete auch, dass wir uns für eine Abwechslung entschieden haben, die 1. spontan möglich ist und 2. uns nicht in die Nähe von Menschen bringt bzw. die Möglichkeit bietet, den gebührenden Abstand zu halten.

Beides haben wir durch spontane (beruflich wie wettertechnisch) Wanderungen gefunden, die wir hier bloggen wollen.

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