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Kreuz und quer durch Reykjavik

So, nachdem wir gestern viel zu früh und viel zu lange unterwegs waren, haben wir es heute etwas ruhiger angehen lassen. Das als „umfangreiches, kontinentales Frühstücksbuffet“ angepriesene Frühstück im Radisson Blu 1919, was sich als „Hey, wir haben einen Toaster und Kaffee“-Frühstück entpuppte, haben wir ignoriert und lieber keinen Wecker gestellt. Und dementsprechend einfach das Frühstück verschlafen.

Insofern nur mit etwas Wasser und einem schnellen Kaffee beglückt, sind wir einfach „frei Schnauze“ durch die Stadt gelaufen. Und haben gleich vor unsrem Hotel diesen Eingang hier gefunden.

Eine Art Flohmarkt mit einem (überraschend kleinen) Fischmarkt nebenan. Letzterer war uninteressant, ersterer war allerdings den ein oder anderen Blick wert. Nicht nur wegen der eindeutigen Legende Carlo Pedersoli!

Auch der Rest des Marktes war eine unglaublich unpassend zusammengewürftelter Haufen an … Dingen! Ohne Struktur, ohne Richtung und alles einen Blick wert!

Wir sind uns nicht zu schade zu erklären, dass wir sogar Dinge dort gekauft haben.

Von der Markthalle ging es dann weiter in Richtung Wasser, wo vor allem Meike sich hingezogen gefühlt hat. Zu Recht, denn hier war es sehr, sehr schön. Gerade, weil das Wetter auch entsprechend war.

Wie gehabt: Kein Blog ohne Eisenbahn.

Was in einem Land ohne Eisenbahn echt anspruchsvoll ist. Aber durch eine der 2 beim Bau des Hafens Anfang des 20. Jahrhunderts verwendeten Dampfloks aus Deutschland, der Minør, erfüllt werden konnte.

Aktuell wird, wieder mal, eine neue Bahn vom Flughafen in die Stadt diskutiert. Mal schauen, ob Island auch unter die Bahn-Nationen geht.

Neben dem Anleger mit der alten Hafenlokomotive steht ein relativ neues Gebäude: Das Harpa!

Das Harpa ist eine 2011 eröffnete Konzert und Konferenzhalle, die von einem dänischen Architekten entworfen wurde und aktuell das isländische Nationalorchester sowie die isländische Staats-Oper beheimatet.

Eigentlich wollten wir schauen, ob man dort eine Tour machen kann. Da allerdings ein Konzert stattfand, sind wir nur kurz durch das beeindruckende Gebäude gelaufen.

Und da danach das Wetter überraschend schön war, sind wir einfach der Nase nach am Wasser entlang spaziert.

Nur unterbrochen von der einen oder anderen, sehr irritierenden Gruppenreise (2 x Inder, 1 x gemischt, 1 x vorwiegend Deutsche) und einem Powerboot, was … auch auffallen wollte.

Der Weg am Wasser entlang wird auch der „Sculpture and Shore Walk“ genannt. Passend, denn viele Skulturen säumen den Weg.

Aber auch ohne diese hatten wir wunderbare Ausblicke. Reykjavik hat uns hier echt sehr, sehr gut gefallen.

Als Skulpturen zählten, neben künstlerisch wertvollen Beiträgen wie dem Sonnen-Boot oben auch diese hier:

Die isländische Inschrift konnten wir natürlich sofort übersetzen.

Diese Skulptur symbolisiert die Freundschaft zwischen Island und den USA seit 1941. Eine gleiche Skulptur steht in Süd-Florida, von wo aus der Golf-Strom diese beiden Skulpturen verbindet.

Im Ernst: Auf der anderen Seite stand alles in Englisch …

Ungefähr hier haben wir dann den Entschluss gefasst, unseren weiteren Weg abseits der Küste fortzusetzen und zwar in Richtung des Nationalstadions, wo vor ein paar Tagen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für alle Beteiligten überraschend 4:0 gewonnen hat. Gut, dass wir keinen Traktor fahren, denn der hätte hier nicht fahren dürfen.

Vom Weg aus hatte Jens dann noch wieder einen seiner lichten Momente: Er hatte dieses unscheinbares Haus gesehen und meinte nur „Da ist was wichtiges passiert …“. Ist auch.

Das Haus ist als Höfði bekannt und war lange der Wohnsitz des isländischen Poeten Einar Benediktsson.

Bekannter wurde des Gebäude allerdings 1986 durch den Gipfel von Reykjavik, wo Ronald Reagan und Michael Gorbatchov zum ersten Mal zusammentreffen sollten. Dieser Gipfel fand zwar nie statt, aber die Vorbereitungen führten zu den ersten Schritten, den kalten Krieg zu beenden.

Ein passender Ort für ein Stück der Berliner Mauer, wie wir fanden.

Zu dem Zeitpunkt waren wir schon etwas unterwegs und merkten langsam ein gewisses Hungergefühl. Passenderweise fanden wir gleich danach dieses Cafe namens „Te & Kaffi“

Tatsächlich ist dies, wie wir erst später bemerkt haben, eine nicht ganz so individuelle Lokalität, sondern eine recht verbreitete Kette. Uns egal: Guter Kaffee und was zu Essen.

Ein paar Schritte weiter (die mit etwas Warmen im Magen) ging es dann zum Nationalstadium Islands: Dem knappe 10.000 Zuschauer fassenden Laugaralsvöllur. Einem dieser Stadien, wo man ganz nah rankommen kann, wenn man will.

Um das Stadion herum sind noch diverse andere Sportstätten, so ein Schwimmstadion, eine Sporthalle und ein Fitnessstudio. Mit dem einen oder andern Element aus den, in Island sehr berühmten, Strong Men Events.

Jens hat mal probiert eines der Gewichte anzuheben. Hätte schon geklappt aber bleibende Schäden verursacht.

Dann doch lieber noch was das Fussballstadion anschauen.

Das ganze Areal ist eine Art „Naherholungsgebiet“ nur eben für Sportbegeisterte. Für die Erholung war unter anderem dieser japanische Garten vorgesehen.

Oder eine Art „Zoo“, wobei der Begriff sehr übertrieben ist, denn im Zoo befinden sich nur eine Handvoll isländische Tiere und eine Menge Fahrgeschäfte für Kinder.

Wir haben daher von einem Besuch abgesehen und sind lieber noch etwas weiter spaziert.

Am heutigen Tag stand allerdings noch eine Tour auf dem Programm. Und um diese rechtzeitig zu erreichen, mussten wir uns langsam wieder auf den Weg zum Hotel machen. Da wir allerdings schon recht weit entfernt waren, haben wir beschlossen dem öffentlichen Nahverkehr eine Chance zu geben.

Für diesen, vom Unternehmen Staeto betriebenen, Busverkehr (Eisenbahn gibt es ja nicht) braucht man eben eine App. Wenn man diese hat, kann man darüber ein Ticket für 490 isländische Kronen erwerben, mit dem man dann 1 1/4 Stunde Bus fahren kann. Also: App installiert, Kreditkarte registriert, Ticket gekauft und auf den Bus gewartet.

Und: Alles das hat problemlos geklappt. Sind eben nicht im IT-technischen Neuland Deutschland hier. Als der Bus kam, musste man nur noch das Ticket zeigen und dies in einer beeindruckend simplen Art und Weise. Für den Busfahrer muss man die Selfie-Kamera anschalten. Das Ticket wird dann als Teil des Selfies gezeigt, was für den Busfahrer 2 Dinge beweist: 1. es ist ein gültiges Ticket (der Ausstellungszeitpunkt wird angezeigt) und 2. es ist kein Screenshot, denn er/sie sieht sich selber.

So simpel und pragmatisch!

Die Busfahrer hier sind übrigens alles verkannte Rennfahrer, als alte Dame würden wir hier ungern im Gang stehen.

Aber schnell und problemlos waren wir wieder in der Stadt. Und hatten noch Zeit, die wir sinnvoll (je nachdem) verbringen konnten …

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