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Zoo und Züge (und noch mehr)

Eine goldene Regel bei unseren Urlauben heißt ja: Ein Zoo geh immer! Da wir in der Planung kurz vor Abflug noch eine kleine Änderung hatten, bedeutete dies: Keine zweite Stadt in New Bruinswick, dafür 2 volle Tage in Moncton. Für eine Nacht wollten wir nicht das ganze Spiel mit „Koffer einpacken, auschecken, fahren, einchecken, Koffer wieder auspacken“ spielen.

Dadurch hatten wir aber einen ungeplanten, vollen Tag zur Verfügung. Und daher: Ab in den Zoo!

Der Zoo von Moncton ist relativ neu, etwa Mitte der 80er Jahre wurde er als privater Zoo erbaut und seitdem von einer Gruppe „Friends of the Moncton Zoo“ verwaltet. Inzwischen ist er aber doch recht groß, liegt etwas außerhalb der Stadt und innerhalb eines Naherholungsgebietes. Oder besser gesagt eines Vergnügungsparks, denn daneben waren unter anderem ein Wasserpark (sehr verlockend bei dem Wetter, allerdings noch zu als wir ankamen) oder ein großer Kinderspielplatz.

Wir waren allerdings, da wir schon Karten online gekauft hatten, auf den Zoo fixiert. Wie doch andere auch, was an den Schlangen zu erkennen war.

Der Zoo selber war sehr sauber, hatte mehrere kleinere und große ausgeschilderte Rundwege und überall Desinfektions-Spender, Mülleimer und so weiter.

Kein Grund also den Kopf in den … Boden zu stecken.

Die Tiere hier haben erstaunlich große Gehege, zumindest was die Großtiere angeht. Auch gibt es genügend Platz, wenn die Tiere sich von den nervigen Besuchern (und da gab es einige davon) zurückziehen wollen.

Es sei denn natürlich, dass das Essen einen da hält und man plärrende Kinder und fotografierende Deutsche aushalten muss.

Die Watussi-Rinder haben schon erstaunliche Hörner.

Andere Tiere lagen eher faul herum, aber das sind wir ja aus allen anderen Zoobesuchen unseres Lebens gewohnt. Wir sind ja immer schon froh, wenn uns die Tiere nicht ihre Hintern zudrehen oder sich mit dem Rücken zu uns hinsetzen, wie es ja in der Regel gewisse monochrome Katzenbären machen …

Bei den Temperaturen allerdings völlig nachvollziehbar, dass sowohl kleinere …

… als auch größere Tiere eher faul waren.

Wobei bei den Löwen das Männchen irgendwann einen Energieschub bekam, aufstand, etwas herumlief und dann seine Partnerin zu … einer Aktivität zu Reproduktion animieren wollte. Den mitleidigen Blick des Weibchens (was sich so gar nicht dafür interessierte) haben wir leider nicht fotografiert, aber das sah schon sehr nach „Ich habe Migräne Schatz“ aus …

Einen Emmanuel Todd Lopez gibt es hier auch. Allerdings in größer und kein „Animal against Education“.

Kleine Beuteltiere gab es natürlich auch. Aber kein vorlautes und auch kein marxistisch-leninistisches (wir hören gerade im Auto die Känguruh-Chroniken).

Ein Streichelzoo hat es hier natürlich auch noch. Leider was das einzige Tier für das sich Jens interessierte, etwas weiter weg. Und fraß Heu. Wie es halt Esel so machen.

Bei den anderen Bewohnern konnte man nur schwer sagen, wer hier wen erzieht.

Spätestens jetzt war der Zoo aber schon wirklich schön und ein Besuch wert gewesen.

Das Highlight für viele Jahre war übrigens ein Tiger namens Tomar.

Dieser Tiger begründete quasi den Zoo und wurde schnell zu einem Symbol für diesen und die Stadt Moncton. Tomar verstarb allerdings 2007 – heute sind zwei andere Tiger in dem großen Gehege. Inklusive einer sehr kreativen „Beobachtungsmöglichkeit“ für Kinder: Aus einem Jeep heraus!

Der Rest des Zoos inkludierte auch einige Vögel. Die teilweise wie angewachsen auf der Stange saßen.

Wobei eine weitere Eule abseits saß, keine Ahnung warum. Vielleicht roch sie etwas oder war einfach ein Arsch …

Es gab auch einige, für uns Europäer eher normale Tiere wie diesen Fuchs. Oder Rotwild. Wir haben uns ein bisschen darüber amüsiert, wenn die Kanadier davor standen und staunten.

Exotisch und sehr beeindruckend war dagegen dieser Kondor, der auch noch gerade seine Flügel streckte und damit seine Spannweite von bis zu 2 Metern zeigte.

Kein kanadischer Zoo ohne Bärchen!

Auch wenn diese gerade in freudiger Erwartung ihres Mittagessens etwas hibbelig waren.

Ein schöner Zoo, auch weil er relativ neu ist und nicht auf diesen alte Tiergärten basiert, wo die Gehege ja manchmal nicht einmal zum umdrehen der Tiere geeignet waren.

Nächster Programmpunkt am heutigen ungeplanten Tag: Eisenbahn!

Auf dem Weg vom Bay of Fundy Nationalpark hatten wir beim Vorbeifahren ein Eisenbahnmuseum entdeckt. Und bevor wir auf dem Hotelzimmer rumsitzen, geht doch was Eisenbahn immer.

Von der Beschreibung und dem äußeren konnte man viel erwarten, in Echt war allerdings nicht viel zu sehen. So ist das aber auch, wenn freiwillige Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit einem Hobby frönen. Einem teuren dazu, denn so eine Eisenbahn, sei es ein Waggon oder eine Lokomotive, ist eben nicht günstig in der Anschaffung oder in der Restaurierung.

OK, kleinere Vehikel sind schon günstig.

Das Gelände gehört zum ehemaligen Bahnhof Hillsboro und hat heute keinen nutzbaren Anschluss mehr an das kanadische Streckennetz. Dementsprechend ruhig ging es hier zu, auch weil heute der letzte Öffnungstag der Saison war.

Immer wieder faszinierend: Die Schneeräumer, die hier natürlich eher nötig und im Einsatz waren als im Raum Köln.

Ansonsten: Lok müde, Lok geht schlafen …

Zum Gelände gehörte auch ein kleines Museum in dem allerlei Artefakte aus der Eisenbahngeschichte New Bruinswicks ausgestellt wurden.

Also eigentlich alles, was auch nur annähernd mit dem Thema Eisenbahn zu tun hatte.

Schon krass, wenn man mal schaut wie viele Züge früher in Moncton gefahren sind. Heute ist es nur der Ocean von Halifax nach Montreal, der 3 Mal in der Woche hier in beide Richtungen vorbei schaut.

Im Lokschuppen dann ein paar begehbare Loks und Waggons.

Und bei dem Anblick der Schlafplätze in diesem 1911 erbauten Pullmann-Waggon konnte man doch recht froh sein, dass wir Anfang des Jahres bei der Fahrt von Köln nach Wien einen etwas moderneren Zug hatten.

Im noch etwas luxuriöseren 1914 erbauten Grand Trunk Passenger Coach gab es sogar damals ein Raucherabteil.

Und auch sonst war es hier etwas mondäner. Diese Waggons wurden aber auch nicht im Nachtverkehr eingesetzt und daher brauchte man auch nicht dieses Pseudo-Bett an der Decke.

Alles in allem ein doch recht kleines Museum, was vermutlich (wie so oft) am Enthusiasmus von wenigen Vereinsmitgliedern hängt.

Aber so gesehen recht beeindruckend, was hier auf die Beine gestellt wurde und weiterhin wird.

Ach so: Was das Flugzeug nebenan an einem Parkplatz zu suchen hat konnte uns niemand sagen.

Dann war aber auch genug, die 10.000 Schritte für den Tag waren erreicht und wir konnten zurück nach Moncton fahren, denn dort hatten wir ja noch eine Rechnung mit dem Fluss offen …

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