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Rugby Edinburgh versus Vodacom Bulls (inklusive dem Vorspiel zu einer unnötigen Heimniederlage)

Nach dem Zoo ist vor dem Rugby! Diese quasi, mehr oder weniger allgemeingültige Weisheit galt zumindest für den heutigen Freitag, denn für den Abend hatten wir uns zwei Tickets für das Rugbyspiel zwischen Edinburgh und den Vodacom Bulls aus Pretoria, Südafrika ergattert.

Da bis dahin aber noch etwas Zeit war und wir Hunger hatten (Frühstück hatten wir im Hotel dieses Mal wieder nicht gebucht, weil es sich einfach selten lohnt), brauchten wir was zu Essen. Und wie der Zufall es so wollte, stießen wir auf einen Pub.

Ja gut, in Edinburgh ist das auch schwierig nicht einen Pub zu sehen, zumindest in der Innenstadt. Den „Platform 5“ direkt gegenüber dem Bahnhof Haymarket hatten wir aber auch schon eine Weile auf der Agenda. Also nutzten wir die Gelegenheit für ein Halt und ein Mittagsmahl.

Viel los war aber nicht.

Um so schneller kam Jens Bestellung: Fish & Chips! Gute, aber etwas krosse Panade, saftiger Fisch, etwas wenig Sauce Tartar.

Meike, noch ganz im Modus von gestern Abend, bestellte einfach 3 Vorspeisen. Gewinner waren hierbei die Haggis-„Platten“ rechts, gefolgt von den handgemachten Fischstäbchen in der Mitte. Die 4 Scheiben Pita-Brot links waren dagegen etwas enttäuschend, gerade weil sie mit „gerösteter Paprika“ beworben wurden. Was diese kleinen, roten Tupfen auf den Brot waren.

Nach zwei Bier setzten wir uns aber sicherheitshalber wieder in Bewegung und fuhren zum Hotel zurück. Wie schon am ersten Tag gesagt: Es wird weiterhin viel gebaut in Edinburgh. Am Haymarket Bahnhof sind die Baugruben auch schon vorbereitet, wir sind gespannt, was hier gebaut werden wird.

Mit der Tram ging es zum Hotel zurück und …

… später dann direkt zum Murrayfield.

Hier, direkt neben dem großen „Scottish Gas Murrayfield“ wie es jetzt heißt, liegt das kleinere, 7.800 Zuschauer fassende „DAM Health Stadium“.

Nachdem Edinburgh Rugby jahrelang ein Nomadenleben führte und unter anderem im Murrayfield aber auch an der Easter Road seine Heimspiele bestritt, wurde 2021 das kleinere Rugbystadion hinter der Westtribüne eröffnet. Wohin man nur über diesen recht anonymen Gang kommt.

Vor Ort aber eine angenehme Stimmung mit einer Handvoll Food-Trucks. Der Weg von den Umkleiden im Murrayfield Stadium ins Stadion führt direkt durch die Food-Trucks hindurch.

Was bedeutet, dass der Durchgang immer kurz gesperrt werden musste, wenn ein Spieler oder Betreuer vom oder ins Stadion wollte. Witzig anzusehen und den ein oder anderen Handshake konnte man hier auch ergattern, wenn man denn wollte. Oder eine Hand frei hatte.

Für uns gab es eine Portion „Sweet Chili Chicken with Chips“, was sich zu unserer Überraschung als Pommes mit einer Portion „Hühnchen süß-sauer“ im chinesischen Sinne entpuppte. Die Konsistenz der Pommes war nach wenigen Sekunden … sehr zahnfreundlich.

Aber egal, eine Grundlage wurde so geschaffen und wir konnten uns an diesen Phantasialand-Schlangen anstellen. Beim ersten Mal sind wir noch, obrigkeits-hörige Deutsche die wir nun einmal sind, noch schön den offiziellen Weg entlang gegangen. Nur um vorne von der Security belächelt zu werden und die Frage gestellt zu bekommen, ob wir noch irgendwie auf unsere 10.000 Schritte kommen müssen oder warum wir nicht einfach von der Seite reingekommen wären. Natürlich mit einem Augenzwinkern, schlechte oder gar agressive Stimmung hat es beim Rugby eben seltener.

So gestärkt ging es zu unseren Plätzen, mit 40 Pfund pro Person mit die besten im Hause.

Respect the laws, respect the game! Falls es jemand nicht mitbekommen hat: Rugby ist eben kein Fußball … 😉

Die Plätze waren ok, die Sicht durch die Pfosten wurde nur leicht gestört. Schlimmer war, dass direkt neben Jens, der am Gang saß, der Ausgang des Zeltes war. Und dort zog es fürchterlich, was im Laufe des Abends echt nervig und teilweise auch feucht wurde. Denn es war richtiges „Freitag-Abend-Sport-Wetter“, aber mit Flutlicht, Regen und ein Bier hatten wir unseren Spaß.

Den Einlauf hielten wir sogar als Video fest – Stimmung war hier noch gut.

Und zu Beginn des Spiel hatten die Schotten die Hosen an, denn Duhan van der Merve legte den ersten Versuch, der dann relativ schnell vom südafikanischen Nationalspieler, einem von 20 im gesamten Team der Bulls aus Pretoria, ausgeglichen wurde. Zwei weitere Versuche von Schoeman ergaben eine bequeme 17:5 Führung zur Halbzeit.

In der Halbzeitpause spielten dann ein paar Jungendmannschaften eine Runde Rugby. Schönes Gewusel auf dem ganzen Feld.

Naja und danach hatten die Südafrikaner rund um uns herum mehr zu jubeln, denn Punkt um Punkt, Aktion für Aktion kamen die Bulls immer näher. Edinburgh hatte dem überhaupt nix mehr entgegen zu setzen.

Ein Abend für die … naja, es war so ein Abend eben. Zumindest für die Anhänger von Edinburgh, zu denen wir uns ja auch zählen.

Mit 17:19 ging das Spiel dann verloren und dementsprechend gedrückt war die Stimmung auf dem Heimweg. In der United Rugby Championship, der höchsten Spielklasse in Südafrika, Irland, Schottland, Wales und Italien, liegt Edinburgh damit auf dem 13, von 16 Plätzen und damit weit entfernt von der Qualifizierung für die Viertelfinalspiele.

Durchgefroren ging es zurück ins Hotel, ab unter die warme Decke.

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