Manchmal ist es ja gut, das wir den Weg zum Zoo blind kennen …
Spaß beiseite: Einer der offiziellen Gründe, weswegen wir ja regelmäßig nach Edinburgh reisen, ist nun einmal der Besuch im Zoo, um Meikes Paten-Tiere zu besuchen. Diese Patenschaft wird von Jens jedes Jahr als Weihnachtsgeschenk … nun … geschenkt. Und somit bekommen wir auch immer 2 Freikarten für den Zoo und die wollen wir nicht verfallen lassen. In dieser Sicht sind wir eben auch schon schottisch!
Und wie so oft machten wir diesen Besuch am Freitag vormittags, kurz nachdem der Zoo geöffnet hat. Wie immer: Mit der Tram zum Haymarket und dann mit dem Bus wieder zurück.
An der Kasse konnte Jens dann gleich auch die Formalien für ein weiteres Jahr von Meikes Patenschaft unter Dach und Fach bringen. Nachdem dies dann erledigt war, ging es in den Zoo und wie so manche Zootiere in zu kleinen Gehegen an Hospitalismus erkranken und immer die gleichen Wege gehen, so gehen wir auch in der Regel den gleichen Weg durch den Zoo.
Begonnen wurde wie immer bei den Erdmännchen, die angesichts des kühlen Wetters allerdings nur im warmen Innengehege umher wuselten.
Unser Plan mit „wir gehen den gleichen Weg wie immer“ war an dieser Stelle aber bereits aufgeschmissen, denn an die Schweinchen mit den Puschelohren, eine von Jens Lieblingsrasse hier im Zoo, kamen wir nicht ran.
Also einmal zu Meikes Paten-Pandas, seit ein paar Jahren ja in der roten Variante.
Nachdem ja leider bei den letzten Feuerwerken zur Bonfire Night die ältere Panda-Dame Ginger und ihr Junges aufgrund des Stresses verstorben sind, sind es aktuell Bruce und seine Enkelin Priya, die in zwei getrennten Gehegen umher rennen. Also … Priya rennt und Bruce mache Bruce-Sachen.
Bruce hat, wie wir letztes Jahr erfuhren, ein Morgenritual: Einmal durch das Gehege, dann kräftig die Morgentoilette auf eines seiner zwei Häuser erledigen und dann den Rest des Tages bis zum Abendessen in den zwei Bäumen schlafen. Priya ist da aktiver und muss eher bespaßt und beschäftigt werden. Mehr würden wir dann aber beim Keeper-Talk um 11 Uhr erfahren, den wir ansteuern wollten. Bis dahin war aber noch was Zeit, also drehten wir schon einmal eine kleine Runde durch den unteren Teil des Zoos.
Ebenfalls eine Pflicht: Die Pinguine! Die gerade gefüttert wurden und danach kreuz und quer durch das Becken pflügten.
Wir gingen dann am östlichen Ende des Zoos entlang zurück zu den roten Pandas. Und dabei durch das ehemalige Panda-Gehege, was ohne Pandas und ohne Menschen schon recht traurig und trostlos aussieht.
Sogar den Pinguin-Elefant-Hybrid haben sie hier in der Ecke abgestellt. Mal schauen, was mit dem relativ modernen Gehege gemacht wird.
Zeit für dem Keeper-Talk, wo sich knapp 15 Leute einfanden und ein bisschen über die beiden Pandas erfuhren. Für uns war nichts neues dabei, dafür freuten wir uns über die Info, dass wohl ein neues Männchen als Partner für Priya geplant ist und der Zoo das Zuchtprogramm so weiterführen möchte.
Dann machten wir uns in Richtung der oberen Gehege auf. Neues Feature im Zoo sind, zumindest für uns die seit über einem Jahr nicht mehr da waren, diese Automaten wo man für 50 Pence (!) seine Wasserflaschen auffüllen kann.
Sehr cool, denn so vermeidet man Müll. Müssen nächstes Jahr mal daran denken, dass wir unsere Wasserflaschen mitbringen, denn diese Automaten gibt es in Schottland immer häufiger.
Angesichts der kühlen Temperaturen waren es nicht nur die Erdmännchen, die keinen Bock auf die Außenbereiche hatten. So auch die Lemuren, welche sich es drinnen kuschelig gemacht haben.
Oder die Zwergflusspferde, wobei die eh sehr, sehr selten überhaupt in Bewegung zu sehen sind.
Ein Teil des Zoos wurde auch zum Zeitpunkt unseres Besuches umgebaut, weswegen die Koalas und die Wallabys diesmal ausfallen sollten.
Dafür haben wir bei diesem Besuch zum ersten Mal die schottische Wildkatzen gesehen.
Diese Rasse war früher in ganz Großbritannien weit verbreitet, doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist ihre Population aufgrund von Lebensraumverlust und Verfolgung drastisch zurückgegangen. Heute ist sie auf den Norden und Osten Schottlands beschränkt. Kamerafallen-Erhebungen, die zwischen 2010 und 2013 in den schottischen Highlands durchgeführt wurden, ergaben, dass Wildkatzen vor allem in Mischwäldern leben, während verwilderte und domestizierte Katzen meist in Graslandschaften fotografiert wurden.
Sie ist im Vereinigten Königreich als „vom Aussterben bedroht” gelistet und durch die Hybridisierung mit Hauskatzen gefährdet. Da alle in den letzten Jahren untersuchten Individuen einen hohen Grad an Hybridisierung mit Haus- und Wildkatzen aufwiesen, gilt diese Population in freier Wildbahn als funktional ausgestorben. Insofern ist das Zuchtprogramm, was in Edinburgh und dem Highland Wildlife Park läuft, sehr wichtig.
Das Zuchtprogramm für die beiden Tigger, Lucu und Dharma, musste dagegen einen kleinen Rückschlag hinnehmen:
„They really did not get on!“ ist eine nette Umschreibung für „Sie hat ihn andauernd vermöbelt!“, was wir ja beim letzten Besuch erfahren haben. Auch hier müssen wir also schauen, wer hier die nächsten Monate einzieht.
Zum ersten Mal konnten wir, ganz oben im Zoo, das neue Giraffen-Gehege anschauen. Der Blick von hier oben ist nicht nur für die Menschen schön, auch die Giraffen warfen ein verstohlenes Auge auf die Stadt.
Das Thema „Panda“ wurde hier auch fortgesetzt, obwohl die großen Pandas ja beide schon seit längerem wieder in China sind.
Die gestreiften Esel nebenan (so nennen wir Zebras) mussten warten, zuerst wollten wir uns die Giraffen anschauen.
Die Halle ist neu und das sieht man auch, das Lineal an der Tür hilft, wenn man die Größe nicht gut einschätzen kann. Da wir letztes Jahr aber in Südafrika zwischen diesen faszinierenden Tieren hindurch gefahren sind, brauchten wir das nicht.
Beeindrucken war es trotzdem, denn hier kann man einerseits auf „Augenhöhe“ die Tiere beobachten …
… und einen „Staring contest“ beginnen …
… oder eine Etage tiefer bewundern, wie groß und grazil Giraffen durch die Gegend gehen. (Alliterationen sind super!)
Die Schilder finden wir in Edinburgh übrigens immer super! 😉
Die Zebras hatten in der Zwischenzeit kein Bock mehr auf uns zu warten und standen hungrig in der Gegend herum.
Wir machten uns dann langsam zurück zum Ausgang, vorbei an den puscheligen Highland Kühen.
Und den Przewaski-Pferden, die ihr Essen schon hatten.
Die Otter waren recht aktiv, kommen mit dem kälteren Wetter auch bedeutend besser klar als die meisten der anderen Tiere. Immer wieder witzig anzuschauen.
Und zum Abschluss, auch weil es quasi auf dem Weg lag, ging es für uns noch einmal bei Priya und Bruce vorbei. Bruce lag natürlich irgendwo weit oben im Baum. Priya war dagegen gut zu sehen und posierte fast schon etwas.
Schöner Abschluss für unseren traditionellen Zoo-Besuch. Auf bald!


































