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Wanderung 1. Etappe RheinBurgenWeg Rolandseck – Remagen

Die bisherigen Wanderungen in 2021 waren meistens am Wochenende oder an einem Wochentag, den wir durch unsere Gleitzeit-Konten frei gemacht haben. Bei dieser Wanderung war es anders, denn dies war unser erster wirkliche offizieller Urlaubstag in 2021.

Diesen wollten wir, da die Wettervorhersagen schönes und nicht zu warmes Wetter vorhergesagt hatten, mit einer etwas umfangreicheren Wanderung begehen. Wir hatten also etwas mehr Zeit eingeplant und uns auch einen Rucksack voller Essen (Brötchen, Müsliriegel) und Trinken (2 Wasserflaschen) gepackt und uns ins Auto gesetzt. Und nach einer Stunde waren wir auch schon am Zielpunkt angekommen. Im Falle von Meike gut ausgeruht.

Das mit dem „Zielpunkt“ war wortwörtlich gemeint, denn unser Plan war es, die erste Etappe des RheinBurgenWeges zu wandern. Dieser führt vom Start des Weges am sogenannten Rolandsbogen in der Nähe von Rolandseck zum Parkplatz unseres Autos in Remagen. Die Idee war also: Mit der Bahn nach Rolandseck, zum Startpunkt des Weges gehen und dann zurück zum Auto, was direkt am Bahnhof Remagen steht.

Soweit der Plan, also auf zum Bahnhof. An diesem fahren relativ viele Züge und davon war natürlich unserer Verspätet.

Kein Blog ohne Eisenbahn übrigens …

Naja, in der Sonne stehend (und mit Maske) war das mit dem Warten auch nicht so schlimm. Einzig die bereitstehende Bahn ins Ahrtal und seinen Weinbergen stand schon verlockend an einem anderen Bahnsteig.

Wir haben dem aber widerstanden und sind dann in die bereitstehende Mittelrheinbahn nach Köln-Dellbrück gestiegen. Und haben uns in die immer noch sehr bequemen Züge gesetzt

Immer noch witzig, dass wir mit diesem Zug eigentlich fast bis nach Hause fahre könnten.

Aber egal – 2 Stationen später waren wir auch schon am Bahnhof Rolandseck, wo wir aussteigen mussten.

Der Bahnhof selber war schon bei seiner Eröffnung 1856 im Grunde genommen recht unwichtig und heute halten auch noch nur einmal in der Stunde die Züge der Mittelrheinbahn dort.

Das der Bahnhof trotzdem so groß dimensioniert ist, liegt daran, dass hier ein Umsteigen zur Rheinschifffahrt gedacht war. Da 2 Jahre nach der Eröffnung die Bahnstrecke allerdings weiter geführt wurde, kam es eigentlich nie dazu und der Bahnhof blieb ein Haltepunkt. Allerdings mit einem Kulturdenkmal des frühen deutschen Eisenbahnbaus.

Heute befindet sich das Arp Museum im klassischen Bahnhofsgebäude und dem modernen Anbau darunter. Heute natürlich geschlossen, ist ja immer noch Corona.

Wir machten uns dann zum Startpunkt des RheinBurgenWeges zur Burg Rolandseck. Beziehungsweise dem davon übrig gebliebenen Torbogen, der dem Rolandsbogen seinen Namen gibt. Unser Weg führte an der B 9 entlang an alten Gebäuden, die noch aus der Hochzeit des Ortes stammen.

Irgendwann ging es aber unter der Bahnstrecke entlang zum Startpunkt. Wobei wir schon gedacht hatten, dass der Weg zum Beginn der Etappe kürzer und vor allem wesentlich einfach sein würde.

Aber gut, Burgen liegen ja halt leider oft auf Hügeln. So auch damals die Burg Rolandseck, also kraxelten wir vom Rhein aus hoch.

Auf dem Wege kamen wir an einem Denkmal vorbei, was dem deutschen Dichter Ferdinand Freiligrath gewidmet ist. Dieser hatte sich dem wieder Aufbau des 1839 eingestürzten Rolandsbogen eingesetzt. Darüber hinaus hatte er 1848 ein Gedicht veröffentlicht, in dem es heißt: „Wir sind das Volk, die Menschheit wir, sind ewig drum, trotz alledem!“, was als Ursprung der bei den Montagsdemos in der DDR verwendeten Phrase „Wir sind das Volk!“ gilt

Durch weitere Bögen und immer noch bergan ging es dann zum Rolandsbogen, welcher seit 1929 übrigens Teil eines Restaurants ist.

Der Ausblick von hier oben auf den Rhein und die Insel Nonnenwerth ist auch schön.

Der Bogen selber war auch recht schnell gefunden.

In das Restaurant kam man natürlich nicht – schade, denn hier einen Kaffee zu trinken hätte schon was gehabt.

Aber gut, wir waren ja noch versorgt und machten uns auf die Suche nach dem Startpunkt des RheinBurgenWeges, der von hier bis Koblenz auf der rechten Rheinseite entlangführt.

Wir hatten eigentlich sowas wie ein „Hier geht es los“-Zeichen oder eine Tafel oder so etwas gehofft. Stattdessen nur ein Schild. Keine Ahnung, ob wir was übersehen haben oder nicht.

Aber egal – los geht es in Richtung Remagen. Und Auto.

Im Internet hatten wir vorher gelesen, dass die Beschilderung des Weges wohl nicht so gut sein soll – das können wir auf jeden Fall nicht bestätigen. Die Zeichen waren immer gut zu erkennen und auch ausreichend vorhanden.

Die ersten Meter ging es noch weiter hoch – warum auch immer. Nach etwa 800 Metern kam man an einem kleinen Plateau mit Pferdekoppeln an.

Und dann kam der rote Baron …

Heute in Tarnfarbe, vermutlich damit das „Fliegerass des Ersten Weltkrieges“ ihn nicht findet.

Übrigens: Wie gut ist das Foto für eine Handy-Kamera!

Gemütlich und bei bestem Frühlingswetter ging es weiter an den Weiden und Koppeln entlang. Hier und da Hunde mit Herrchen bzw. Frauchen aber ansonsten war es angenehm leer. Ist ja auch ein Grund dafür, dass wir solche, eher touristischen Strecken lieber an einem Wochentag machen.

Die ganze Etappe folgte auch dem Jakobsweg sowie diversen anderen Wegen – was die Schilder echt etwas überfrachtete.

Aber so konnte man nix übersehen – wobei das danke GPS auch schwerlich möglich ist.

Die ersten Kilometer führte der Weg etwas abseits des Rheins durch Wälder. Auch wenn einige davon etwas gerodet waren, sehr angenehm zu gehen.

Wobei die Wegführung teilweise auch … sinnfrei war. Warum man ein paar hundert Meter parallel zum anderen Weg gehen muss nur um an dieser Stelle vom linken Weg auf den rechten Weg zu wechseln und diesen dann wieder zurück zu gehen … keine Ahnung.

Aber der Weg scheint ja das Ziel zu sein und bei dem Wetter gibt es tatsächlich schlimmeres.

 

Nach einer Weile kamen wir am Ort Oberwinter an, genauer gesagt am Sportplatz des TuS. Aktuell natürlich auch geschlossen bzw. nicht in Benutzung.

Sehr aktiv dagegen waren dagegen diese Bienenvölker hier.

Kurz danach ging es dann aber wieder einmal bergauf. Und da es langsam auch etwas wärmer wurde, waren wir danach auch schon leicht geschwitzt.

Der Weg führte dann in einer Kurve um den Ortskern herum und man kam an dem einen oder anderen Garten vorbei. Einige von diesen sahen tatsächlich sehr schön aus und gebaut wurde auch an der einen oder anderen Stelle – man sagt ja, dass in der aktuellen Corona-Situation viele Heimwerker längere Projekte begonnen haben. Hier sahen wir auf jeden Fall einige.

Was wir auch sahen war dieser überraschte „Wachhund“.

Der wusste mit der ganzen Situation nix anzufangen: Greifen sie mich an? Geben sie mir Essen? Spielen? Häh?

Wir haben den kleinen Kerl dann in Ruhe gelassen.

Witzig war auch diese „Warntafel“ auf dem Boden, welche um Rücksicht auf weitere Tiere bittet.

Hätten wir Lurchi gesehen, hätten wir auf ihn aufgepasst.

Im kleinen Ort Unkelbach dann der Beweis: Der Frühling ist da!

Ansonsten führte der Weg hier durch das Dorf, wobei hier alles sehr ruhig war. Auch die Hauptstraße konnte ohne Probleme überquert werden.

Dadurch, dass das Wetter aber wirklich recht sonnig war, wurde es auch langsam etwas wärmer und schwitziger. Und leider hatte Jens irgendwo hier gemerkt, dass seine rechte Socke nass und verrutscht war. Was zu einer fiesen Blase wurde.

Also haben wir uns gesagt, dass wir bei der nächsten Möglichkeit eine kleine Pause machen, die Blase mit einem Pflaster absichern und so versuchen, dass es zumindest nicht schlimmer wird.

Die nächste Möglichkeit war dann so etwa 2 Minuten nach dem obigen Foto diese Stelle hier: Eine geniale Bank im Schatten mit Blick auf einen kleinen Hof, Tiere und die Natur.

Von hier aufzustehen war echt schwer. Und das lag nicht nur an der Tatsache, dass es noch etwa 7 bis 8 Kilometer bis zum Auto waren und die Blase das Ganze nicht einfach machen würde.

Der Rest des Weges war noch einmal ein kleiner Hügel zu erklimmen, wobei man vorher noch um ein größeres Wildgehege herumgehen musste. Was überraschend leer war (oder die Tiere waren gut versteckt oder Ninjas oder sowas).

Aber auch diesen Hügel erklommen wir langsam aber stetig.

Und kurz darauf konnte man dann Remagen sehen und die Apollinariskirche, welche am nördlichen Rand der Stadt liegt.

Hier haben wir noch einmal einen kleinen Stop gemacht und die Reste Wasser getrunken und den letzten Müsliriegel gegessen. Um dann auf unseren Erzfeind beim Wandern zu treffen: Den Treppen!

Sagen wir mal so: EU Normhöhe hatten die nicht.

Die Wallfahrtskirche wurde durch einen Kölner Dombaumeister erst im 19. Jahrhundert erbaut und sieht vielleicht auch daher so sauber aus.

Was auch spannend ist: Die Kirche hat einen eigenen, kleinen Weinberg.

Und interessierte dieser allerdings noch nicht, Wein hatten wir auch genug zu Hause. Also ging es dann weiter hinab zum Rhein und die bereits am Anfang genannte Bundesstraße 9.

Diese musste dann nur noch unterquert werden, um zum Bahnhofsparkplatz zu gelangen. Man merkt, dass man wieder in der Zivilisation zurück war – war sehr ungewohnt wieder Menschen zu sehen.

Auch wenn die hier Einhörner-Mülleimer haben, so richtig sauber sah das hier alles nicht aus.

Aber wir haben auch nicht viel Zeit investiert, um Remagen weiter zu erkunden. Einerseits war immer noch die Sache mit der Blase an Jens Hacke, andererseits hatte ja eh nix auf, wo man sich ein Kaltgetränk gönnen könnte.

Und zuletzt wollten wir auf dem Heimweg noch an einem Getränkemarkt in Bad Godesberg vorbeifahren, um ein paar schöne Biere einzukaufen. Was wir dann auch getan haben und diese (nach einer erholsamen Dusche) auf dem heimischen Balkon genossen haben.

Eine sehr coole, wenn auch etwas anstrengende, Etappe. Vielleicht werden wir die nächsten Etappen auch die nächste Zeit in Angriff nehmen, durch die Bahn ist es eigentlich recht einfach vom Ziel- zum Startpunkt zu fahren.

Wir werden sehen.

Statistik:

  • Gelaufen am 23.04.2021
  • Dauer 4:03 Stunden
  • 15,9 Kilometer mit 471 hm

(Karte von outdooractive.com/de/ / openstreetmap.org)


Nachtrag: In Zeiten von Corona haben wir, damit uns nicht die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt, Ende März 2020 dazu entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen. Dies bedeutete auch, dass wir uns für eine Abwechslung entschieden haben, die 1. spontan möglich ist und 2. uns nicht in die Nähe von Menschen bringt bzw. die Möglichkeit bietet, den gebührenden Abstand zu halten.

Beides haben wir durch spontane (beruflich wie wettertechnisch) Wanderungen gefunden, die wir hier bloggen wollen.

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