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Wanderung 2. Etappe RheinBurgenWeg Remagen – Bad Breisig

Sonntag, Sonne, Wandern! In weise Voraussicht (und durch die Wettervorhersage unterstützt) haben wir uns überlegt, zum zweiten Mal den RheinBurgenWeg zu bewandern. Und da uns der Gedanke an eine nicht eingehaltene Rehenfolge quasi körperliche Schmerzen bereitet, musste es natürlich die 2. Etappe sein. Diese war laut GPS Treck mit 16,5 Kilometern ok, obwohl die Blase, die sich Jens auf der ersten Etappe zugezogen hat, noch nicht so ganz verheilt ist.

Aber gut ausgerüstet mit Brötchen, Wasser, Rucksack und die Fersen prophylaktisch mit Blasenpflastern zuge … ähh … pflastert.

Wie bei der ersten Etappe sind wie auch heute zum Zielort mit dem Auto gefahren und wollten mit der Bahn zum Startpunkt der Etappe fahren. Also heute von Bad Breisig nach Remagen mit der Bahn und dann zu Fuß zurück.

Allerdings nicht mit dem ICE, der durch den Bahnhof rauschte.

Für uns ging erst einmal zum Automaten, wobei man hier sogar zwei zur Auswahl hatte: Den von der deutschen Bahn und den von der Mittelrheinbahn.

4 Euro pro Person ärmer ging es auf den Bahnsteig. Noch frohen Mutes und natürlich mit Maske.

Pünktlich fuhr der RE5 nach Wesel ein, diesmal ein neuer Siemens Desiro HC – dem Zug für den gerade in der Entstehung befindlichen Rhein-Ruhr-Express. Passenderweise betrieben durch den Anbieter „National Express“, der keinen Automaten hier hatte …

Schon fast schade, dass wir nach 9 Minuten wieder aussteigen mussten – die Doppelstockwaggons sind schon bequem und man kann schön rausschauen, während es durch das Rheintal geht.

Aber wir wollten ja wandern gehen. Und so standen wir wieder schnell wieder am Bahnhof in Remagen und gingen über den Park & Ride Parkplatz, auf dem wir 2 Wochen zuvor schon standen.

Der RheinBurgenWeg verläuft hier mehr oder weniger direkt am Bahnhof vorbei, also ging es wieder durch die vom letzten Mal bekannte Unterführung und … bergauf.

Warum ist das eigentlich immer so? Das Bild unten zeigt, wie steil es die ersten 1,5 Kilometer war – der Weg führte nämlich aus dem Rheintal heraus in westlicher Richtung durch eine Gegend mit vielen Einfamilienhäusern. Und, wie gesagt, eine steile Straße hinauf.

Schon schöne Ausblicke zum Rhein hat es hier – dementsprechend werden aber auch die Preise für Häuser sein.

Und wenn man hier wohnt, wird man auch mit Sicherheit fit und sportlich bleiben. Oder immer mit dem Auto fahren.

Hier lacht Meike noch, sie wusste auch zu dem Zeitpunkt nicht, dass hier gerade mal die Hälfte des Anstieges geschafft war.

Irgendwann verließen wir Remagen und es ging über eine kleine Wiese mit einem letzten Haus daneben durch ein kleines Waldgebiet. Kurz danach kamen wir an dem schon lange nicht mehr genutzten Ausflugscafe und Hotel Waldburg vorbei.

Hier war auch das einzige Mal, dass wir eine Wegmarkierung nicht gefunden haben. Grund war, dass sie irgendjemand abgerissen und in die Ecke geworfen hatte – Idioten.

Aber dank GPS ist uns das schnell aufgefallen und die weiteren Schilder waren dann wieder gut zu finden.

Oben auf der Ebene angekommen führte der Weg dann entlang eines kleinen Waldlehrpfades. Schön und abwechslungsreich. Und, wie oft bei solchen touristischen Wegen, die auch für ältere Wanderer oder Kinder geeignet sind, auch sehr einfach zu gehen.

Schöne Blicke in die Landschaft waren gratis dabei.

Nach guten 5 Kilometern kam dann der Ort Bad Bodendorf in Sichtweite – der erste Teil der Etappe war damit absolviert.

Wir haben uns diesmal entschieden, relativ genau auf Pausen zu achten und mindestens alle 30 Minuten eine Trinkpause einzulegen. Und alle 4 Kilometer eine Esspause. Im Nachhinein war das eine sehr gute Entscheidung, denn normalerweise tendiere wir dazu, zu schnell zu gehen.

Bad Bodendorf nennt sich auch „das Tor zum Ahrtal“ und ist ein sehr schönes Dörfchen.

Hier führt auch die Ahrtalbahn durch – wir (und der Wanderweg) kreuzten nur die Bahnstrecke und gingen weiter zurück in Richtung Ahr und dann nach Sinzig.

Das doch mit eher steilen Hängen „gesegnete“, weil für die Weinreben passende, Ahrtal weitet sich hier zu einer breiten Talsohle – bei dem sonnigen Wetter sehr schön mit den gelben Rapsfeldern unter dem blauen Himmel

Und dem netten Wunsch an diesem Maibaum schlossen wir uns gerne an!

An dieser Stelle mussten wir dann die Hauptstraße überqueren, was angesichts einiger Sonntagsfahrer (unter anderem eine Gruppe Porsche-Fahrer, die sich … sehr Porsche-Fahrer-artig verhielten und auf offener Straße wenden wollten) schwieriger als gedacht war. Ging dann aber, nachdem uns freundlicherweise ein Autofahrer rübergelassen hat.

Nach ein paar Metern kamen wir an die Ahr und dort dann gleich auch zu einem kleinen Tierpark. Hier waren sehr, sehr viele Menschen. Schon fast ungewohnt viele Menschen in diesen Zeiten.

Auf Abstand wurde hier weniger geachtet, was auch daran lag, dass einige Radfahrer hier fuhren obwohl dies eigentlich nicht erlaubt ist, wodurch man immer recht gedrängt gehen musste.

Aber die Familien und Gruppen konzentrierten sich bei den Tieren und so war nach den Gehegen dann wieder mehr Ruhe angesagt. Wenn man den Radfahrern ausweichen konnte.

Über die Ahr und nach ein paar weiteren Metern kamen wir dann nach Sinzig rein und hier waren auch schon wieder 4 Kilometer rum, also Zeit für eine Pause.

Gibt schlechtere Orte für eine Pause …

Nachdem ein Brötchen gegessen war, führte der Weg weiter durch Sinzig bzw. kleinere Vororte der 17.000 Einwohner Stadt.

Sinzig ist eine von fünf deutschen Städten, die den Beinamen Barbarossastadt trägt, was bedeutet, dass der Stauferkaiser in Sinzig einen Aufenthalt hatte. Was touristisch sehr offensiv verwendet wird.

In Sinzig selber sind wir dann relativ schnell durchgegangen – obwohl es hier vermutlich auch das eine oder andere zu sehen gibt.

Hier endet übrigens auch ein anderer Wanderweg, auf dem wir schon einmal gegangen waren: Der Ahrsteig.

Eines der bekanntesten Gebäude der Stadt ist das Schloss Sinzig, was eigentlich „nur“ eine 1854 erbaute Villa und kein Schloss ist. Letzters wurde 1689 von französischen Truppen in Brand gesetzt. In der Villa ist heute das Heimatmuseum untergebracht – wir sind aber gleich weitergegangen.

Die Villa hat übrigens beim Erdbeben von Roermond 1992 starke Schäden erlitten, die teilweise heute noch nicht repariert wurden.

Nach Sinzig (was ja am Rhein liegt) ging es natürlich wieder bergauf. Irgendwie immer das gleiche Muster auf dem Weg: Eine Stadt am Rhein, dann bergauf, auf dem Plateau durch einen Wald, hinab zur nächsten Stadt. Und dann von vorne.

Wir haben den Aufstieg an dieser Stelle mit einer Apfel-Essen-Und-Wasser-Trinken-Pause gefeiert.

Irgendwie, so kam es uns zumindest vor, waren die Bänke zwar nicht so selten wie bei den Bergischen Streifzügen, aber es gibt auch hier Strecken, wo es wenig Bänke hatte. Also muss man sie nutzen, wo es nur geht.

Der RheinBurgenWeg ist hier übrigens auch Teil des Europäischen Fernwanderweges E8. Dieser führt aktuell tatsächlich von Irland bis zur polnisch-ukrainischen Grenze. In der Zukunft soll dieser Weg bis nach Istanbul gehen und hätte dann eine Länge von etwa 7.500 Kilometern.

Wir haben es dann doch etwas kürzer gehalten und sind einfach nur zurück zum Auto in Bad Breisig gegangen.

Im Wald tauchte dann auf einmal dieses Marienbildnis auf. Warum es da steht: Keine Ahnung.

Der Weg führte auf jeden Fall noch auf einen kleinen Hügel hinauf. Auf dem Weg überholten uns 3 Radfahrer, wobei einer von den dreien sehr hörbar sein E-Bike Akku hinzuschalten musste. Was wir dann kommentiert haben. Und unser Kommentar hat dann die anderen beiden fast vor Lachen zum Sturz gebracht.

Im weiteren sollten wir die drei noch einmal treffen – wir haben uns dann dabei erkundigt, ob der Akku noch genug Saft hat. Hatte er …

An dieser Stelle hatten wir nicht besonders viel Abwechslung, der Weg führt mehr oder weniger durch den Wald. So nutzten wir die Aussicht an dieser Bank für eine kurze Pause.

Und dann weiter durch den Wald – nicht viel Abwechslung. Dafür hatten wir uns auch auf eine gute Geschwindigkeit eingependelt und keine Probleme mit der Distanz, dem Wetter und unseren Beinen. Schönes Wandern halt.

Kurz bevor es wieder nach Bad Breisig hinab ging, machten wir noch an einem kleine Ausblick in Richtung Eifel Rast.

Ab und zu gab es auch diese bequemen „Liege-Bänke“ – diese hier war, als wir ankamen, allerdings belegt. War vermutlich auch gut so, denn man kann da sehr, sehr gut drauf einnicken. Und irgendwann wollten wir ja auch mal ankommen.

Rund um Bad Breisig gibt es einen sogenannten Märchenwanderweg. Alte Wander-Regel: Wo viele touristische Wege sind, gibt es auch immer einen guten Ausblick.

Stimmt! Schöner Ausblick ins untere MIttelrheintal.

Naja, so langsam war es dann auch genug und der Weg ging dann auch unter in den Ort. Analog zur ersten Etappe kamen auch hier unsere alten Erzfeinde vor: Die Treppen!

Kurz nach dieser Stelle ging es dann an der Römer Therme in Bad Breisig entlang. Was von außen übrigens recht runterkommen aussah. Reingegangen wären wir aber trotzdem, wenn sie denn auf gehabt hätten.

Der letzte Kilometer in Bad Breisig hatte den Charme eines Industriegebietes, abgesehen von einem schönen China Restaurant mit lokaltypischer Deko.

Und dann war auch schon der Bahnhof erreicht und damit war diese Etappe geschafft.

Sehr schöne Etappe, die wir überraschend gut verkraftet haben. Ab und zu gab es schöne Streckenabschnitte, ab und zu aber auch lange Strecken sehr unspektakulär durch den Wald. Mal schauen, wann wir die dritte (und längste) Etappe in Angriff nehmen – vielleicht teilen wir uns auch die Strecken etwas anders ein.

Mit dem Auto waren wir dann auch schnell wieder zu Hause.

Statistik:

  • Gelaufen am 09.05.2021
  • Dauer 3:56 Stunden
  • 17,0 Kilometer mit 359 hm

(Karte von outdooractive.com/de/ / openstreetmap.org)


Nachtrag: In Zeiten von Corona haben wir, damit uns nicht die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt, Ende März 2020 dazu entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen. Dies bedeutete auch, dass wir uns für eine Abwechslung entschieden haben, die 1. spontan möglich ist und 2. uns nicht in die Nähe von Menschen bringt bzw. die Möglichkeit bietet, den gebührenden Abstand zu halten.

Beides haben wir durch spontane (beruflich wie wettertechnisch) Wanderungen gefunden, die wir hier bloggen wollen.

Ein Kommentar

  1. M4 M4

    Das schaut nach einer schönen Etappe aus!

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