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Von Helsinki via Stockholm nach Oslo und ein ungeplantes Wiedersehen

Der Wecker klingelte unverhältnismäßig früh. Aber irgendwie wollten wir an diesem Tag kein Risiko eingehen, denn die erste Flugreise war ja eher nicht so gut gelaufen. Also schnell auschecken und mit den letzten 3 Stunden auf der 72h Karte ab zum Hauptbahnhof.

Mit dabei unser neuer Koffer mit den neu gekauften Klamotten. Von denen einige schon wieder reif für die Wäsche waren. Schon alleine deswegen hofften wir wirklich, dass unsere Koffer bald bei uns sein würden.

Am Hauptbahnhof der vermutlich übliche Montag-Morgen Verkehr. Für diejenigen, die zum Flughafen fahre wollen, bieten sich hier zwei Möglichkeiten: Die Linie P, die links herum zum Flughafen und zurück zum Hauptbahnhof fährt oder die Linie I, die das gleiche rechts herum macht. Für uns fiel die Wahl auf die Linie P einfach, weil … wir an der Seite vom Hauptbahnhof standen.

Und auch hier, wie gestern, fanden wir: Bahnfahren macht Spaß. Sauber, schnell, bequem und mit genügend Platz.

Und schnell was das Teil auch, denn mit 120 km/h ging es die halbe Stunde zum Flughafen Helsinki-Vantaa.

Schöner Flughafenbahnhof – da gibt es schon hässlichere Exemplare.

Wobei man hier auch Beton-Architektur mögen muss. Oder Rolltreppen (Gruß an Uwe!).

Die Aufzüge sahen hier auf jeden Fall eher wie ein Hochregal aus.

Aber der Flughafen ist ein sehr schöner, wird im Jahr von über 12 Millionen Passagieren benutzt und ist das Drehkreuz von Finnair.

Wir dagegen sind ja (noch) mit SAS unterwegs und fanden uns dann am SAS Plus Schalter ein. Wo vor uns ein Panda mit seiner Betreuerin eincheckte.

CheckIn ging schnell, der eine Koffer wurde aufgeben und wehe, wenn der jetzt auch noch nicht ankommt. Lieber nicht daran denken.

Der Flughafen war mit der Holzdecke echt schön. Bislang einer der schönsten Flughäfen, die wir je gesehen haben.

Security war kein Problem. Es ist hier sogar so, dass man nicht mal mehr die Elektronik aus dem Rucksack nehmen muss, die Scanner können das hier. Nicht wie in Deutschland, wo man alles auspacken und hinterher wieder einpacken muss.

Kurzer Halt beim Duty Free, wobei die Preise hier ähnlich denen im Land selber eher … ambitioniert waren.

Also lieber, Star Alliance hat hier keine Lounge, etwas durch den Terminal schlendern und Dinge anschauen.

Am Gate stand dann schon alles bereit und wir suchten uns einen schönen Sitzplatz, wo wir bis zum Boarding was Zeit verbringen konnten.

Und dabei ein bisschen Planespotting betreiben konnten.

Glücklicherweise waren wir Group 1, also nix mit „Kein Carry-On“ für uns.

Boarding ging dann die Treppe runter und über das Vorfeld zum Flieger. Mit einem weiteren Blick auf diese schönen Propeller-Flugzeugen von Finnair.

Für uns ging es zu einem weißen, unscheinbaren CRJ-900 von SAS.

Wo wir in der zweiten Reihe unsere Sitzplätze einnahmen und uns kurz über die Passagiere hinter uns ärgerten, die mit ihren vielen Koffern und Taschen einfach auch das Gepäckfach über unseren Plätzen vollgepackt haben. Mitdenken und auf andere Rücksicht nehmen war keine Kernkompetenz der Amerikaner. Denn da kamen die beiden her.

Egal – die eine Stunde nach Stockholm, wo wir umsteigen würden, kann der Rucksack auch unter den Vordersitz gelegt werden. „Boarding completed“ und ab ging es.

Steigflug, Wasser und ein Snack, Sinkflug und schon waren wir in Stockholm. Zum Gate ging es an einer Maschine von Thai Airlines vorbei, die uns immer an den Rückflug 2021 erinnert, als wir nach dem Taifun über diesen Flughafen nach Hause geflogen waren.

Heute ging es über eine Treppe zum Terminal und zu unserem Umsteiger nach Oslo.

Ein kurzer Besuch in der SAS Lounge war dann aber doch drin. Immerhin war jetzt Zeit fürs Mittagessen und hier gab es ansprechendes Essen. Auch wenn wir etwas warten mussten, denn es wurde gerade umgebaut vom Frühstück auf das Mittagsbuffet.

Schöne Lounge, auch wenn wir es hier immer recht voll finden. Und die Toiletten sind immer etwas verwirrend, weil Waschbecken sowohl in jeder Toilette als auch außerhalb der Toiletten sind. Macht ja für „ich will mir die Hände waschen“ Sinn, aber sonst …

Naja, egal – zum Gate ging es dann ein paar Schritte, was an solchen Reisetagen gut ist, denn hier wird unser Schnitt an Schritten immer gedrückt. Am Ende kamen wir aber auch heute auf über 10.000 Schritte.

Am Gate dann das übliche Gewusel von Vordränglern, Leuten die nicht wissen wo sie hin sollen und genervten Menschen, die einfach nur ankommen möchten.

Wir stellten uns an eine Seite und beobachten einfach nur. Spannend war ein Herr vom Flughafen, der nach einem nicht so wirklich ersichtlichen System diese Absperr-Pöller von links nach rechts räumte.

Naja, egal – irgendwann begann das Boarding und zu unserer Überraschung konnten etwa 80% der vorne stehenden Menschen nicht boarden, weil ihre Gruppe noch nicht aufgerufen wurde. SAS achtete bislang eigentlich eher nie darauf, insofern eine angenehme Neuerung.

Im A319 ging es dann schnell zu unserem Platz, strategisch günstig gelegen. Denn wir konnten schauen, dass unser Koffer auch wirklich im Bauch des Flugzeuges verschwand.

Ab diesem Zeitpunkt waren wir guter Dinge, dass wir wenigstens die in Helsinki und Tampere gekauften Dinge in Oslo zur Verfügung haben werden.

Unsere Buchungsklasse war ja SAS Plus, also die Premium Economy von SAS: Was bedeutet: Man sitzt vorne und bekommt was zu Essen. Mehr nicht. Der Sitzabstand ist überall gleich. Also gleich wenig.

Aber für die weitere Stunde war das alles kein Problem und schon landeten wir in Oslo.

Hier kam nun einer von Jens seltenen Momenten, in denen er eine gute Idee hat: Auf der Gepäckverfolgungsseite haben wir ja gesehen, dass unsere Koffer von Düsseldorf nach Oslo transportiert werden sollen. Auf einer seiner Travel-Apps hat Jens dann gesehen, dass etwa 25 Minuten vor unserem Flug von Stockholm nach Oslo die SAS Maschine von Düsseldorf landen sollte.

Also sagten wir uns beim Aussteigen „Ach, lass doch mal schauen, ob da nicht unsere Koffer mitgekommen sind. Vielleicht sind sie ja sogar auf dem Gepäckband des Fluges aus Düsseldorf. Hahahahaha!“ Daran geglaubt haben wir nicht wirklich.

Das Gepäck aus Stockholm sollte an Band 2 ankommen. Das aus Düsseldorf nebenan an Band 1, was von Band 2 mit einer Mauer getrennt war.

Und als wir um die besagte Mauer herum gucken, was sahen wir da alleine auf dem Band seine Runden drehen?

UNSERE KOFFER!

Meike schnappte sie sich gleich, denn was man einmal hat, das hat man! Mit den beiden Koffern gingen wir dann wieder zu Band 2, um unseren neuen Koffer entgegen zu nehmen. Und Jens stattete dem „Baggage handling office“ einen Besuch ab, um dort zu fragen, ob es ok wäre, wenn wir unsere Koffer mitnehmen. Denn eigentlich hatten wir ja angegeben, dass sie zum Hotel geliefert werden sollen und so stand es auch auf den Banderolen.

Aber die Norwegerin am Schalter tippte kurz was in den Computer und meine nur „it´s ok, take your bags“. Und da inzwischen auch der neue Koffer seine Runde auf dem Band drehte waren wir ab jetzt im Besitz aller drei Koffer!

Vom Transport alles jetzt etwas schwierig, vor allem bei den bevorstehenden Bahnfahrten. Aber wir waren glücklich unsere Sachen wieder zu haben, alle Hemden, Hosen, Schuhe, Zahnbürsten, Medikamente und sonstigen Dingen.

Unnötig zu erwähnen, aber wir hatten extrem gute Laune auf dem Weg zum Flughafenzug.

Sogar die drei Chinesen (ohne Kontrabass, dafür mit riesigen Koffern), die uns den Weg auf einer Rolltreppe versperrten und uns fragten, ob dieser Zug nach Oslo fährt (yes, Oslo Central Station!) konnten dem nix anhaben.

Der Flytoget verbindet die Innenstadt mit dem Flughafen Gardermoen in etwa 20 Minuten. Gepäck kann man sowohl direkt am Eingang als auch in Gepäckfächern deponieren und für unsere 3 Koffer war genug Platz.

Und auch hier. Sauber, bequem, schnell und sogar etwas stylisch.

Und … schwupps … waren wir am Hauptbahnhof Oslo S.

Im Gegensatz zu sonst – und wir schreiben das unserer guten Laune zu – fanden wir auf Anhieb den richtigen Ausgang und konnte über eine Brücke direkt zu unserem Hotel gehen.

Wo wir direkt einchecken konnten und noch kurz Bescheid geben konnten, dass wir kein Gepäck mehr erwarten. Das hatten wir nämlich vorher angekündigt für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Koffer vor uns ankommen würden.

Mit einem interessanten System ging es mit dem Aufzug zu unserm Zimmer und wir konnten endlich ankommen.

Kein Einkaufen planen, keine „Wo sind unsere Koffer“ Bedenken, keine Anrufe bei der Hotline mit verwirrenden Aussagen – der Urlaub begann jetzt endgültig!

Und: Blick auf den Bahnhof für Jens inklusive. Velkommen til Oslo!

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