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Entspannung in Analipsi bis zum Abflug

Was macht man nach einer Weintour? Also wenn man die reisende Teufelin und der reisende Teufel ist? Richtig, mehr Wein trinken!

Ehrlich gesagt hatten wir auch überlegt nicht mehr raus zu gehen und auf dem Bett liegend unsere Bäuche zu halten. Aber das Wetter und das Ambiente direkt vor dem Hotel zwangen uns quasi wieder raus.

Die Hochzeitsfotos haben wir übrigens nicht „gecrashed“, wobei die ihren Champagner relativ unbeaufsichtigt haben stehen lasen. Muss man aber auch mögen so ein Aufwand für ein paar Fotos, wobei: (Hopefully) once in a lifetime! Wünschen wir den beiden zumindest.

Ach ja … 😉

Wie gesagt: Umgebungsabhängig stellte sich dann auch Appetit ein, Hunger war es auf keinen Fall. Also gingen wir die Straße / Promenade von Analipsi einmal rauf und wieder runter und suchten das Restaurant aus, wo am wenigsten Briten saßen. Leider war es hier sehr laut und auch ansonsten eher so in die Richtung eines Restaurants nach dem Motto „Sieht schick aus, kann aber nicht viel!“

Die Ceviche, die für Jens ungefähr 75% Teil seiner Begründung war, warum er hier rein wollte, war noch ganz ok. Blüten sind anscheinend hier die neuen Chilifäden: Schmecken nach nix, sehen aber gut aus.

Das Thunfisch-Tataki war auch ok … oh, Chilifäden! Naja …

Meike hatte schon vorab verkündet, dass sie Lust auf was Herzhaftes hatte, auch um im Magen etwas Material zur Aufnahme der nächsten Weinflasche, die wir gerade bestellt hatten, zu schaffen. Leider was das Gyros entweder sehr fettig oder sehr trocken – keine Ahnung, wie man sowas hinbekommt. Die Pommes waren dagegen noch nicht ganz fertig frittiert und das Tsatsiki war sehr dünn. Schade.

Jens orderte, teilweise in Erinnerung an Santorini und das Restaurant Avocado, eine ganze gegrillte Dorade. Abgesehen von den gleichen Pommes-Problemen war der Fisch wirklich hervorragend.

Die Musik und die anderen Gäste machten aber eine Unterhaltung sehr schwierig. Die Handwerker, die schräg hinter uns anfingen irgendwelche Dinge zu reparieren halfen da auch wenig. Da konnte es das Eis auf Kosten des Hause auch nicht mehr rausreißen, das war das schlechteste Essen des Urlaubs. Und der hatte Sandwiches von Tesco.

Gut, wem es gefällt – und das waren nicht wenige an diesem Freitag Abend – soll hier hingehen. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech.

Kurzer Stopp im Supermarkt, größtenteils aus Neugierde.

Ein Fehler in der Matrix: Sprite in Orange!??!??!?! Und dann noch nicht einmal konsequenterweise eine Fanta in Grün …

Die grenzdebil grinsenden Esel ließen wir auch hier, haben ja zwei zu Hause.

So ging der Abend dann zu Ende, denn wir hatten nun wirklich eine Bettschwere erreicht und machten uns auf in unser Zimmer.

Den nächsten Tag hatten wir ursprünglich geplant in den Osten der Insel zu fahren. Da wir aber die letzten Tage so viel unterwegs waren, machte wir etwas, was wir selten tun: Am Pool abhängen!

War auch ganz nett, bis auch hier die Musik (Eurodance, laut, mit schnerzenden Boxen direkt hinter uns) einsetzte. Scheint hier allgemein so zu sein, dass man Musik zur Entspannung haben muss und sich nicht unterhält. Gut, wir hatten unsere Noise Cancelling Kopfhörer dabei, da ging es schon. Aber das hatten wir uns doch anders vorgestellt.

Nach einer kleinen Runde im erfrischenden Pool legten wir uns wieder etwas hin und machten einen Fehler. Nein, nicht das gute Easy IPA (weil recht wenig Alkohol), sondern die Beine, die Jens in die Sonne legte, wie man hier sehen kann.

Die Sonne, wie man hier sehen kann, kam nämlich herum und so lagen selbige Beine in selbiger Sonne. Was zum Zeitpunkt, zu dem dieser Artikel geschrieben wird, als Resultat in eine neue Hautschicht an Jens Beinen führt. Fieser Sonnenbrand auf dem Spann und den Schienbeinen.

Als Jens das gemerkt hat, ging er dann aufs Zimmer. Meike musste aber noch mit den Füßen ins Wasser am Strand, ist ja quasi eine Regel in unseren Urlauben.

Ein kleines Schläfchen später stand uns aber der Sinn nach etwas mehr Unterhaltung. Da wir auf dem Weg zum Bus vorgestern den Hinweis auf die Übertragung des Spiels FC Bayern München gegen den 1.FC Köln gesehen haben, dachten wir uns: Ach, da gehen wir mal hin.

Was wir nicht bedacht haben: Unter den vielen Briten, die wir gestern gesehen haben, hatten wir auch ein paar mit schottischem Akzent gehört. Und vor dem Spiel der Bundesliga gab es auch den letzten Spieltag in der ersten schottischen Liga zwischen den Hearts of Midlothian und Celtic Glasgow. Erster gegen Zweiter.

Sagen wir mal so: Es war Stimmung in der Bude, erst Recht nachdem Celtic in der 84. Minuten in Führung gegangen ist, womit sie die Hearts von der Tabellenspitze abgelöst haben.

Aus irgendwelchen Gründen saß vorne ein Leeds United Fan und da war noch Platz, also setzte wir uns da hin und genossen die Stimmungsschwankungen der Schotten. Es waren nämlich viele Celtic Fans, etwas weniger Hearts Fans und ein paar versprenkelte Dundee United und Glasgow Rangers Fans da. Und wir und ein paar Griechen, die sehr viele neue blumige Worte für den jeweiligen Gegenspieler lernten.

Aber es sind eben auch Schotten und so viele Idioten es da auch gibt: Die Siegerehrung wurde mit einem Gruppenfoto aller Celtic Fans festgehalten. Im Hintergrund ein Hearts Fan, der sein Trikot reinhalten durfte. Und das Foto wurde vom Glasgow Rangers Fan gemacht.

Bei der Bundesligaübertragung war es dann etwas ruhiger, wir versuchten dem Chef noch die Funktion der „Konferenzschaltung“ nahe zu bringen, was erst nach ein paar Versuchen gelang. Hinter uns saßen ein Dortmund Fan und seine Frau, die aus Bremen kam – beide also in ähnlicher Konstellation unterwegs wie wir.

Es war nun ruhiger, die Platzierungen in der Bundesliga waren ja eh relativ klar bis auf den Abstiegskampf. Und so war das aufregendste am ganzen Spiel die Situation, als fünf Reisebusse direkt vor der Kneipe aneinander vorbei wollten.

Als Bundesliga durch war, wollten wir gerade bezahlen, als der Chef des Ganzen meinte „Now time for my sport!“ und Golf anmachte. Es hat sich herausgestellt, dass er tatsächlich ein ehemaliger griechischer Meister in seiner Altersklasse ist. Und nachdem Jens sich mit ihm kurz ausgetauscht hatte bot er ihm an, ob sie nicht morgen eine Runde spielen sollten. Da er aber auch beim Bild des Old Course in St. Andrews meinte, dass er da schon mehrfach gespielt hätte (!!!) hat Jens dankend abgelehnt und konnte glücklicherweise den Rückflug als Grund vorschieben. Und nicht sagen, dass der Golfplatz mit Sicherheit hätte renoviert werden müssen, wenn er da herumgehackt hätte.

Abschluss dann in der Gastrobar des Hotels, wo Samstag Abend eine Liveband aufspielte, was für uns sehr viel angenehmer war als der DJ.

Zu Essen gab es auch dieses Mal, Tradition und so, mehrere Vorspeisen wie Tintenfisch in Fava-Püree und einer sehr leckeren und öligen Sauce.

Capacchio musste natürlich auch wieder sein, dieses Mal von der Dorade.

Und ein letzter gebratener Fisch auf Couscous mit Kräutern und Gemüse.

Aus welchen Gründen wir dann noch eine Flasche Wein (gut, Jens hat sie bestellt) geordert haben … keine Ahnung. War angesichts des drohenden Taxis um 4 Uhr morgens auch wirklich keine gute Idee. Aber nachher ist man ja immer schlauer.

Und so ging unser Kurzurlaub auf Kreta zu Ende – war sehr schön, teilweise etwas zu laut, zu party-lastig, aber mit gutem Essen, schönem Wetter, fast nur netten Griechen und schönen Erinnerungen. Also über den Sonnenbrand hinaus …

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