Sehr früh hieß es für Jens: „Aufstehen“. Per Signal hatte sich Meike schon gemeldet und sich ihrerseits auf den Weg zum Flughafen Köln/Bonn gemacht.
Die Idee war, dass wir uns beide am Flughafen in Gatwick treffen würden und von dort zu unserem private gebuchten Hotel in Canary Wharf fahren würden.
Also hieß es für Jens: Auschecken, Rechnung bezahlen (darauf achten, dass der Arbeitgeber genannt wird, damit das Geld zurück kommt) und dann mit dem Bus nach St. Pancars und der Thameslink quer durch London zum Flughafen.
Meike hatte in der Zwischenzeit eingecheckt und flog pünktlich mit der Eurowings ab.
Da nur 20 Euro teurer, aber mehr Punkte bringend: Ganz vorne in der „Business Class“ von Eurowings.
Zu Essen gab es daher auch kurz nach dem Start was während draußen die Landschaft vorbei zog.
Jens kam in der Zwischenzeit am Flughafenbahnhof an.
Meike befand sich zu dem Zeitpunkt, dank Flightradar24 unter völliger Beobachtung, irgendwo über Belgien.
Und dann auch schon über England
Gatwick ist ja gar nicht mal so klein und mit über 43 Millionen Passagieren pro Jahr nach Heathrow der zweitgrößte Flughafen der UK.
Für Meikes Flugzeug gab es aber trotzdem einen Grund mal einfach daran vorbei zu fliegen.
Gut, lag vermutlich am Wind und der Landerichtung, denn kurz danach konnte „Touchdown“ vermeldet werden.
Jens hatte in der Zwischenzeit auch den Ausgang gefunden, durch den Meike vermutlich kommen müsste. Was etwas schwieriger war, denn es gibt zwei recht weit auseinander liegende Terminals und im Nord-Terminal auch zwei Ausgänge.
Und doch viel schneller wie gedacht stand Meike vor ihm. So schnell, dass das präparierte Abholschild gar nicht so richtig zum Einsatz kam.
Bis Mittwoch würden wir jetzt in London bleiben, um die Umgebung etwas erkunden zu können, hatten wir einen BritRail Pass, genauer den „Greater London Pass“ gekauft. Dieser gilt für alle Züge der britischen Eisenbahn (inklusive Thamselink und Elizabeth Line bzw. Heathrow Express) rund um London.
Und zu unserem Hotel in Canary Wharf fährt passenderweise auch die Elizabeth Line, für die olympischen Spiele erbaut, hin.
Am Bahnhof Farrington hieß es dann „Umsteigen“ …
… und ab ins Tiefgeschoss, denn die neue Bahn verläuft sehr tief unter der Erde Londons.
Und ist unglaublich groß: Mehr als 243 Millionen Passagiere (!) werden hier befördert.
Der Weg von der Haltestelle zu unserem Novotel war dann überraschend lang (etwa 15 Minuten), was durch die kaputten Rollen an Jens Trolly (die hatten die Kopfsteinpflaster Brüssels auf dem Gewissen) und dem schweren Koffer, den Meike mitgebracht hatte, nicht einfacher wurde.
Canary Wharf ist ein Bürogebäudekomplex auf der Isle of Dogs im Londoner Stadtbezirk Tower Hamlets und befindet sich im Herzen der Docklands, dem ehemaligen Hafengebiet der britischen Hauptstadt. Hier stehen drei der höchsten Gebäude des Vereinigten Königreichs.
Einst war hier der Standort von Lagerhäusern inmitten der Docks – der Name leitet sich auch daher vom Seehandel mit den Kanarischen Inseln ab, der von hier aus abgewickelt wurde. Während des 19. Jahrhunderts lagen hier eben die West India Docks, einer der verkehrsreichsten Häfen der Welt. In den 1960er Jahren setzte der Verfall der Hafen- und Industrieanlagen ein. Nachdem im Jahr 1980 das letzte Dock geschlossen worden war, beschloss die britische Regierung im Jahr 1981 ein Programm, mit dem ein 21 km² großes Gebiet neu belebt werden sollte. Um das Projekt zu koordinieren, wurde die Entwicklungsgesellschaft „London Docklands Development Corporation“ gegründet. In den ersten Jahren ließen sich hier Betriebe der Leichtindustrie nieder, der größte Mieter in Canary Wharf war ein TV-Produktionsstudio. Nach und nach zogen aber immer mehr Mieter ein, es wurden immer mehr Gebäude gebaut und heute arbeiten hier über 80.000 Menschen und es leben knapp unter 20.000 Menschen hier.
Inklusive merkwürdiger Automaten …
Und inklusive einem Novotel, was wir dann etwas verschwitzt erreichten und im 27. Stock unser Zimmer bezogen.
Mit einem – trotz Kran – schönen Blick auf London.
Der echte Urlaub konnte beginnen! Mal schauen, was der Tag so noch bringt, denn mit einem Highlight sollte es gleich mal losgehen …



















