Wir hatten den ganzen Tag am Comer See ja nicht so richtig geplant, also außer der Route selber. Ob wir in Como noch zu Abend essen oder nicht wollten wir spontan entscheiden.
Und nach der Wanderung wollten wir schwitzend und staubig wie wir waren unsere Anwesenheit keinem Restaurant zumuten. Also gingen wir zu Fuß zum Bahnhof Como Lago, wo passenderweise gerade eine Regionalbahn in Richtung Mailand abfahrbereit stand. Einsteigen, Platz suchen und hoffen, dass die Klimaanlage funktionieren.
Was sie, trotz des sonst eher bedauerlichen Zustands des Triebwagens, tat. Um uns herum viele Pendler, ein paar Studenten und sonstige Leute auf dem Weg in die Stadt und keiner, absolut keiner trug Kopfhörer. Uns ist das noch nie so aufgefallen wie in diesem Urlaub, aber in dem Waggon wurde sich entweder lauf unterhalten oder man hörte laut TikToks oder sonstige Videos. Was im Falle der kurzen TikTok-Videos dazu führte, dass sich der Kontext auch andauernd änderte.
Wir merken, wir sind alt.
Die Fahrt nach Mailand dauerte etwa eine Stunde, ab und zu hielt der Zug an kleinen Bahnhöfen oder wir überholten eine S-Bahn. Je näher wir an Mailand kamen, desto „städtischer“ wurde die Umgebung.
Und irgendwann waren wir in Milano Bovisa Politecnoico, einem Knotenpunkt im nördlichen Mailand mit 8 Regionalbahn- und 6 S-Bahn-Linien. In einer dieser stiegen wir hier um, denn die bringen uns entweder zu unserer Straßenbahnlinie 27 oder zu einem der Busse, die zu unserem Hotel führen.
Ja, langsam haben wir den Dreh hier in Mailand raus, selbst so müde und fertig wie wir zu dem Zeitpunkt waren. In Boisa Politecnico wurden wir sogar von Gast-Studenten angesprochen, ob wir wüssten, mit welchem Zug sie in die Stadt fahren können. Wusste Jens natürlich … 😉
Weil es der erste Zug war, der kam, ging es passenderweise zum Ausgangspunkt unserer heutigen Bahnfahrt, nach Rogoredo. Die Züge heute waren, ausgenommen der Zug von Como Lago aus, alle pünktlich, sauber und sehr bequem. Und klimatisiert. Danke Trenord!
Was man auch von Mailand aus machen könnte, wäre mit einem Railpass Norditalien abzufahren, denn von hier aus fahren auch diese schmucken Züge des privaten Anbieters italo. Neben den nicht weniger schön aussehenden Frecciarossa Züge.
Naja, vielleicht beim nächsten Mal.
Der Bus lies leider etwas auf sich warten, was angesichts langsam wirklich müde werdender Beine (18.000 Schritte heute auf dem Tacho) doof war.
Aber dann kam auch die Linie 88 und etwa 20 Minuten später waren wir auf dem Hotelzimmer. Dieses verließ nur noch Meike, weil sie im Gegensatz zu Jens, der sich nur noch von Wasser, Cola und einem Schokoladenriegel ernähren wollte, was richtiges zu Essen haben wollte. Leider ohne Erfolg, denn heute gab es ein Grillfest im Hotel und die 40 Euro dafür wollte Meike nicht zahlen und der Automat hatte nur noch Süßigkeiten. Die Empfehlung der Rezeption auf den Hinweis das keine Sandwichs mehr da sind, war übrigens Uber eats.
Und so beendeten wir den Tag auf dem Hotelzimmer, schauten ein bisschen in unseren Streaming-Diensten und freuten uns die Beine nicht mehr benutzen zu müssen. Aber der Comer See war wirklich, wirklich eine Reise wert. Vielleicht nicht bei 34 Grad, aber auch so: Wirklich schön da!






