Wie im letzten Beitrag erwähnt hatten wir bei der Ankunft in Brunate die Schlange an der Standseilbahn gesehen, die alle für den Weg zurück nach Como anstanden. Komplett in der Sonne.
Darauf hatten wir eigentlich keine Lust und so sagte Meike die seitdem negativ verknüpften Worte „Ach komm, das gehen wir zu Fuß!“ Gut, zu ihrer Verteidigung ging es uns zu dem Zeitpunkt gut, der Weg sollte nur knappe 4 Kilometer sein. Und wir waren gut gelaunt, also … was soll schon schiefgehen.
Die ersten Meter waren auch angenehm zu gehen.
Der Ort schlief immer noch vor sich hin, was uns aber nicht weiter störte, sondern den Weg an der Straße entlang angenehmer gestaltete.
Dann ging es aber bergab, wortwörtlch!
Naja und dann begann eine in Google Maps dezent als „Treppe“ bezeichneter Abschnitt.
3 Kilometer lang. Nur Treppen, Steine und teilweise Wurzeln. Perfekt für Jens Sommerschuhe, bei denen sich in der Zwischenzeit die innere Einlage aufgelöst hat und somit die Stufen wirklich nicht angenehm werden lies.
Meike plagte hier ein etwas schlechtes Gewissen, weil es doch ihr Vorschlag gewesen war. Naja, aber ein Zurück gab es dann auch nicht mehr, denn hinauf wollten wir auch nicht mehr gehen.
Zu allem Überfluss sah man vom See fast gar nichts, der Weg war der vorher erwähnte Maultierpfad. Und die haben, im Gegensatz zu uns, nix gegen kleine Steine und Treppenstufen.
Hier und da erhaschte man einen Blick auf Como oder den See und erschreckte sich, dass es noch so weit ist.
Auch kleinere Häuser kamen hier und da zum Vorschein, was allerdings trügerisch war. Denn die Häuser hatten alle eine eigene Seilbahn oder eine andere Transportmöglichkeit. Selbst die Einheimischen gehen hier nicht zu Fuß hoch …
Zynischerweise hieß der Weg auch noch „Lyrik-Pfad“, für Gedichte hatten wir aber zu wenig Geduld.
Und irgendwann hörten dann die Treppen wieder auf und wir waren, nassgeschwitzt, müde und etwas von der Sonne verbrannt, in Como. Ach ja, außer einer Flasche Wasser hatten wir nichts dabei, was ehrlicherweise schon etwas dumm war.
Als erstes erblickten wir dann einen Brunnen, wo Trinkwasser floss. Dieses wurde dann gleich zum Trinken und Säubern genutzt, denn unsere Beine waren staubig und dreckig. Mückenstiche gab es auch einige, das war uns aber zu dem Zeitpunkt noch egal.
Prio hatte dann ein Kaltgetränk, möglichst mit Zucker. Passenderweise fanden wir gleich darauf einen Kiosk und kauften dort zwei Flaschen eiskalte Cola. Mit dieser setzten wir uns auf die nächste Bank an einer Bushaltestelle, ignorierten die Blicke der anderen und tranken still die kalte Cola aus. Unser Blick schweifte dabei immer wieder zum Ausgangspunkt unserer spontanen Wanderung, die man auf dem Berg ganz oben sehen konnte.
Im Nachhinein wäre das mit besseren Schuhen, mehr Wasser und mehr Pausen ein super einfacher und schöner Spaziergang gewesen. Bei 34 Grad und ohne gute Schuhe, etc. sowie dem Zeitdruck wird diese Wanderung in die „Naja, semi gute Idee“ Kategorie abgespeichert.














