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Von London nach Kreta in drei kurzen Flügen

Sicher, man kann einfach von A nach B fliegen. Vielleicht auch über C. Aber nicht wir! Da Jens einen schwarzen Gürtel in „günstige Flugtarife finden“ hat und wir außerdem diese Reise ja, neben dem Urlaub selber, auch zur Verlängerung unserer Aegean Star Alliance Status nutzen wollen, war die Hinreise … etwas komplexer.

Grundsätzlich haben wir den Flug nach Heraklion in drei Etappen gebucht, alle tatsächlich in Business Class (die günstiger als der direkte Flug London – Heraklion oder der Flug London – Athen – Heraklion in Economy war!): Von London nach München mit Lufthansa und dann von München via Athen nach Kreta mit Aegean. Zurück dann Heraklion – Athen – Düsseldorf in Economy. Für diese Flüge haben wir dann unsere Upgrade Voucher genutzt, die sogar für alle Teilstrecken eingelöst werden können. Vor uns liegen also 5 Flüge in der europäischen Business Class, die ja bekanntlich der Economy Sitz mit einem freien Mittelplatz ist. Aber es gibt auf jeder Strecke was zu Essen – verhungern war also keine Option.

Nachteil der Route: Der Flug von Heathrow nach München geht um 7:25 Uhr. Boarding beginnt also um 6:55 Uhr, Check-In schließt in Heathrow um 6:45 Uhr. Insofern waren wir etwas gestresst, als wir um 6 Uhr aus dem Hotel auscheckten und uns auf den Weg zum Bahnhof des Terminals 5 machten.

Der Heathrow Express, genau wie die Elizabeth Line, ist übrigens im Verkehr zwischen den Terminals kostenlos. Also stiegen wir in den bereiten Zug ein und … warteten.

Ein späterer Zug hätte es nicht sein dürfen und mit ein paar Minuten vor dem offiziellen Ende des Check-Ins konnten wir unsere zwei Koffer abgeben. Der Weg vom Bahnhof zum Terminal 2, dem „Queen´s Terminal“ von dem die Fluggesellschaften der Star Alliance abheben, war nämlich recht lange (ca. 10 Minuten im schnellen Fußmarsch).

Einfacher wurde es dann, denn unser Status erlaubte uns eine separater Security zu nutzen. Nicht das die normale Security wesentlich länger gedauert hätte, so früh war nämlich sehr wenig los.

Für eine Lounge, von der es hier doch einige gegeben hätte (unter anderem die super Air Canada-Lounge, die wir bei unserem Flug nach Halifax genutzt haben), war keine Zeit. Also ein wenig geschlendert und zum Gate mit uns.

Das Gate des Lufthansa-Fluges nach München (A24) war tatsächlich auch witzigerweise genau das, von dem aus wir 2022 mit Air Canada nach Halifax geflogen sind. Scheint unser Standard-Gate zu sein …

Rolltreppe runter, kurzes Anstehen weil im Flugzeug noch was erledigt werden musste und schon saßen wir in der A320neo der Kranich-Airline.

Wir üblich in Heathrow: Man macht eine richtige Sightseeing-Tour über das Vorfeld. Gut für Planespotter wie Jens, der ja immer noch wie ein kleiner Junge aus dem Fenster starrt und fasziniert die ganzen bunten Flugzeuge anschaut.

An einem Ende stand ein Flugzeug der Quantas, die vermutlich für den Flug QF10 nach Perth vorbereitet wird: Mit einer Blockzeit von 16 Stunden und 50 Minuten einer der längsten Flüge der Welt.

Auch andere Flugzeuge in alle Welt wurden vorbereitet.

Und dann hieß es „ready for takeoff“ und ab in Richtung Bayern.

Ach ja, Essen gab es auch. Ein überraschend leckeres Mousse und ok-er Aufschnitt. Aber als Frühstück mehr als ausreichend.

Die Stewards der Business Class waren heute morgen etwas albern und drückten sich gegenseitig Insider-Witze. Und vergaßen dabei Jens Kaffee. Und wie Jens ohne Kaffee ist, will man nicht wissen. 😉

Im Ernst: Kein Problem, der Service war gut, wenn auch nicht so wie bei unserem letzten Flug nach Edinburgh. Aber das war ja auch herausragend. Mit einem 100 Jahre Lufthansa-Schoki-Dingens begann der Anflug auf München.

Hmmm … ANA nach Tokyo? Warum nicht … ach, ein andern Mal …

In München kamen wir tatsächlich 20 Minuten zu früh an, weswegen wir hier in die Lounge gehen konnten.

Eine neue Kette mit witzigem Namen, uns stand aber der Sinn nach der Lounge und weniger nach Schlange-stehen.

Die Lounge an den Schengen-K-Gates ist sehr klein und funktional eingerichtet. Wir kamen eigentlich wegen der Weißwurst, leider gab es keine. Skandal eigentlich.

Nach Alkohol war uns noch nicht, dafür war es zu früh. Also gab es ein Wasser für Jens und ein alkoholfreies Weißbier für Meike. Und ein bisschen vom Buffet.

Und dann hieß es schon über eine SMS Nachricht von Aegean, dass das Boarding begonnen hatte. Gut für uns: In München gibt es einen separaten Eingang für Business Class und Gold-Member und so konnten wir uns an der Schlange vorbei schummeln.

Nicht, dass die sooooo lange gewesen wäre.

Nebenan eine Erinnerung, dass wir bald endlich mal wieder nach Wien müssen (ja und in ein daran angrenzendes Bundesland).

Aegean nutzt auf der Route von München aus eine etwas ältere Maschine. Die Beinfreiheit war … so semi. Und auch der Tisch war etwas schlief und auch sonst war es etwas unsauber.

Aber die Weinkarte machte alles wett, denn auf diesem Flug wollten wir dann zumindest kulinarisch und trinktechnisch nach Griechenland einreisen. Bevor wir es dann in knapp unter 3 Stunden wirklich tun würden.

Kurzes „Goodbye“ vom Ground Handler und ab geht es.

Kurz nochmal das Fernweh befeuert …

Und ab geht es in den Himmel Richtung Süd-Ost, über die Alpen, Italien und die Adria nach Athen.

Kurzer Blick auf die Q2-Surf-Town in München, sieht schon spektakulär aus!

Und dann wie üblich: Podcast oder Musik hören, lesen, rausschauen, Videos gucken und Essen.

Ach ja, in dem Flug waren natürlich die Gepäckfächer völlig überladen. Und natürlich kamen gerade die Passagiere in der Economy auf die Idee ihre großen Koffer in der Business Class zu deponieren. Ein Herr war besonders dreist und fing einfach an Meikes Rucksack umzusortieren und von uns weg in ein anderes Fach zu legen. Wir waren etwas zu perplex, um angemessen sauer zu regieren. Glücklicherweise war hinter uns ein griechischer Deutscher (Oder ein deutscher Grieche? Ein griechisch-deutscher Bayer?), der mit seinem Temperament gleich mal die Fronten klärte und dem Herrn sagte, er solle sich und seinen Koffer vom Acker machen.

Showtime für Aegean: Mittagessen!

Wir mögen das Essen bei Aegean ja immer recht gerne und wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht. Dazu ein schöner Xinomavro der Akarthos Newlands Winery für Jens und ein Assyrtiko für Meike – wir stimmten uns auch hier auf Griechenland ein.

Über das Wlan konnte man sich kostenlos die Flightmap auf dem Handy anschauen und so die vor dem Fenster vorbeiziehende Landschaft zuordnen – nettes Feature.

Und schon kam Griechenland, genauer Attika in Sicht.

Und die von oben immer noch beeindruckende Stadt Athen.

Die ließen wir rechts liegen, drehten eine Schleife am Flughafen vorbei und landeten mal, anders als sonst, von der nord-östlichen Seite.

Wie bei Aegean üblich, wenn man an einem Bus-Gate ankommt, gibt es einen eigenen Bus für die Business Class.

Macht vieles angenehmer, auch was die Nutzung der Klimaanlage angeht. Es war super warm.

Auch im Terminal das übliche Chaos, viele Touristen die umher irrten und generelle etwas stickige Luft. Auch wir mussten uns erst einmal orientieren und unseren Weg zur Lounge suchen, hatte uns der Bus doch am anderen Ende des Terminals ausgespuckt.

Aber nach einem kleinen Fußweg, so groß ist der Flughafen ja nicht, waren wir an der Aegean Lounge.

Die, leider wie so oft, völlig überfüllt war. Wir bekamen noch einen Platz an einem Hochtisch, den wir als wir die Lounge verlassen haben, gleich mal weiter vermittelten. Man merkt eben, dass Aegean alle Abflüge zu den Inseln bündelt und so natürlich alle für den Loungezugang berechtigten Personen auf einmal in selbiger Lounge hat.

Weil wir keine Lust mehr auf Lounge hatten, gut gegessen und getrunken hatten, machten wir uns auf den Weg zum Busgate. Ganz im Gegensatz zu unseren sonstigen Gewohnheiten.

Tja, hätten wir das besser mal gelassen, denn kurz nachdem wir am Gate ankamen, prasselten die Mails von Aegean ein.

Die Maschine, die heute zwischen Heraklion und Athen pendelte, ist mit einer enormen Verspätung von Kreta gestartet. Am Flughafen Heraklion existieren recht harte Einschränkungen für den Flugverkehr, was einer der Gründe ist, warum gerade ein neuer Flughafen gebaut wird – dazu aber später mehr.

Mit insgesamt 90 Minuten Verspätung kamen dann die ersten Busse, die uns zur kurz vorher gelandeten Maschine brachten. Wo wir erst einmal noch die Betankung abwarten mussten, was erstaunlich gut geklappt hat, trotz einiger Instagram- und TikTok-Heiopeis, die mit dem Handy vor dem Gesicht alles kommentierten. Und davon waren einige auf diesem Flug.

Irgendwann gab es dann einen Daumen hoch und wir konnten in den A321neo einsteigen.

Nach uns dann direkt auch noch ein paar Busse mehr, man versuchte wirklich alles den Abflug so schnell wie möglich zu ermöglichen.

Uns egal: Wenn wir sitzen, sind wir schon einmal zufrieden.

Apropos TikTok-Heiopeis, diese Gruppe in Jogginghosen war besonders merkwürdig. Wir zitieren ja Karl Lagerfeld ungerne aber mit dem Spruch „Wer eine Jogginghose in der Öffentlichkeit trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren!“ hatte er doch schon Recht.

Witzig war als unsere Stewardess nach dem Ground Handler suchte. Und ihn leider länger nicht fand.

Dann ging es doch schnell: Treppe weg, kurz zurückgesetzt und quasi aus dem Rollen Vollgas ab in Richtung Kreta. Zu Essen gab es auch eine Kleinigkeit, wobei Jens hier verzichtete, weil er echt satt war.

Aber ein Wein geht noch, für 40 Minuten war die kleine Flasche aber recht sportlich.

Tja und dann kam das Ziel des heutigen Tages in Sicht: Die Insel Kreta!

Bedeutend grüner und vor allem bedeutend hügliger als wir gedacht hatten. Der höchste Berg Kretas, der Psiloritas, misst tatsächlich 2456 Meter. Die Schnellstraße, die die Hauptstadt Iraklio (wie Heraklion auf Griechisch heißt) mit dem Osten verbindet und die wir gleich zu unserem Hotel in Analipsi gefahren werden würden, war gut zu erkennen.

Ankunft am Flughafen „HER“, dem Flughafen Iraklio Nikos Kazantzakis wie er offiziell heißt. 1937 fertiggestellt ist er gemessen am Passagieraufkommen nach dem Flughafen Athen der zweitgrößte Flughafen Griechenlands. Namensgeber ist der Schriftsteller und Philosoph Nikos Kazantzakis, der 1883 in Iraklio geboren wurde. Der Flughafen liegt etwa drei Kilometer östlich vom Stadtzentrum Iraklios. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde, um den zunehmenden Passagierzahlen gerecht zu werden, 1971 ein neues Terminal eröffnet was seitdem kontinuierlich erweitert wird. Trotzdem wird das Terminal den hohen Passagierstömen in den Sommermonaten bis heute kaum gerecht. Für etwa 2 Millionen Passagiere pro Jahr konzipiert werden heute über 9 Millionen Passagiere abgefertigt.

Der Flughafen verfügt über drei Start- bzw. Landebahnen, von denen zwei noch in Betrieb sind. Bedingt durch die Lage des Flughafens kommt es beim Landeanflug auf die Landebahn 27 oft zu Seitenwinden aus nördlichen bzw. nordwestlichen Richtungen und zur Lärmreduzierung wird nach dem Start in gleiche Richtung eine Rechtskurve zur Umgehung des Stadtzentrums von Iraklio geflogen. Der Flughafen ist bekannt dafür, dass gerade im Winter oft über Tage kein Flugbetrieb möglich ist.

Außerdem verfügt er lediglich über Außenpositionen ohne Fluggastbrücken und trotz seiner hohen Anzahl von Flugbewegungen bisher nicht über ein Instrumentenlandesystem. Aus all diesen Gründen wird gerade ein paar Kilometer entfernt der neue Flughafen von Iralkio. Anvisierter Eröffnungstermin ist 2027, wir werden sehen (Hüstel … U-Bahn Thessaloniki … hüstel).

Auch hier: Ein eigener Bus für die Business Class. Was besonders … sinnfrei war, denn der Bus fuhr uns etwa 250 Meter zu dem Gebäude im Hintergrund.

Im Terminal merkte man direkt das Alter des Gebäudes. Und die Probleme, die es hier gibt, denn wenn hier ein paar Flugzeuge parallel angekommen, reicht schlicht der Platz nicht.

Auf dem Nachbar-Gepäckband: Pauschaltouristen aus Hessen. Leider verstehen wir ja halbwegs, was die erzählen.

Insofern war es eine gute Investition uns von unserem Hotel ein Shuttle organisieren zu lassen. Schon bei der Landung hat der Fahrer Jens per WhatsApp kontaktiert und uns einen Treffpunkt mitgeteilt. Am Schalter 27 einer ganzen Batterie von Mietwagen- und Transferunternehmen, sowas hatten wir beide noch nicht gesehen. Und dazwischen Leute, die „Taxi? You need taxi?“ riefen, völlig desorientierte Touristen, Familien, die den Tui Bus Nummer 4124 suchten und andere völlig überforderte. Wir machen das, was wir immer in diesen Situationen machen: Stehen bleiben und überlegen.

Glücklicherweise fand uns in dieser Schockstarre unser Fahrer, stellte sich vor, schnappte unsere Koffer und bat uns zu folgen. Um uns ein paar Meter weiter (in zweiter Reihe parkend, aber hey, wir sind in Griechenland!) in einen neuen Mercedes mit laufender Klimaanlage zu packen.

Angenehme Musik, etwas Konversation und etwa 25 Minuten später saßen wir in der Empfangshalle des NEMA Design Hotel & Spas, tranken einen kalten Tee und ließen die Formalitäten über uns ergehen.

Faszinierend, wenn man sich überlegt, dass wir 11 Stunden vorher in London Heathrow aus dem Hotel ausgecheckt hatten. Und jetzt sitzen wir auf Kreta in einem Hotel und süffeln ein Welcome Drink. Was drei Flüge so ausmachen …

Morgen wird Kreta, genauer Iraklio erkundet. Wir haben viel vor, wollen aber auch etwas entspannen. Mal schauen, wie uns das gelingt.

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