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Reisebeginn inklusive Chaos an allen Fronten

Irgendwie beginnen viele unserer Reisen mit der KVB. Also mit Problemen und dieser Kurztrip nach Mailand sollte keine Ausnahme bilden. Glücklicherweise waren wir eine Bahn früher als geplant an der Haltestelle, denn die eigentlich geplante Bahn fiel aus.

Auch das angebotene Vehikel war von Problemen geprägt. Auf der anderen Seite konnte man gut Feldstudien betreiben, denn die, für uns eher auffälligen, Schilder waren für so manchen Fahrgast nicht sichtbar und so wurde an den Knöpfen gedrückt, bis die Finger blutig waren. Um dann zu meckern, dass die Tür nicht aufgeht.

Naja, mit einmal Umsteigen standen wir dann, viel zu früh für die Abfahrt unseres „Fluges“, am Kölner Hauptbahnhof.

Traditionen wollen gepflegt werden, also wurde erst einmal ein fettiges Frühstück gekauft und im Anschluss auf dem Bahnsteig verspeist.

Auf selbigem konnten wir dann die deutsche Bahn in Aktion erleben: Unser ICE, der uns die erste „Flugstrecke“ nach Frankfurt bringen sollte, verspätete sich immer mehr. Und mehr. Und mehr.

Kann ja passieren, was halt immer nervt ist die mangelnde Information, denn in der App und auf dem Bahnsteig sah man lange Zeit nix. Nur in Jens App „bahn.expert“ konnte man schon sehen, dass das mit der baldigen Ankunft nix wird, denn der ICE rollerte noch durch das Ruhrgebiet.

Also ab an den Infopunkt und dort erfahren, dass wir auch einen anderen Zug nehmen können. Wobei im Nachhinein das auch eine nicht ganz korrekte Aussage war, denn es gibt einen Unterschied zwischen „Rail & Fly“ und „Lufthansa Express Rail„. Letzteres ist das, wenn man eine Verbindung „Köln Hauptbahnhof / QKL“ nach „Frankfurt Flughafen / FRA“ und weiter irgendwo hin mit einem Flugzeug als Flugticket gebucht hat. Ersteres ist, wenn man zu seinem Flug von Frankfurt irgendwo hin ein zusätzliches Bahnticket gebucht hat.

Bei ersteren hat man keine Zugbindung, bei letzterem schon. Diese wird aber ab 20 Minuten Verspätung aufgehoben, also konnten wir, die Verspätung unseres ICE war in der Zwischenzeit auf 40 Minuten angewachsen, auf ein anderes Gleis wechseln und einen anderen, verspäteten Zug entern.

In diesem war überraschend viel Platz, also machten wir es uns bequem und düsten nach Frankfurt.

Und schnell war das Ding!

Vor uns saß ein berühmter deutscher Informatikprofessor, Dr. Hermann Ney. Was man daran erkennen konnte, dass er auf seinem Laptop etwa 20 Konsolen offen hatte und dort irgendwelche Linux-Befehle eintipperte.

Mit etwas Puffer kamen wir am Frankfurter Flughafen an und machten uns auf den Weg zum CheckIn, den wir in der Zwischenzeit fast schon blind gehen können.

Die große Klapptafel ist ja immer beeindruckend!

Etwas steriler und aufgeräumter der First Class CheckIn, den wir ja aufgrund des noch vorhandenen Star Alliance Gold Status nutzen können. Mussten aber ein paar Minuten warten, denn gerade war Schichtwechsel.

Die Koffer wurden abgegeben, verzweifelt wurde versucht unsere Aegean-Karten der Buchung hinzuzufügen und schon konnten wir uns auf den Weg zur Fast Trek Security machen. Die wieder erfreulich schnell war.

Da wir so etwas an Zeit gespart hatten, wollten wir noch auf einen schnellen Kaffee in die Lounge. Da die direkt an der Security liegende Lounge eine lange Warteschlange hatte, machten wir uns auf den langen Weg zu der am Ende der A Gates liegende Lounge. Nur um dort zu realisieren, dass Air Dolomiti, mit denen wir heute nach Mailand fliegen würden, quasi so etwas wie Eurowings ist und unsere Star Alliance Privilegien da nicht greifen.

Also zurück zum Gate und dort warten.

Die Gates A1 bis A5 in Frankfurt sind ausschließlich Bus Gates für Flüge von kleinen Gesellschaften wie Air Baltic, Croatian Airlines oder eben Air Dolomiti, die in Urlaubsregionen rund ums Mittelmeer fliegen. Entsprechend war hier auch ein anders Chaos als bei einem Business-Bomber nach London oder so.

Sitzplätze waren Mangelware, glücklicherweise wurden wir auch bald aufgerufen und zumindest bei unserem Boarding gab es keine merkbaren Probleme. Im Gegensatz zum Flug nach Split, wo ein aggressiver Passagier durch das abgesperrte Tor wollte, obwohl er nicht durfte. Und solche Sachen.

Bus Gate: Nervig, aber eben auch eine gute Gelegenheit für ein bisschen Flugzeug-Gucken! Inklusive dem sofortigen Aufbau von Fernweh nach Kanada, Singapur und Japan.

Heute geht es erst einmal in einer kleinen Embraer nach Mailand. Genauer nach Mailand Malpensa, dem 49 Kilometer außerhalb von Mailand liegenden Flughafen, der allerdings momentan auf Platz 9 weltweit liegt, was die Anzahl der direkten Flüge in andere Länder angeht.

Bis dahin hieß es aber erst einmal: Hoffentlich wird der Sitz nicht zurückgeklappt …

Ein unüblich langer Rollweg brachte weitere Flugzeugsichtungen.

Und mit der Queen of the skys werden wir eines Tages auch mal fliegen.

An der Startbahn angekommen wurde gleich Gas gegeben und ab ging es gen Mailand.

Für die Flüssigkeitsversorgen musste man selber sorgen und so wurde für 5 Euro ein überraschend gutes Bier geordert und verköstigt.

Ein Wasser und einen Keks gab es auch noch aufs Haus.

Und schon waren wir in Italien sowie im Landeanflug auf Mailand Malpensa.

Das Wetter war aber so gar nicht italienisch, es regnete in Strömen.

Daher mussten wir, natürlich hatten wir in Mailand auch ein Bus Gate, sehr, sehr schnell zum Bus rennen. Das Aussteigen fand natürlich genau dann statt, als der Regen am stärksten war.

Vom Flughafen in die Stadt fährt man mit dem Malpensa Express, mehrerer Regionalbahnen, die für den Flughafentransfer einen extra Preis verlangen. Quasi wie der CAT in Wien oder der Heathrow Express in London. Nur in Italienisch, also mit mehr Grafitti.

Tickets konnten schnell gekauft werden, Züge fahren zu den drei größeren Mailänder Bahnhöfen alle paar Minuten und so ging es (mit ein paar Minuten Verspätung) ab nach Milan Cadrona.

Der Kopfbahnhof ist, neben dem Malpensa Express, nur für S-Bahnen gebaut und gerade für Pendler sehr wichtig, da man von hier in verschiedene Metro-, Straßenbahn- und Bus-Linien umsteigen kann.

Sogar nach Köln Nord (also Chorweiler) kommt man hier … 😉

Wir wollten, so der Plan, von hier zu Fuß zu der Straßenbahnlinie 27 gehen. Diese beginnt in der Stadt und würde uns bis zu unserem Hotel in der Nähe des anderen Flughafens Mailands, Linate, bringen.

Was wir nicht bedacht hatten: Mit zwei Koffern und dem regnerischen Wetter war das nicht so angenehm wir gedacht. Außerdem ist Mailand mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern (6,5 Millionen in der Metropolregion) gar nicht mal so einfach zu navigieren. Also für Erst-Besucher.

Die Haltestelle „Piazza Fontane“ war nach ein paar Umwegen dann gefunden und eine nervig piepende Bahn wartete auf uns. Vorteil war die Klimaanlage, Nachteil die Farbwahl im Wagen selber. Muss man mögen …

Nach 35 Minuten etwa (inklusive Wartezeit bis zur Abfahrt, während der die ganze Zeit die Türen gepiept haben!) kamen wir an der Kreuzung Via Ungheria und Via Mecenate an.

Nur noch ein großer Kreisverkehr trennte uns dann von unserem Hotel.

Angekommen, ab auf das Zimmer (kein Foto, weil ein stink-normales Novotel Zimmer) und fertigmachen zum kulinarischen Highlight der Reise. Und dem Grund, denn heute gab es was zu feiern!

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