OK und mit etwas Straßenbahn natürlich … und Kunst … und Essen.
Aber der Reihe nach! Nach dem gestrigen Abendessen und der doch leicht anstrengenden Anreise haben wir den Donnerstag etwas ruhiger angehen lassen. Wie immer haben wir im Hotel kein Frühstück mitbestellt, die 15 – 20 Euro pro Person die das immer kostet, essen wir eh nicht und investieren wir lieber in etwas auf dem Weg. Also machten wir uns auf in Richtung Innenstadt und dieses Mal ging es mit dem Bus zur nahen Metro-Station San Donato. Als … dachten wir zumindest. Denn irgendwie waren unsere Synapsen noch nicht ganz bei der Sache und deswegen stiegen wir in den Bus in die falsche Richtung. Egal, denn irgendwann kreuzt hier jeder Bus eine Metro und daher stiegen wir in Repetti um in die Linie M4. Die uns überraschend an die Metro in Kopenhagen erinnerte, was die fahrerlosen Wagen, das Design der Bahnsteige und vieles mehr angeht. Tatsächlich waren die ausführenden Unternehmen die gleichen wie die in Kopenhagen.
Mit der Linie 4 ging es also ab in die Innenstadt direkt mal zum Highlight Mailands. Merke: Wo viele Menschen stehen, da muss was spannendes sein.
Manche Städte haben ein Wahrzeichen, Mailand hat einen Berg aus Marmor. Der Mailänder Dom, „Duomo“ genannt, ist nicht nur groß. Er ist riesig. Er ist der Sitz des Erzbischofs von Mailand, die größte Kirche Italiens, die drittgrößte in Europa und die viertgrößte der Welt. Er erstreckt sich über 12.000 Quadratmeter und wiegt rund 325.000 Tonnen. Mit anderen Worten: Unauffällig ist er nicht! Neben Köln haben also auch andere Städte schöne Kirchen …
Wie in Köln war der Mailänder Dom übrigens überraschend lange nicht fertig. Der der Heiligen Maria Nascent geweihte Dom steht seit 1386 im Mittelpunkt des städtischen Lebens. Der Grundstein wurde von Gian Galeazzo Visconti, dem ersten Herzog von Mailand, gelegt, der große Ambitionen hatte – doch leider im Jahr 1402 starb, als erst die Hälfte der Kathedrale fertiggestellt war. Der Bau wurde daraufhin für fast 80 Jahre höflich unterbrochen. Der Grund, wie auch in Köln: Kein Geld und kein klarer Plan. Einfach nur eine sehr große, unvollendete Kirche …
Um 1500 wurden die Arbeiten schließlich wieder aufgenommen, und bis 1510 war die achteckige Kuppel fertiggestellt, geschmückt mit Reihen von Statuen, die direkt aus der Bibel stammen – 60 Figuren, die von oben über Mailand wachen.
Als nächstes kam dann Napoleon. Im Jahr 1805 beschloss er, dass die Fassade fertiggestellt werden müsse – und zwar umgehend. Sieben Jahre später war es vollbracht. Zum Dank wurde eine recht auffällige Statue Napoleons (wie gesagt: Dezent ist hier gar nix!) auf einem der Türme aufgestellt. Im Dom fand sogar seine Krönung statt.
Aber es sollte noch bis 1965 dauern, als das letzte Tor fertiggestellt wurde, dass dieses jahrhundertelange Bauprojekt endlich als abgeschlossen gelten konnte.
Wie in Köln auch braucht man hier übrigens ein Ticket, um reinzukommen. Das wollten wir wenn, dann später machen (die Schlangen am Eingang waren recht lang und man sollte eh besser früher oder später gehen, dann ist es auch drinnen leerer.
Also widmeten wir uns dem Platz vor dem Dom.
Mailands zentraler Platz, der Piazza del Duomo, ist weitläufig, hallend, voller Kameraklicks, schneller Schritte und Tauben, die offensichtlich glauben, der Ort gehöre ihnen. Auf der einen Seite steht das Museum des 20. Jahrhunderts, kühl und modern vor dem Hintergrund der gotischen Pracht des Doms.
Seltsamerweise erstrecken sich keine Cafeterrassen über den Platz selbst. Der Raum bleibt offen, fast zeremoniell. Doch wenn man unter die Arkaden schlüpft, findet man beispielsweise das „Camparino“, das 1867 von der Familie Campari gegründet wurde. Genau hier, am Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II, kehrte Giuseppe Verdi nach seinen Konzerten oft auf einen Drink ein. Im Jahr 1877 versammelten sich Mailänder Aristokraten genau an dieser Stelle, um eines der ersten Experimente der Stadt mit elektrischer Beleuchtung mitzuerleben. Man stelle sich die Aufregung vor – Menschen, die nach oben blickten, während die Glühbirnen zum Leben flackerten …
An der Südseite steht der Königspalast. Hinter seiner neoklassizistischen Fassade verbirgt sich eine bewegte Vergangenheit. Einst war dies der Broletto (das mittelalterliche Rathaus von Mailand), der 1162 von Friedrich Barbarossa zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1171 wurde er später zum Herzogspalast der Dynastien der Visconti und Sforza. Als Galeazzo Visconti Beatrice d’Este heiratete, feierte das Paar hier seinen Einzug in Mailand mit acht ganzen Tagen voller Festlichkeiten. Im Jahr 1412 wurde dann allerdings Giovanni Maria Visconti auf den Stufen der Kirche ermordet wurde. Danach zog die Familie klugerweise in das sicherere Castello Sforzesco um. Unter den Sforzas wurde im Palast ein Theater betrieben, und im Jahr 1595 trat hier beispielsweise der 14-jährige Mozart auf.
Ebenfalls stolz auf der Piazza steht eine Reiterstatue aus dem Jahr 1896 von Vittorio Emanuele II., dem ersten König des vereinigten Italiens, der 1859 triumphierend in Mailand einzog. Das Pferd bäumt sich auf – der König sitzt aufrecht.
Aber viele Menschen und wenn wir in den nächsten Tagen etwas immer wieder merken sollten, dann: Italien ist das Land, wo man noch überall raucht! Und das Land, wo Kopfhörer noch nicht entdeckt sind und daher jeder und jede TikTok-, Instagram- oder sonstige Videos super laut abspielen muss. Die Armen …
Über den ehemaligen Marktplatz, dem Piazza Mercanti, ging es erst einmal in eine etwas ruhigere Richtung vom Dom weg.
In der Mitte findet man übrigens eine kleine Vertiefung mit zwei Säulen. Dies war früher der „Stein der Bankrotteure“, denn wer seine Schulden nicht in bar begleichen konnte, musste stattdessen mit Demütigung bezahlen – man musste dort öffentlich sitzen, ohne jegliche Würde.
Rund um den Marktplatz staunten wir ohne Unterlass über die schönen Gebäude.
Eine kleine Detour weiter erblickten wir ein so ur-typisches Italien-Bild, dass wir nicht anders konnten, als es festzuhalten: Vespas inmitten von Verkehrschaos.
Apropos Chaos: Das gab es beim nächsten Halt wieder in rauen Mengen, denn es ging in die Galleria Vittorio Emanuele II.
Wenn man die Galleria Vittorio Emanuele II betritt, betritt man nicht einfach nur ein Einkaufszentrum – man taucht direkt in Italiens grandioses Meisterwerk des 19. Jahrhunderts ein. Fünf Stockwerke hoch, umhüllt von geschwungenem Glas und Eisen, geschmückt mit patriotischen Mosaiken und Statuen, vermittelt sie das Gefühl, als würde das Land sagen: „Wir sind jetzt vereint – und wir sind großartig!“
Der Bau begann 1865 unter der Leitung des Architekten Giuseppe Mengoni, dem geistigen Vater des grandiosen Plans, den Mailänder Dom mit dem Opernhaus La Scala zu verbinden. Die Galerie wurde nach Vittorio Emanuele II., dem ersten König des vereinigten Italiens, benannt und 1867 offiziell eröffnet. Doch Perfektion braucht Zeit. Die Arbeiten dauerten noch ein weiteres Jahrzehnt an. Dann kam die Wendung: Im Dezember 1877, nur einen Tag vor der Fertigstellung, stürzte Mengoni von der Spitze des Triumphbogens und starb. Ein wahrhaft dramatisches Ende für ein dramatisches Projekt.
Architektonisch ist das Bauwerk gewagt. Der Grundriss bildet ein lateinisches Kreuz: Zwei großzügige, mit Glasgewölben überdachte Gänge – der eine 196 Meter lang, der andere etwas mehr als 105 Meter – kreuzen sich unter einer hoch aufragenden Kuppel von fast 47 Metern Höhe. Eisen und Glas tragen die Hauptlast und waren Vorreiter für das Konzept der geschlossenen Einkaufspassage. Manche sagen sogar, dass dies später den Eiffelturm in Paris inspiriert habe.
Schauen Sie nun nach unten. Der Boden ist eine Marmorkarte des italienischen Stolzes, mit Mosaiken, die die wichtigsten Städte darstellen. Und da ist er – der berühmte Stier. Der Überlieferung zufolge soll man die rechte Ferse auf ein bestimmtes anatomisches Detail setzen, sich um die eigene Achse drehen und sich etwas wünschen. Jahrhunderte des begeisterten Drehens haben tatsächlich ein Loch in das Mosaik abgenutzt.
Da wir ja nicht so die Shopper sind, haben wir uns damit begnügt eine Runde zu drehen und die Menschen zu beobachten. Oder ihnen auszuweichen.
Am nördlichen Ausgang gibt es noch ein Museum zu Ehren eines der berühmtesten Söhne der Stadt: Leonardo da Vinci. Dessen Statue auch gleich in der Nähe steht.
Das Museum wollten wir uns aber für später aufbewahren, sollte es noch schlechtes Wetter geben. Oder wir eine Klimaanlage benötigen.
Ein paar kleine Straßen später standen wir vor einem weiteren berühmten Gebäude. Hätte Mailand einen Herzschlag, würde er vielleicht so klingen wie ein Orchester, das sich im Opernhaus La Scala einstimmt. Und genau davon standen wir.
Seit 1778 setzt dieses legendäre Theater weltweit Maßstäbe in der Opernwelt. Sein Chor, sein Ballett und sein Orchester haben dazu beigetragen, es zu einer der angesehensten Musikinstitutionen der Welt zu machen. Die größten italienischen Stimmen – und viele internationale Stars – sind auf diese Bühne getreten, wohl wissend, dass ein Triumph an der Scala eine Karriere prägen kann.
Das Theater erhob sich buchstäblich aus der Asche. Nachdem das Teatro Regio Ducale 1776 niedergebrannt war, beschloss man in Mailand, dass etwas noch Grandioseres geschaffen werden müsse. Das neue Opernhaus wurde an der Stelle der ehemaligen Kirche Santa Maria alla Scala errichtet, und daher stammt auch der Name.
Finanziert wurde der Bau durch den Verkauf aufwendig verzierter Theaterlogen an wohlhabende Familien. Diese Logen waren nicht nur Sitzplätze, sondern Statussymbole – kleine Wohnzimmer für die Mailänder Elite. Selbst der französische Schriftsteller Stendhal war beeindruckt.
Eine kuriose Tatsache: In jenen frühen Tagen gab es im Parkett keine Stühle, sodass das Publikum die Vorstellungen im Stehen verfolgte. Und ob Sie es glauben oder nicht, es gab auch keinen richtigen Orchestergraben. Tatsächlich war die Oper ein Ausdauersport…
Der Zweite Weltkrieg hinterließ das Gebäude schwer beschädigt, doch Mailand war nicht bereit, seine kulturelle Seele aufzugeben. Die Scala wurde 1946 mit einem historischen Konzert unter der Leitung von Arturo Toscanini wiedereröffnet, bei dem Renata Tebaldi einen bemerkenswerten Solopart sang. Es war nicht nur eine Wiedereröffnung, es war ein Statement!
Eine umfassende Renovierung zwischen 2002 und 2004 passte das Theater an die moderne Zeit an, ohne dabei seinen historischen Charme zu verlieren. Von außen wirkt die Fassade überraschend schlicht. Betritt man jedoch das Innere, findet man roten Samt, goldene Details und eine Atmosphäre vor, die zugleich großartig und intim wirkt – oft wird gesagt, sie könne mit den Opernhäusern in New York und London mithalten oder diese sogar übertreffen.
Das La-Scala-Orchester mit seinen 135 Musikern ist berühmt für seinen raffinierten und harmonischen Klang. Das Theater wird ebenso für seine Sinfoniekonzerte bewundert. Gleich nebenan zeigt das Museum eine außergewöhnliche Sammlung musikalischer Schätze. Bei einem Besuch können Sie sogar in einer der prestigeträchtigen Logen Platz nehmen – ideal für ein Foto und einen Moment stiller Bewunderung.
Wir hatten ursprünglich geplant hier ein Konzert zu besuchen, dann aber angesichts der Ticketpreise (ab 120 Euro für Plätze OHNE Sicht auf die Bühne!) davon Abstand genommen. Stattdessen standen wir vor der Oper, lasen ein bisschen über die Geschichte und am Ende kam sogar eine alte Straßenbahn für Jens vorbei.
Dann hatten wir aber etwas Durst. Und erinnerten uns daran, dass wir ja Urlaub haben und nicht im Stechschritt durch Mailand gehen müssen. Also wurde kurzerhand das erste Cafe geentert und zwei Kaffeegetränke sowie ein Flasche Wasser geordert.
Hier beobachteten wir ein paar Touristen, ein paar Einheimische, merkwürdige Parkmanöver und alle 10 Minuten rumpelte eine Straßenbahn vorbei. Wir fühlten uns richtig italienisch.
Das Wetter war allerdings auch schon wieder heiß und drückend, daher entschieden wir uns für einen Museumsbesuch. Entlang der eleganten Via Manzoni reihen sich prächtige Paläste aneinander, als würden sie in einem Schönheitswettbewerb gegeneinander antreten. Doch eine Residenz stiehlt hier still und leise allen die Show: das Poldi-Pezzoli-Museum.
Zu sagen, Gian Giacomo Poldi Pezzoli sei wohlhabend gewesen, würde ihm nur teilweise gerecht werden. Er besaß Geschmack, Ehrgeiz und die Leidenschaft eines Sammlers. Mit einem großzügigen Erbe und einem Team aus talentierten Handwerkern, Künstlern und Restauratoren verwandelte er seinen Palast in eine theatralische Reise durch die Kunstgeschichte. Jeder Raum spiegelte den Stil einer anderen Epoche wider. Man kann sich das als ein Leidenschaftsprojekt des 19. Jahrhunderts vorstellen – nur im aristokratischen Maßstab.
Und dann vollbrachte der Mann eine bemerkenswerte Geste der Großzügigkeit: Er verfügte, dass nach seinem Tod sowohl der Palast als auch seine Schätze der Öffentlichkeit gehören sollten. Das Museum wurde 1881 eröffnet.
Zunächst dominierten Waffen und Rüstungen die Sammlung – Poldi Pezzoli hatte offensichtlich eine Vorliebe für glänzende Stahlrüstungen. Im Laufe der Zeit kamen Gemälde aus dem 15. bis 18. Jahrhundert hinzu, ebenso wie Skulpturen, persische Teppiche, Porzellan und filigranes Muranoglas.
Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs beschädigten einen Großteil des Palastes, doch vier der ursprünglichen „Kunstzimmer“ blieben erhalten und wurden sorgfältig restauriert. Noch heute kann man den Stuck-Salon im Rokokostil, den eindrucksvollen, mit Mahagoni und Elfenbein ausgekleideten Schwarzen Saal, den Antik-Murano-Salon, der einst als Schlafzimmer des Besitzers diente, und das Dante-Arbeitszimmer mit seiner byzantinischen Atmosphäre und seinen wertvollen Gegenständen besichtigen.
Und dann sind da noch die Gemälde. Hier geben die Meister der Renaissance den Ton an. Mantegnas „Porträt eines Mannes“ und „Madonna mit Kind“, Piero della Francescas „Grablegung Christi“ und „Der heilige Nikolaus von Tolentino“ sowie Botticellis „Madonna mit Kind“ – sie alle sind im Goldenen Salon zu sehen. Doch der wahre Star, das Gesicht, das einem noch lange nach dem Verlassen des Museums nachgeht, ist Pollaiuolos „Porträt einer jungen Frau“ aus dem 15. Jahrhundert. Elegant, geheimnisvoll und mittlerweile zum Symbol des Museums geworden, hat sie still und leise die Herzen der Mailänder erobert.
Der Weg durch das etwas eingeschränkte Museum (der goldene Raum wird aktuell restauriert) begann im dezenten Treppenhaus.
Und dann bewunderten wir Bilder aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, von denen wir teilweise sogar welche kannten.
Neben den Bildern entdeckt man beim Gang durch die Galerien funkelnden Schmuck, venezianisches Glas und Porzellan, das fast zu zerbrechlich wirkt, um sich ihm auch nur anzunähern. Oder „Schreibtische“, wobei die Bezeichnung viel, viel zu wenig über die Handwerkskunst aussagt.
Kölle war auch verzeichnet …
Tatsächlich ist dies nicht nur ein Museum, sondern ein Zuhause. Der Traum eines Sammlers, bewahrt in Räumen, die sich noch immer persönlich anfühlen. Daher lassen wir einfach mal die Bilder sprechen.
Wie gesagt: Das war ein PRIVATHAUS!
Die eingangs erwähnte Waffensammlung gibt es auch noch, heutzutage eine der größten Sammlung dieser Art in der Welt.
Viel Kunst aber auch viel Schutz vor der Sonne und der warmen, recht feuchten Luft. Wie wir schnell merken sollten, als es wieder raus ging.
Der Kaffee und das Wasser waren schon wieder vergessen und uns stand der Sinn nach etwas mehr zu Essen. Und, schonmal erwähnt, wir waren ja im Urlaub. Also ab in das schöne Bistro des Grand Hotel et de Milan.
Gut, ein bisschen mehr hätten wir uns schon erhofft, aber für eine kleine Mittagsmahlzeit reichte dies schon und gerade das Zucchini-Tartar war echt lecker. Der Rest natürlich auch.
Natürlich gab es noch einen Nachtisch. Also … zwei … für jeden von uns einen eigenen.
Natürlich auch einen Espresso. Ach ja, ein Weinchen gab es auch dazu, weil … ist ja Urlaub und so.
Außer uns waren noch ein paar Touristen sowie ein paar italienische Geschäftsleute im Bistro und aßen, irgendwie typisch, während sie telefonierten, mit dem Keller sprechen und vermutlich noch ein paar andere Dinge tun. Multitasking at it´s best …
Wir folgten unserem GPS Track weiter in Richtung der Pinacoteca di Brera. Vorher hätte es noch zwei Einkaufsstraßen gegeben, die haben wir aber übersprungen.
Sobald man die Galerie Brera betritt, schlendert man quasi durch Napoleons sorgfältig zusammengestellte Kunstsammlung. Während seiner Herrschaft wurden Kirchen und Klöster geschlossen, und ihre wertvollsten Kunstwerke wurden still und leise hierher verlegt. Das Ergebnis ist eine der reichhaltigsten Sammlungen von Gemälden Italiens, vereint unter einem eleganten Dach in der Via Brera, umgeben von Cafés, in denen Einheimische über Kunst, Politik und die Stärke des Espressos diskutieren.
Wenn man durch das Haupttor schreitet, wird man – wie man es natürlich erwarten würde – von einer imposanten Statue Napoleon Bonapartes begrüßt. Das Gebäude selbst erfüllt mehrere Funktionen: Im Erdgeschoss befindet sich die Akademie der Bildenden Künste, während die Meisterwerke im Obergeschoss auf einen warten. Steigt man hinauf, steht man plötzlich vor fast 40 Sälen voller italienischer Meisterwerke.
Heute war das Ganze aber durch eine Baustelle etwas getrübt. Und auf ein weiters Museum hatten wir auch keine große Lust mehr, Kunstbanausen die wir nun einmal sind.
Da waren die Orto Botanico di Brera schon verlockender, zu denen man quer durch das Erdgeschoss der Kunstschule gehen musste.
Der Orto Botanico di Brera ist ein 5 km² großer botanischer Garten hinter dem Palazzo der zur Universität Mailand gehört und keinen Eintritt kostet. Der Garten wurde 1774 von Abt Fulgenzio Vitman unter der Leitung von Kaiserin Maria Theresia von Österreich angelegt, wobei ein bestehender Jesuiten-Garten umgestaltet wurde, um den Studenten der Medizin und Pharmakologie zu dienen. Nach einer langen Zeit der Vernachlässigung und des Verfalls wurde der Garten 1998 restauriert.
Heute besteht der Garten hauptsächlich aus rechteckigen, mit Ziegeln eingefassten Blumenbeeten, elliptischen Teichen aus dem 18. Jahrhundert sowie einem Gewächshaus und einem Spektakelhaus aus dem 19. Jahrhundert (das heute von der Akademie der Bildenden Künste genutzt wird). Er beherbergt einen der ältesten Ginkgo-Bäume Europas sowie weitere andere besondere Pflanzen.
Wir schlenderten und freuten uns über die etwas kühleren Temperaturen hier im Garten.
Auf einer kleinen Bank machten wir dann kurz Rast, bemerkten, dass wir bereits knapp 14.000 Schritte auf dem Tacho hatten und entschieden uns für eine Rückfahrt in Richtung Hotel.
Also durch den Hinterausgang des Gartens raus zurück zum Bistro.
Denn da gab es eine Station der Metro M3, mit der wir ja eigentlich heute morgen fahren wollten.
Im Gegensatz zur M4 fahren Züge der M3 noch klassisch mit Fahrer. Und haben längere Züge mit einer beeindruckenden Klimaanlage. Waren quasi süd-ost-astiatische Temperaturen in dem Ding.
An der Endhaltestelle San Donato hieß es dann Umsteigen in den Bus zu unserm Hotel. Gut bewacht die Haltestelle hier …
Nein, das ist nur das italienische Militär, was Nachwuchs rekrutiert. Wir waren keine Zielgruppe und wurden gar nicht angesprochen. Was den alten Funker OG Hardt doch etwas beleidigte (Grüße nach Lahnstein in die ehemalige Deines-Bruchmüller Kaserne und dem 5. Stabs-/Fernmelderegiment).
Im Hier und Jetzt ging es im ebenfalls sehr angenehm klimatisierten Bus zu „unserem“ Kreisverkehr, an dem unser Hotel lag.
Und auf dem Zimmer ruhten wir uns was aus und planten das Abendessen. Weil … naja, Urlaub eben!






















































