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Ab ins … ähh … nach Bellagio

Oder auch: Ab in die Weinseeligkeit! 😉

Aber der Reihe nach, denn nachdem wie geschrieben die erste Fähre abgelegt hatte, kam die zweite in Sicht und legte zügig an. Es saßen zwar schon einige Passagiere auf den besten Plätzen hintern an Deck, aber wir ergatterten noch zwei schöne Plätze direkt an der Reling.

Sonnencreme auffrischen, Sonnenbrille auf und die wunderschöne Landschaft genießen.

Und da gab es sehr, sehr viel zu genießen!

Irgendwo hier hatten wir dann leider eine Begegnung mit einer typischen Amerikanerin, einer echten „Karen“. Die Plastiksitze waren gegenüber angeordnet, wir saßen also quasi gegenüber. Jeweils hinter uns, Rücken an Rücken, war dann die nächste Reihe an Sitzen und dazwischen waren etwa 30-40 Zentimeter Platz. Die Sitze waren aber nicht fixiert, was eine Dame ausnutzte, um sich hinter Meike bis zur Reling durchzuquetschen. Wortwörtlich. Und dann immer weiter zu ruckeln mit dem Ziel, dass Meike Platz macht. Oh, war die Dame da an die falsche geraten, denn Meike schubste einfach zurück, was die stereotypische „Karen“ irritierte und sie dann meinte Meike zu befehlen (so war der Tonfall), sich doch einfach woanders hinzusetzen. Was für eine Dreistigkeit! Nachdem sie gemerkt hatte, dass sie wohl auf Granit beißt, ging sie mit einem zynischen „have a nice day“ zurück zu ihrer Freundin, um sich dort noch weiter über uns zu beschweren. Für unseren Blutdruck stiegen die beiden Damen (inklusive pink-farbenen Riesenkoffern, die sie fast nicht rollen konnten) dann auch gleich wieder aus. Und die Landschaft brachte uns dann auch sehr, sehr schnell wieder in Urlaubsstimmung.

Die lokale Fauna versuchte das Anlegemanöver zu blockieren – ohne Erfolg.

Der Comer See ist ein Touristenziel mit zahlreichen Kurorten, Parks und Golfplätzen. Auf seiner Westseite liegt der Sacro Monte di Ossuccio, der 2003 in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die umliegenden Berge bieten Wander- und Klettermöglichkeiten. Durch das eigentlich milde Klima gibt es eine reiche Vegetation. Das mit dem Klima glauben wir mal einfach so, heute war es sehr heiß!

Prominente wie George Clooney besitzen ein Feriendomizil am Comer See. Dieser dient immer wieder als Filmkulisse, beispielsweise wurde hier für Star Wars: Episode II, Casino Royale oder Ocean’s 12 gedreht.

Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967) verbrachte dort auf seinem Anwesen in Cadenabbia viel Zeit. Nach der Niederlegung seines Amtes, kurz vor seinem Tod, schrieb er dort einen großen Teil seiner Memoiren. Die 1899 erbaute Villa La Collina mit ihrem Park wird seit 1977 als internationale Tagungsstätte von der Konrad-Adenauer-Stiftung genutzt.

Diese ganzen kleinen Orte sahen schon super schön aus.

Neben der Fähre gibt es auch, mit dem nötigen Kleingeld, andere Optionen. Wir waren von der Fähre aber begeistert, ausgenommen von der Begegnung mit der amerikanischen „Karen“.

Unser Ziel Bellagio ist ein kleienr Ort mit knapp über 3500 Einwohnern an einem Landzipfel in der Mitte des Comer Sees.

Seit Jahrhunderten ist der Ort infolge seiner pittoresken Lage immer wieder Anziehungspunkt für Prominenz. Belegt sind unter anderem Besuche von John F. Kennedy, Charlie Chaplin und Konrad Adenauer. Auch Plinius der Jüngere schätzte den Ort. Und jetzt kamen wir an dem Ort an, nach dem in Las Vegas ein Casino benannt ist.

Bellagio, oft als „Perle des Comer Sees“ bezeichnet, ist als Reiseziel international bekannt. Und das merkte man auch.

Der Tourismus ist für die Wirtschaft Bellagios von grundlegender Bedeutung, da er lokale Unternehmen unterstützt und zur Erhaltung des kulturellen Erbes beiträgt. Die Altstadt und Villen wie die Villa Serbelloni und die Villa Melzi d’Eril ziehen das ganze Jahr über Besucher an und der Ort inspirierte wie gesagt den Namen des Bellagio Resort & Casino in Las Vegas.

Unser Plan war: Schauen, wann wir sinnvollerweise nach Como, der größten Stadt am See, fahren können. Es gibt hier zwei Arten von Fähren: Die normale wie die, mit der wir gerade angekommen waren, und eine Schnellfähre. Erstere braucht knapp über 3 Stunden, die schnelle Variante ist in 45 Minuten da.

Also reihten wir uns in die Schlange ein und schauten mal, für welche Fähre überhaupt noch Tickets verfügbar waren.

Und so wurde es die Schnellfähre um 1 Uhr mit der wir dann nach Como fahren würden. Also hatten wir knapp unter 2 Stunden für Bellagio, was uns als genug erschien.

Schnell war klar, dass der ganze Ort auf Tourismus gemünzt war. Nur Läden mit Ramsch oder Mode oder anderen Dingen. Wie diesem Gehstock-Fachgeschäft.

Wir kauften erst einmal was Wasser und überlegten, ob wir wirklich Lust auf diesen ganzen Touristen-Krams haben. Oder ob wir nicht lieber in ein Restaurant gehen und was Essen. Und vielleicht ein Wein trinken.

Ein bisschen wollten wir aber noch den Ort anschauen und … oh, was ist das? Wein-Treppe?

Ein kleines Weingeschäft, was die quasi unnütze Treppe neben dem Laden zu einem „Pop-Up-Weinlokal“ umfunktioniert hatte. Hinsetzen, Weinbestellung aufgeben und hoffen, dass man nicht zu oft fotografiert wird.

Anfangs war das auch noch einfach, denn wir waren alleine.

Der Wein und die obligatorischen Knabbereien kommen hier in einer Kiste auf die Treppenstufe. Und dann sitzt man gemütlich im Schatten und genießt die leichte Brise.

Na gut, das mit dem „Vorher fragen“ ist nicht in jedem Kulturkreis bekannt. Und Schilder lesen anscheinend auch nicht.

Nach einigen, manche würden sagen zu vielen, Weinen machten wir uns in einer kleinen Runde wieder zum Fähranleger. Sicherlich hätte man hier noch mehr sehen können, für uns waren das aber zu viele Touristen und zu warme Temperaturen.

Außerdem wollten wir nach der Erfahrung mit der letzten Fähre relativ weit vorne in der Schlange stehen, um noch gute Plätze zu ergattern.

Naja, das klappte dann auch so semi – davon aber später mehr.

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