OK, wir haben ja schon diverse merkwürdige Gründe gefunden, um ein Reiseziel auszuwählen. Von einer Rugby-WM (Japan) über eine Fussball-Dokumentation (Bhutan) bis hinzu Bier (so fast jede Schottland-Reise). Dieser Kurztrip von Mittwoch bis Sonntag sollte da auch keine Ausnahme sein. Denn der Grund für diese Reise war, neben der Tatsache, dass das Baltikum eh schon auf unserer Landkarte als ToDo markiert ist, tatsächlich „Ein guter Freund ist mit seinem Camper in der Nähe! Also in Polen …“
*sic*
Aber im Ernst: Das Baltikum hat uns ja schon bei und nach unserem Besuch in Tallinn 2018 begeistert. Und die Städte der ehemaligen Hanse interessieren uns ja auch, sind in der Regel schön anzuschauen, gut an einem Wochenende zu erkunden. Also war die Tatsache, dass Jan an einem gemeinsamen Abend im Rather Hof meinte, dass er ja überlegt mit seinem Camper ins Baltikum zu fahren, nur der letzte Schubs, den wir brauchten, um einen Flug sowie ein Hotel zu buchen. Beides bedeutete, dass wir an einem Mittwoch Nachmittag mit einem Uber zum Kölner Hauptbahnhof fuhren und dann von hier aus unsere Reise anfangen sollten.
Gebucht war eigentlich ein relativ früher Zug als Teil unseres Flugtickets nach Riga. Dieser ist aber der Sperrung zwischen Aachen und Köln zum Opfer gefallen, weswegen wir einen Zug später „umgebucht“ wurden. Dadurch würde unsere Umsteigezeit in Frankfurt etwas kleiner ausfallen, aber immer noch kein Problem.
Eher ein Problem: Unser ICE war was verspätet. Und was machen die erfahrenen Reisenden (die viel zu früh am Hauptbahnhof waren)?
Nach einem alkoholfreien Weizen bei Meike und drei Kölsch bei Jens ging es dann zum Gleis.
Und nachdem die Bummelbahn auch abgerückt war, konnten wir in unseren ICE einsteigen. Zusammen mit halb Köln, wie es scheint …
Bahn.expert war wieder einmal unsere primäre Informationsquelle, denn die Bahn-App ist eher optimistisch und relativ langsam, wenn es um neue Situationen gibt.
Unser ICE blieb auch einmal kurz vor Siegburg stehen und musste (vermutlich wegen den Idioten, die im Gleis herumspazierten und damit sehr, sehr vielen Leuten eine Verspätung einbrachten) dann eine Weile relativ langsam fahren.
Aber hinter dem Siebengebirge ging es dann mit der gewohnten Geschwindigkeit weiter.
In Frankfurt versuchten wir, weil wir eben manchmal das Gedächtnis eines Guppys haben, die gleiche Treppe wie vor ein paar Wochen nach Mailand hoch zu gehen. Natürlich war die Rolltreppe immer noch kaputt, wie die Dame links gleich merken sollte.
Check In an den First-Schaltern war kein Problem, Security auch nicht. Frankfurt hat die neuen Scanner, die sogar mehr Flüssigkeiten ermöglichen und durch die man einfach durchgeht. Nicht zu langsam (wie Meike) und nicht zu schnell (wie Meike beim zweiten Versuch).
Und so waren wir super schnell im Duty Free Bereich.
Die Whisky-Auswahl wurde kurz überprüft und gegen das verfügbare Budget verglichen.
Das Ergebnis: Weitergehen und in der Lounge Abendessen. Was überraschend lecker war mit Hähnchen-Spießen, einem Chicken Curry und einer frischen, kalten Gurkensuppe.
Als es dann Zeit für das Boarding war, machten wir uns auch auf (so gut war der Wein in der Lounge auch nicht, dass es sich gelohnt hätte hier noch länger zu bleiben). Da wir aber diese Reise auf unser Miles & More Konto zu buchen, waren wir in einer hinteren Boarding Group.
Also hieß es warten und das Chaos mit einer Mischung aus Fremdschämen und Amüsement beobachten.
Als wir dann auch einsteigen konnten, ging es Ruck-Zuck und schon saßen wir auf unseren Sitzen, der Rucksack wurde vor uns unter dem Sitz platziert, genau wie Meikes Handtasche. Kopfhörer auf uns warten, das die knapp 2 Stunden vorbei gehen.
Für Fotos nach draußen saßen wir relativ schlecht, weil direkt über dem Flügel.
Aber ein paar gute Fotos sind dann doch gelungen. Zum Beispiel zu einer Erinnerung, dass wir ja noch einen größeren Urlaub machen wollen und wohin der vermutlich gehen wird …
Dann: Schub und ab in die Luft. Die „blaue Stunde“ brach an und trotz des Flügels konnten wir gerade am Anfang ein echt schönen Blick auf Hessen und Nordrhein-Westfalen ergattern.
Noch ein bisschen besser wurde das Ganze, als der Getränkeservice vorbei kam und das hier im Eintausch gegen ein paar Euros bei Jens stehen lies.
Als die Wolken dichter wurden, gab es dann das übliche Reiseprogramm: JetLag auf dem Tablet.
Während des Fluges, der eine kleine Kurve über die Ostsee um Polen herum nahm, war überraschend viel Bewegung in der Kabine. Der Herr da vorne stand auch fast die Ganze Zeit bei verschiedenen Leuten und textete sie zu.
Draußen wurde es dunkel und es war schon Zeit die Reiseflughöhe zu verlassen und mit dem Anflug auf Riga Airport. „Starptautiskā lidosta Rīga“, wie er in der Landessprache auch heißt.
2025 betrug das Passagieraufkommen 7,1 Millionen Passagiere, was vor allem daran liegt, dass hier die Basis von Air Baltic ist.
Wir fanden den Flughafen schon fast skandinavisch, sehr gut beschildert und klein genug, dass man schnell überall ist. Wie zum Beispiel am Kofferband.
Unsere Koffer kamen auch bald raus und der vorbestellte Taxifahrer schrieb Jens auch per WhatsApp an, dass wir uns melden sollten, wenn wir selbige hatten. Draußen trafen wir dann Girts unseren Fahrer, der uns schnell und komfortabel in unser Hotel am Rande der Altstadt Rigas brachte. Nicht direkt, denn Taxen sind in der Straße verboten, aber nah genug, dass wir in einer Minute im Hotel einchecken konnten.
Und unser Zimmer war schön, modern und punktete mit ein bisschen Obst, um ein kleinen Mitternachtssnack einnehmen zu können. Mittlerweile war es nämlich schon so spät, denn Lettland hat eine Zeitverschiebung von einer Stunde.
Den Schnapps oben rechts haben wir stehen gelassen und mit nach Hause genommen. Uns haben wir dann ins Bettchen gepackt, die Klimaanlage auf ein Minimum gestellt und ab ging es ins Land der Träume. Morgen Mittag steht die erste gebuchte Tour an.
Laipni lūgti Rīgā – Willkommen in Riga!
























