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Sportlicher Tag in Kelowna

Nachdem wir gestern im Grunde genommen nur herumkutschiert wurden und Wein getrunken haben, wollten wir heute etwas mehr Aktivität an den Tag legen. Ausserdem waren wir etwas grumpelig, da wir die Nacht wenig geschlafen haben, da auf unserem Flur eine indische Familie eingezogen und bis Mitternacht im 5-Minuten-Takt zwischen den Zimmern hin- und hergerannt ist. Dies ging so lange, bis ich mal freundlich nachgefragt habe, ob das nicht auch was leiser geht oder ob das, was sie da machen, nicht sogar mit einem Gang erledigt werden kann. Wirklich, ich war freundlich! Habe noch nicht einmal das F-Wort gebraucht!

Auf jeden Fall hilft gegen die Müdigkeit auch etwas frische Luft und da hier in Kelowna etwa 35 Golfplätze und einige Pitch&Putts sind, haben wir uns für Golf entschieden. Auf dem Hinweg haben wir einen Platz entdeckt, wo man Putt-Golf spielen kann, also eine Art Mini-Golf, nur auf Rasen: 19Greens. Da sind wir hin und haben spontan die internationalen Putt-Golf-Meisterschaft von Kelowna ausgetragen. Glücklicherweise war niemand anders da, also wurde es eine rein deutsche Entscheidung um den Titel.

Golfkurs

Auf den ersten Bahnen ging es noch ganz manierlich zu – das frisch gemähte und sehr gepflegte Grün ließ den Ball gut laufen und man konnte sich schnell daran gewöhnen. Es gab sogar Bunker. Ratet mal, wo meine Bälle vorzugsweise hingerollt sind …

Bahn 2

Bunkerschlag

Meike hatte rosa Bälle (gehören eigentlich verboten), mein weißer Ball liegt, wie immer, im Sand des Bunkers …

Nach einigen Bahnen zeigte sich aber selbstverständlich meine Erfahrung (Vor allem die mit den Bunkern). Außerdem hatte Meike Pech mit einigen Schlägen, da sie als Linkshänderin z.B. in dieser Situation an Bahn 10 Probleme mit dem Stand hatte: Hinter ihr ging es nämlich 1,5 Meter runter …

Meike mit Problemen

Außerdem begannen die Bahnen komplizierter zu werden, so wurden Steine und ganze Gartenbeete in den Weg gebaut. Gemein!

Stein im Weg

Stein und mehr im Weg

Letztendlich ist der reisende Teufel natürlich und verdientermaßen der neue Putt-Golf-Champion von Kelowna mit 68:86 (wobei die ersten 9 Löcher ausgeglichen waren). Nach einer ausgiebigen Ehrenrunde bei den Zuschauern (4 Vögel, diverse Schmetterlinge, ein Erdhörnchen und ein verblüffte Angestellte, der mit dem Rasenmäher zwischen den Bahnen unterwegs war und wirklich nix mit meinem Jubel anfangen konnte) ging es dann weiter.

Nach einem kurzen Stopp bei der Tourist Info haben wir uns entschlossen, zum Kettle Valley Rail Trail zu fahren, einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, die nun zum kombinierten Wander- und Radweg umgebaut wurde. Dort kann man sich Fahrräder mieten und dann mit diesen die Strecke entlangfahren. Auf dem Weg kamen wir an einem Ausblick über Kelowna vorbei – wir mögen die Stadt sehr! Auf dem Panoramabild kann man unter anderem erkennen warum.

Panorame von Kelowna

Der Rail Trail liegt teilweise im Myra Canyon und ist seit dem Abbau der Bahntrasse in 1989 zum Wander- und Radweg umgebaut worden. In 2003 wurden große Teile der Strecke Opfer eines Waldbrandes, der unter anderem 12 der 18 Brücken („Trestles“ genannt) zerstörte. Diese wurden durch viel Eigeninitiative der Bürger von Kelowna und dem Bundesstaat British Columbia wieder aufgebaut und stehen seit 2006 wieder zur Verfügung. Leider waren heute einige Teile der Strecke (ab Trestle #3) gesperrt, sodass unsere Strecke lediglich 14 Kilometer betrug. Bei den 27 °C wollten wir jetzt aber auch keine Tour de France-Etappe starten, also sind wir gemütlich die Strecke geradelt.

Kettle Valley Rail Trail

Kettle Valley Rail Trail

Kettle Valley Rail Trail

Kettle Valley Rail Trail

Beeindrucken war zuerst einmal, wie deutlich man die Folgen des Waldbrandes 10 Jahre später noch sehen konnte. Aber auch, wie gut die Natur sich schon regeneriert hat, denn zwischen den verbrannten Baumstümpfen wachsen schon wieder neue Bäume und andere Pflanzen. Das zweite, was beeindruckend war, waren die Brücken oder Trestles.

Kettle Valley Rail Trail

Kettle Valley Rail Trail

Und natürlich die 2 Tunnel, durch die man gefahren ist.

Kettle Valley Rail Trail

Kettle Valley Rail Trail

In den Tunneln und im Schatten war es schon recht kühl, wohingegen es in der Sonne angenehm warm war.

Von den Brücken hatte man eine schöne Aussicht und entlang der Strecke waren einige Informationstafeln angebracht, an denen man Informationen zur Strecke oder zu der Umgebung erhalten konnte.

Kettle Valley Rail Trail

Leider war die Strecke doch kürzer als gedacht und nach kurzer Zeit waren wir auch schon am Umkehrpunkt und es ging zurück.

Danach haben wir uns einem neuen FastFood-Laden (für uns neu) zugewandelt: Arby´s (Insider-Witz: „What´s a pirates favourite fast food chain? – Arrrrrrrrby´s ….“) Witzig: Als wir in der Schlange standen und die Möglichkeiten gesichtet haben, kam eine alte Dame zu uns und meinte „Entschuldigung, wir haben hier ein Angebot gekauft, schaffen aber das zweite Sandwich nicht – wollen Sie das haben? Es ist gerade erst gekauft!“ – die Bedienung nickte dazu, es war also wirklich frisch und die beiden alten Leute waren satt. Super – kostenloses Essen!

Das Essen haben wir dann im Hotel eingenommen und, wegen oben genannten Indern, ein Nickerchen gemacht.

Dann ging es noch einmal nach Kelowna in die Parks und die Strände entlang des Okanagan Lakes.

Okanagan Lake

Kelowna Park

Kelowna Beach

Kelowna Beach

Kelowna als Stadt hat es uns echt angetan. Es gibt hier viele gute Restaurants, Bars, Museen, Parks und Strände. Das Wasser im See ist sauber, es gibt viele Boote, Golfplätze, Weingüter und Obstplantagen. Und es sind viele junge Leute auf den Strassen unterwegs (Kelowna hat auch eine Universität), es wird viel Musik gespielt. Richtig ein Wohlfühl-Ort, wobei auch das super Wetter seinen Beitrag zu unserer Stimmung beigetragen hat.

In den Parks gibt es auch viele Sportplätze (Volleyball, Basketball, Feldhockey, Beach-Volleyball, Ultimate-Frisbee, …) und auch einen Fussball-Platz, wo anscheinend ein offizielles Spiel stattgefunden hat. Na, wenn der Nationalsport Deutschlands zu sehen ist, da gehen wir doch einfach mal hin.

Soccer Game of the KMSL

Zu sehen ist das Spiel der KMSL Division 1 zwischen S.O.B. FC und Modern Furniture Pikeys. Die Liga ist eine lokale Freizeit-Liga, in der in 3 Ligen 40 Mannschaften Kelownas spielen – nicht schlecht für eine Stadt von etwa 120.000 Einwohnern mit einer semi-Pro Eishockey Mannschaft. Wir haben uns dann noch ein wenig mit den Auswechselspielern von S.O.B. unterhalten, meistens Engländern, die uns zuerst schon anwerben wollten („Hey, man kann sich auf der Homepage auch anmelden, wenn man spielen möchte und sich ein Team aussuchen!“) … bei der großen Anzahl von Rumpelfüsslern hätten wir sogar Chancen … und dann erstmal herausfinden mussten, gegen wen sie eigentlich spielen (Frage an den Trainer von einem Spieler „Hey mate, who are the others anyway?“). Während der Unterhaltung hat S.O.B., aktuell im hinteren Teil der Tabelle, sogar ein Tor geschossen. Wie, das wusste niemand. Kam wohl auch eher überraschend, denn der Gegner ist 3. in der Tabelle. Wir verabschiedeten uns auf dem Höhepunkt des Spiels und sind wieder ins Hotel gefahren.

Durch die große Portion bei Arrrrrrby´s haben wir heute auf ein Abendessen verzichtet und versuchen noch etwas Schlaf nachzuholen. Morgen geht es nach Ainsworth Hot Springs – da haben wir uns gerade ein Zimmer im Resort neben den Hot Springs reserviert. Hoffentlich hält das Wetter …

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