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Im Auftrag des (schwedischen) Bieres

Nachdem wir so viel Kultur erlebt hatten, stand uns der Sinn doch eher nach dem Genuss. Und, wie so oft, war das Thema des handwerklich gebrauten Bieres unserer Ideengeber für die Auswahl der Lokale.

So nutzen wir ja gerade die verbreitete App Untappd, welche als eines von vielen Features die Suche nach einem nahen Craftbeer-Lokal hat. Und so fanden wir den Laden „Ladan„.

Ein sehr nord-amerikanisch angehauchter Taproom, der natürlich wochentags kurz nach dem Mittag lediglich von ein paar Hipster bei ihrer Mittagspause und einer kleinen Gruppe amerikanischer Touristen komplett leer war. Also perfekt für uns, um mit einem der Inhaber ein paar Worte über die Craftbeer-Szene in Stockholm zu sprechen und dann 4 Empfehlungen zu probieren.

So fanden unter anderem ein Pivot Pils von O/O Brewing, ein Brännskär Brown Ale von der sehr einfach auszusprechenden Nynäshamns Ångbryggeri oder auch ein sehr kräftiges Stout mit Salzkaramell, Kokos und Tonkabohnen namens Candy2 von der Dugges Bryggeri ihren Weg in unsere Mägen. Letzteres war zwar sehr alkohollastig aber super lecker. Und die Brauer hatten wir spannenderweise bei der Punk AGM 2019 in Aberdeen schon bei einem Tasting ihrer Biere getroffen. Ach ja, AGM wäre auch mal wieder schön …

Nach dem, wie schon gesagt sehr starken, Stout wollten wir uns dann doch lieber etwas bewegen. Und auf unserer Bier-ToDo-Liste standen noch ein paar Lokalitäten. Und eine davon lag im Stadtteil Södermalm, zu dem wir mit der U-Bahn hinfuhren.

Södermalm selber ist so eine Art Hipster-Stadtteil geworden. Während unseres kurzen Aufenthaltes wurde uns dies zumindest öfters so erzählt. So richtig erkennen konnte man es nicht, viel mehr war es eine recht bunte Mischung aus Vorstadt, neuen Geschäften, skuriller Dinge und mehrere breite Straßen.

Wir hatten hier das Gefühl, dass wir uns doch lieber noch etwas bewegen sollten bevor es in die nächste Bar geht. Also machten wir einen größeren Bogen anstelle des direkten Weges und kamen so am Stadion von Hammarby IF, im Volksmund auch „Kanalplan“ genannt, vorbei.

Spannend aus zwei Gründen: 1. ist Hammerby tatsächlich ein Frauen-Verein, ähnlich wie früher Turbine Potsdam. Während wir am Stadion vorbei spazierten fand auch gerade das Training der aktuell in der 2. Liga spielenden Mannschaft statt.

Und 2. hat das Stadion interessante Nachbarn.

Welches Stadion kann sich schon rühmen einen Streichelzoo als Nachbar zu haben.

Nachdem wir die beiden Angestellten bei ihrem Versuch die Tiere in ihre jeweiligen Häuser zu bringen beobachtet haben, ging es weiter auf unserer großen Runde durch Södermalm.

Hier ein Bild, an dem man gut erkennt, dass man in Schweden ist.

Und hier ein Bild an dem man erkennt, dass es überall schottisches Bier gibt. Man muss nur wissen wo …

Wenn wir ehrlich sind waren die 2 Brewdog-Bars in Stockholm auch mit ein Grund für die Auswahl unseres Stopovers auf dem Rückweg von Island. Wir mögen halt den Vibe und die Art der Brewdog Bars, auch wenn es hier und da schon etwas wie eine „Corporate Identity“ anfühlt. Aber wenn es witzig ist, dann ist doch eigentlich auch gut.

Der Nachteil bei Brewdog: Die Biere kennen wir in der Regel schon. Aber in solchen Fällen kann man sich ja über die Guest-Taps her machen. Und dann genießen, wenn man nicht vom Nachbartisch in Beschlag genommen wird. Genauer vom neugierigen Hund am Nachbartisch …

Die Inhaber haben sich mehrfach entschuldigt, der treue Blick aus den Hundeaugen machte aber jede Entschuldigung überflüssig.

Schweren Herzens (auf beiden Seiten) ging es dann weiter in Richtung Innenstadt.

Nächster Halt: Die Mikkeller Bar.

Mit Mikkeller verbindet uns ja eine ambivalente Beziehung. Einerseits halt eine sehr unkonventionelle Marke, welche gerade als sogenannte „Gypsy Brewer“ fast nur kleinste Mengen produzieren. Andererseits auch teilweise echt überdreht und sehr … hip in der Außendarstellung.

Und dazu war der Laden auch sehr, sehr voll. Und da wir es nicht werden wollten (zumindest noch nicht) ging es weiter zum nächsten „Verified Venue“ aus Untappd. Solche gibt es hier nämlich einige und über die App kann man teilweise schauen, was es im Ausschank so gibt und dementsprechend planen.

Also kamen wir im Omnipollos Hatt an, ein Laden der gleichnamigen Brauerei. Auch hier ein hoher Hipster-Faktor, welcher aber durch die sehr gute Pizzen und unsere Gesprächspartner wieder wett gemacht wurde.

Irgendwie ziehen wir auch immer Menschen an, die sich gerne mit uns unterhalten – keine Ahnung, was das soll. Aber neben ein paar IPAs und der Pizza kamen wir mit einem niederländischen Groundhopper und seinem schwedischen Ultra-Kollegen ins Gespräch. Die beiden wollten eigentlich zu einem Konzert eines niederländischen DJs (klar, warum auch nicht dafür nach Stockholm), gingen dann aber vorerst lieber mit uns noch in eine weitere Bar. Dort wurde dann über die Schönheit verschiedenen Stadien in NRW gefachsimpelt (Lieblingsstadion von Tim war die Lohrheide in Wattenscheid). Angemessen skurril möchten wir mal sagen.

Für uns war dann aber auch bald Ende der Bier-Tour, denn einerseits wollten wir ja morgen noch was erleben und andererseits sollten auch noch ein paar Kneipen für morgen übrig bleiben. Also ging es mehr oder weniger direkt zur nahen „Tunnelbana“ Station „Slussen

Und dann ab zur T-Centralen Station, dem Hauptbahnhof.

Und hier trat wieder das gleiche Problem wir am Anreisetag auf: Viel zu viele Gänge, Treppen, Aufzüge und Ausgänge.

Und merke: Es gibt hier 2 Radisson Blu Hotels, von denen das aus unserer Sicht falsche ausgeschildert ist …

Aber dank Google Maps und der doch langsam einsetzenden Orientierung war es nur ein kurzer Weg zu „unserem“ Radisson Hotel.

Und dann ging es ab ins Zimmer und ins Bett – die Füße taten weh und der Magen war voll. Und nicht nur der … 😉

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