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Wanderung Bergischer Streifzug 12 – Wacholderweg

Das Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht ein sehr schönes. Viel erlebt, viel entdeckt, oft gut gegessen. Und auch 2026 begann vielversprechend, auch kulinarisch. Seien es Tapas …

… oder unsere Klassiker, die wir gerne aufwendig herstellen und genießen wie unser Dreierlei vom Lachs – inspired bei Harald Wohlfahrt – …

… die Karotten-Tomatensuppe von Alexander Huber …

… oder das koreanische Sesam-Ei mit Miso-Majo und Rindertartar von Sarah Henke.

All diese Köstlichkeiten – und in den Urlauben dokumentieren wir ja auch einiges davon – bedeuten aber auch, dass wir jetzt nicht gerade abgenommen haben. JA, Sport machen wir ein wenig und über Karneval 2026 nahm uns eine Virusinfektion die Entscheidung ab, wie viel wir uns dem Alkohol und dem Junkfood hingeben und brachte auch ein paar Kilo Verlust. Aber unsere Waage zeigte immer noch ungesunde Zahlen an. Und als wir so darüber nachgedacht haben, merkten wir, dass 2025 auch in einer anderen Sicht was besonders war: Wir waren fast gar nicht wandern!

Also … so fast gar nicht, außer in Urlauben, wo wir ja immer ohne Probleme auf über 10.000 Schritte pro Tag kommen.

Das muss anders sein und schon im zweiten Anlauf ging es dann wieder einmal mit dem Auto zu einer Wanderung. Schönes Wetter, ein paar Plusstunden und so standen wir um 12 Uhr an einem Wanderparkplatz im schönen Eckenhagen im Oberbergischen Kreis.

Eckenhagen ist ein heilklimatischer Kurort und liegt in der Gemeinde Reichshof. Von Köln etwa 50 Kilometer entfernt ist man über die A4 relativ schnell hier.

Jens hat mit dem Ort einige Verbindung, denn in dem hier liegenden Schwimmbad hatte er seine ersten Erfahrungen im Baby-Becken gemacht und war auch sehr, sehr oft mit Freunden hier („Wir sind die TuRa, aus Dieringhausen, wir treiben Turn- und Rasensport!“ – allez!).

Der Ort selber wird erst seit dem 12. Jahrhundert in geschichtlichen Quellen erwähnt. Heute ist Eckenhagen in jeder Jahreszeit ein Ziel für den regionalen Tourismus, denn am Blockhaus kann man Ski fahren und es gibt hier auch Langlauf Loipe. Im Sommer stehen eher Wanderungen und Radtouren auf dem Programm, es gibt aber auch ein Vogelpark und das schon erwähnte Hallenbad, jetzt aber mit Sauna. Auch der Heißluftballonsport hat hier eine Hochburg.

Früher war mehr Lametta und eben auch mehr Schnee und so gab es hier sogar mal eine Skisprung-Schanze, die 1927 erbaute und 1953 renovierte Heini Klopfer Schanze (Schanzenrekord 36 Meter). Die Schanze ist aber abgerissen.

Für uns interessanter ist heute der Aspekt, dass diese Gegend vor 200 Jahren vor allem für einen Baum bekannt war, der hier wuchs: Der Wacholder!

Seit dem Mittelalter wurden durch die hier siedelnden Menschen stetig Wälder abgeholzt, um Brenn- und Bauholz zu gewinnen. Weil die dadurch entstehenden Wiesenflächen zudem intensiv beweidet wurden, entwickelten sich große Heideflächen, auf denen sich als eine von wenigen Pflanzen der genügsame Wacholder mit seinen spitzen Nadeln behaupten konnte.

Diese fielen dann aber leider auch dem Menschen und seinem Baudrang zum Opfer und so gibt es heute nur noch 3 große Heideflächen auf denen Wacholder wächst. Und durch die seit 1940 unter Naturschutz stehende Branscheider Wacholderheide führt dieser knapp über 5 Kilometer lange Rundweg. Entlang des Weges informieren Tafeln ebenso über die Bedeutung des Wacholders als Gewürz in der Küche wie über seine heilenden Kräfte, beispielsweise gegen Nieren- und Blasenkrankheiten.

Interessante Einblicke gibt es zudem in die Mythen, die sich um den Wacholder ranken. So opferte man dem Baum früher etwa Wolle und Speisen, wenn ein Kind erkrankt war. Insbesondere in der Dämmerung kann seine ungleichmäßige Wuchsform aber auch wirklich furchteinflößend sein. Ein Grund mehr, auf diesem Weg das Geheimnis des Wacholders zu entdecken, wofür wieder diverse Tafeln bereit standen.

Also auf geht es … erst einmal bergauf! Und an einer frisch gedüngten Wiese entlang.

Aber das Wetter war super, es war angenehm warm, fast keine Leute unterwegs und so machten wir uns schnaufend auf den ersten Kilometer.

Boah, sind wir unfit.

Auf den Tafeln konnte man erkennen, wie schon im Jahr 1934 Bestände an Wacholder vernichtet wurden. Auch sieht man hier, wie viele verschiedene Namen der Wacholder alleine in dieser Region hat.

2000 Jahre kann ein Wacholderbaum alt werden, was in Europa nur noch von der Eibe übertroffen wird, die doppelt so alt werden kann. Und heute gibt es leider nur noch 3 Wacholdergebiete im Oberbergischen Kreis: Neben der durch die wir gerade wanderten noch eine in Hespert und eine in Wildberg.

Uns reichte heute schon diese hier, denn in einer angenehmen Runde ging es einmal durch Wald und über Felder wieder zurück zum Ausgangsort.

Schön zu sehen, dass auch die Pflanzen merkten, dass endlich der Frühling kommt.

Hier und da hatten wir auch einen schönen Blick auf Eckenhagen und die umliegenden Dörfer.

Und die letzten 1,5 Kilometer haben wir sogar etwas Kunst zur Auflockerung entdeckt. Im Internet haben wir bislang nichts darüber gefunden, aber uns hat es gefallen.

Zum Beispiel diese „Kusshaltestelle“!

Und dann waren wir, überraschend früh, auch schon wieder am Auto. Ein schöner Spaziergang, für eine Wanderung war das recht kurz und selbst wir in unserem sehr … gesetzten Zustand haben die Strecke ohne Probleme in knapp über 80 Minuten ohne Stress absolvieren können. Klar haben am nächsten Tag die Muskeln protestiert, dass sie nach Monaten mal wieder beansprucht wurden, aber es war eine schöne, kleine Tour.

Nicht schön war, dass wir eigentlich danach noch ins eingangs erwähnte Schwimmbad gehen wollten, weil früher (TM) da ein kleines, warmes Außenbecken war. Leider heute nicht mehr, es gibt nur noch das Schwimmbecken (was früher 24,8 Meter lang war, weswegen man da keine Rekorde schwimmen konnte!) und den Sprungturm in der Mitte (wo Jens Bruder mal ein Unfall hatte). Und eben die Sauna. Aber leider nix, um sich einfach in einem warmen Wasserbecken mal auszuruhen.

Und so ging es dann zurück nach Köln und dort unter die Dusche. Auch schön, aber leider nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Naja …

Abends gingen wir dann noch, nicht, dass wir doch noch abnehmen, im Köln Merheim in den Ahle Kohberg. Gut Essen macht eben auch Spass, genau wie die Wanderung.

Statistik:

  • Gelaufen am 06.03.2026
  • Dauer 1:23 Stunden
  • 5,6 Kilometer mit 127 hm

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