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Restaurant Kropf Bamberg

Nach dem kurzen Hopser von Nürnberg nach Bamberg nahmen wir unsere kleine, beschiedene Unterkunft in Augenschein.

OK, der Name „Residenzhotel“ war hier also Programm. Was übrigens anscheinend auch die Bundeswehr zu schätzen weiß, denn während unserer 3 Nächte hier war auch eine Armee-Delegation da, die irgendein Manöver vorbereiteten.

Der letzte Blog-Eintrag endete ja mit einem Essen. Um so erstaunlicher, dass der erste Programmpunkt in Bamberg, genau, wieder ein Essen ist. In Bamberg gibt es bekanntermaßen eine große Biertradition, was bedeutet, dass es natürlich viele Brauhäuser oder ähnliche Restaurants gibt. Wir wollten aber nicht nur Brauhausküche genießen, sondern haben uns auch ein im Guide Michelin empfohlenes Restaurant auf die ToDo-Liste gesetzt: Das Restaurant Kropf.

Dieses lag ein paar Kilometer von unserem Hotel entfernt, also ein schöner kleiner Spaziergang, um den Appetit anzuregen.

Das Restaurant liegt nördlich der Regnitz in einem schönen alten Stadthaus. Chefkoch Christopher Kropf zaubert hier fast ausschließlich regionale Produkte, bevorzugt von seinen Großeltern, die eine Gärtnerei und eine Fischerei betreiben.

Im wieder sehr schlicht und Corona-bedingt sehr locker betischten Gastraum wurden wir an einen Tisch geleitet und bekamen nach unserer üblichen Bestellung gleich den Gruß aus der Küche: Frischkäse-Praline mit Sesam auf Gurke. Frisch, einfach – ein guter Einstieg, wenn auch nix herausragendes.

Interessanter die 3 Butter-Variationen mit einer recht pikanten Paprika-Butter rechts. Dazu frisches und noch warmes Brot.

Nebem dem Aperetif (Jens hatte einen Gin&Tonic mit einem fränkischen Gin – sehr spannend) gab es die Vorspeisen. Von links nach rechts: Orange-Fenchel mit Kalbstartar (sehr gut), eine Suppe (naja) und ein Pastinaken-Schnittlauch-Salat und die Brust vom Schwarzfederhuhn (sehr gut). Alles – das hier hier halt Programm – aus der näheren Umgebung. Das ist natürlich schon ein Statement, wenn man solche Dinge hier um die Ecke bekommt.

Als Zwischengang dann Muskatkürbis, Chicoree, Morcheln und Flussbarsch aus der Regnitz. Zusammen mit frisch geräuchertem Aal, ebenfalls aus der Regnitz.

OK, die Morcheln waren jetzt nicht so der Fall für Jens, Meike freute sich um so mehr. Dafür war der Fisch der Hammer: Krosse Haut, saftig und sehr lecker. Und der Aal war lauwarm, frisch geräuchert und fantastisch.

Wunderbar!

Danach zur Auflockerung vor dem Hauptgang ein Mandarinensorbet mit weißem Secco. Sehr erfrischen, auch wenn das Sorbet etwas dünn war. Der Secco war dagegen etwas trocken. Aber passte schon.

Dann aber der Hauptgang. Hier haben Meike und Jens unterschiedliche Gerichte gewählt, denn es gab 3 zur Auswahl – den Zander haben wir nicht genommen.

Dafür hatte Jens das frisch geschossene und abgehangene Wild aus der Pacht vom Opa des Kochs. Mit einer fantastischen Wacholderjus. Und besonders das punktgenau rosa gebratene Filet war unglaublich zart, wenn auch etwas fad. Aber dafür war ja die Soße da – zusammen wieder sehr, sehr gut.

Meike hatte sich für geschmorte Ochsenbäckchen entschieden und war damit nicht sonderlich zufrieden. Die Stücke waren doch sehr sehnig und es war noch viel Gelatine dran. Dafür war aber das Gemüse sehr gut.

Danach Käse! Endlich wieder – zumindest aus Jens Sicht. Diese drei Stücke, wo uns leider die Aushilfs-Kellnerin nicht genau sagen konnte, was das war, kommen aus Erlangen. Vermutlich aber ein Blauschimmel, ein Ziegenkäse und ein Rohmilchkäse.

Dann ein Pre-Dessert: Cassis, Limette, Matcha Tee und ein Apfel-Sorbet. Sehr frisch, sehr zitrus-lastig aber genau das Richtige nach dem Hauptgang bzw. dem Käse.

Und, quasi um den Kreis zu schließen, kam wieder drei kleine Tellerchen wie beim ersten Gang auf den Tisch. Diese dann allerdings logischerweise mit dem, sehr schokoladenlastigen, Nachtischen: Cheesecake und dunkle Schokolade, Tonkabohnen und Zwetschgencrumble sowie eine gebrannte Creme mit Birne.

Alles in allem 10.000 Kalorien, aber jede einzelne davon war lecker.

Das Restaurant Kropf war wirklich gut. Vor allem der regionale Bezug machte die Gänge nochmal interessant, die Weinbegleitung bestand übrigens auch nur aus fränkischen Weinen, möglichst auch biologisch nachhaltig produziert. Es muss halt nicht immer das einmalige Huhn aus TImbuktu sein, die lokalen Produzenten bieten auch Qualität, die der gehobenen Küche was bietet.

Ach so, wegen den Kalorien haben wir auf ein Taxi zurück verzichtet und sind noch einmal spaziert. Sonst gibt es auf der Rückfahrt einen Achsbruch, so viel wie wir hier essen. 😉

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