Nachträglich im Dezember 2025 gebloggt – Original vom 31.01 bis 02.02.2019
Wir sind ja Mitglieder in diversen Programmen wie Accor, Lufthansa, Aegean, Radisson und so weiter. Jens hatte nach seinem beruflichen Einsatz in Paris auch eine gewisse Menge an Punkten bei dem damals noch existierenden Thalys-Programm. Und bevor die Punkte verfallen, was macht man da? Genau: Sie einlösen!
Und so standen wir im Februar 2019 auf einmal auf dem „Grote Markt“ in Brüssel. Hergefahren sind wir mit dem Thalys von Köln aus in der damals noch existierenden „ersten Klasse“, inklusive Essen und Trinken, was auch unser Rückweg werden sollte. Das Hotel für die nächsten 3 Nächte war das Novotel direkt an Brüssel Midi.
Und bezahlt hatten wir für alles unsere Punkte und etwa 30 Euro …
Also erkundeten wir Brüssel, was prinzipiell immer eine gute Idee ist.
Brüssel ist eine der 19 Gemeinden der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt und die Hauptstadt des Königreichs Belgien mit knapp 200.000 Einwohnern. Die Region zählt 1,2 Millionen Einwohner.
Brüssel ist die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Belgien, Sitz der Institutionen der Flämischen und Französischen Gemeinschaft Belgiens sowie von Flandern und Hauptort der Region Brüssel-Hauptstadt. Zudem stellt die Stadt den Hauptsitz der Europäischen Union sowie den Sitz der NATO, ferner den des ständigen Sekretariats der Benelux-Länder, der EUROCONTROL und auch der ehemaligen Westeuropäischen Union.
Viele Dinge für die Stadt, die 1229 schon das Stadtrecht erhielt. Diese erste Version von Brüssel war aber grundsätzlich nur eine 4 Kilometer lange Mauer rund um die Handwerkersiedlung, wo heute der große Markt liegt. Am Hang des östlich der Siedlung liegenden Coudenbergs entstand dann in mehreren Bauphasen ein Palast, Sitz der Herzöge und Könige bis zu Kaiser Karl V.. Schon im späten 14. Jahrhundert war die Stadt so stark angewachsen, dass man einen zweiten Mauerring errichtete.
Das Rathaus wurde 1401 bis 1421 gebaut. 1426 bekamen die Handwerkerzünfte maßgeblichen Einfluss in der Stadtverwaltung. Um den Großen Markt reihten sich prächtige Zunft- bzw. Gildehäuser.
Einige Jahrzehnte später waren immer wieder andere Teile eingemeindet und die Stadt wuchs auf ihre heutige Größe an. Und an den zwei Tagen, die wir in Brüssel waren, erkundeten wir einige Teile davon. Und begonnen haben wir gleich nach der Ankunft mit dem Highlight, dem Marktplatz, auch „grote Markt“ genannt.
Brüssel punktet also nicht nur Export-Schlager „Schokolade“ und „Bier“, wobei die auch omnipräsent waren. Gerade in den touristischeren Gebieten.
Aber auch sonst entdeckten wir die ein oder andere schöne Ecke.
Für den ersten Abend hatten wir uns sogar ein Gourmet-Restaurant ausgesucht, das aber doch überraschend schwierig zu finden war und uns an die ein oder andere nicht so touristische Ecke der Stadt brachte.
Am Ende war des Rätsels Lösung, dass das Restaurant im Radission Hotel liegt. Wo dann zu allem Überfluss noch eine Party mit dem Motto „Endzeit / Atomkrieg“ stattfand, was der ganzen Situation nochmal eine Ebene mehr „Komisch!?!?“ einbrachte.
Aber dann hieß es: Rein in das Restaurant und Schlemmen – dies wird aber in einem anderen Artikel separat geschildert. Für uns ging der Tag dann am nächsten Morgen weiter und wir hatten uns vorgenommen ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Natürlich gab es weiterhin viel Schokolade, Bier und Comics. Was manchmal uns beide und manchmal nur einen von uns interessierte … 😉
Und natürlich führte unser Weg auch zum berühmten „Manneken Pis“, einem der Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt.
Schon 1388 gab es an der Ecke Stoof und Eikstraat einen Brunnen mit einer Steinstatue namens Julianekensborre. Weder die Statue selbst noch ein Bild von ihr sind allerdings erhalten, so dass es nicht sicher ist, dass diese Statue urinierte. In einem Archivdokument von 1452 wurde dies aber erwähnt und zu besonderen Anlässen urinierte die Statue Bier oder Wein anstelle von Wasser, eine Tradition, die auch am burgundischen Hof in Mode war.
Die 61 Zentimeter hohe Bronzestatue die man heute kennt steht an der Ecke Stoofstraat/Eikstraat und wurde in der ersten Version 1619 von einem Brüsseler Bildhauer geschaffen. Die Figur wurde wiederholt gestohlen, schwer beschädigt und wieder ersetzt. Die heutige Statue ist eine Kopie aus dem Jahr 1965.
1985 hat das Manneken Pis mit Jeanneke Pis ein weibliches Gegenstück und 1998 mit Zinneke Pis einen Hund als Pendant bekommen.
Zurück zu Comics … 😉
Weiter ging es durch das neblige Wetter, links und rechts gab es aber immer wieder etwas zu sehen.
Dann standen wir vor dem weiblichen Pendant des pinkelnden Jungen: Jeanneke Pis.
Direkt gegenüber liegt eine Delirium Bar, dafür war es aber noch zu früh. Selbst für uns.
Und, um das Trio zu vervollständigen: Zinneke Pis. Im Brüsseler Dialekt bedeutet „Zinneke“ in etwa so viel wie „räudiger Straßenköter“.
Natürlich sind wir auch etwas mit der Metro gefahren, auch wenn das System hier nicht sooo intuitiv ist. Aber die Wagen waren wenigstens modern.
Und wenn wir schon einmal dabei waren: Brüssel hat im Vorort Schaarbeck die Train World, das offizielle Eisenbahnmuseum der SNCB.
Das Museum ist in den Gebäuden des Bahnhofs Schaarbeek untergebracht. Es wurde am 25. September 2015 eröffnet. Die Sammlung des früheren Eisenbahnmuseum Mechelen wurde in das neue Museum integriert.
Im über 8.000 m² großen Museum werden in einem Ausstellungskonzept 22 Lokomotiven ausgestellt. Dabei spielen Geräusche, Musik, Gerüche und wechselnde Beleuchtung eine wesentliche Rolle. Es gibt insgesamt 1200 Ausstellungsobjekte, einschließlich einer originalen Eisenbahnbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke ist die Pays de Waes-Lokomotive aus dem Jahr 1845, die als eine der ältesten erhaltene Lokomotiven am europäischen Festland gilt.
Und hier gab es sehr viel zu sehen, neben Modellen wie einem des Bahnhofs von Liège-Guillemins, der 2009 im Rahmen eines Um- und Neubau unter der Leitung des Architekten Santiago Calatrava zu einer der schönsten Stationen die wir bislang gesehen haben.
Oder eben die Geschichte der Eisenbahn in Belgien.
Kleine Remineszenz an „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“.
Natürlich gab es auch Rollmaterial, das man sich anschauen konnte. Und dabei in den berühmten „guten alten Zeiten“ schwelgen.
Dieser Wagen der belgischen TEEs, eine Abkürzung für Trans-Europ-Express, gehörte zu einer besonders komfortable Zuggattung im internationalen Schienenpersonenfernverkehr. Sie verkehrte ab 1957 zwischen den sechs Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie Österreich, der Schweiz und Monaco, später auch von und nach Spanien sowie Dänemark. Zeitweise waren dabei über 130 Städte miteinander verbunden. TEE-Züge waren reservierungspflichtige Tagesreisezüge und führten ausschließlich die erste Wagenklasse, darüber hinaus war ein Zuschlag erforderlich. Jedes Zugpaar hatte einen individuellen Zugnamen. Der TEE erreichte eine Geschwindigkeit von zunächst 140 km/h, später bis zu 200 km/h, und war vor Einführung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs die höchste Zugkategorie. Den Reisenden standen ein Zugsekretariat und eine Bordküche zur Verfügung, teilweise auch Barwagen.
Und natürlich waren auch moderne Züge ausgestellt.
Auf die ganzen, fast schon lehrreichen Eisenbahn-Dinge folgte … Craftbeer mit unserem ersten Besuch (von vielen, die noch folgen sollten) im Brewdog in Brüssel.
Schon damals: Viele Sticker auf den Toiletten und auch einige aus der biertechnischen Heimat.
Mit der Metro ging es dann zu einem weiteren Craftbeer-Venue, den wir besuchen wollten.
Das Brussels Beer Project, von denen wir schon viele leckere Biere probiert hatten.
Der Laden war aber relativ voll und irgendwo hier muss Jens leider auch seinen Brewdog Pass verloren haben. Die Toilette, keine Ahnung warum wir gerade hier so viele Klos fotografiert haben, war wieder schön bunt.
Und im Hotel dann noch ein letztes Bier. Was in Belgien vom Alkoholgehalt eher in Richtung eines Digestif denn in Richtung Bier ging.
Der zweite Tag war dann glücklicherweise sonniger und am Vormittag hatten wir noch was Zeit die Parks und neuere Stadtteile zu erkunden.
Natürlich besuchten wir den Königliche Palast im Zentrum am Ende des Königlichen Parks, der bei dem sonnigen Wetter zu einem Spaziergang einlud.
Dann ging es noch in einer kleinen Runde durch das langsam erwachende Brüssel.
Und weil das Wetter so schön war ging es noch einmal zum großen Platz. Der „Grand-Place“ oder eben „Grote Markt“ ist der zentrale Platz der belgischen Hauptstadt Brüssel und eines ihrer Wahrzeichen. Mit dem gotischen Rathaus und seiner geschlossenen barocken Fassadenfront gilt er als einer der schönsten Plätze Europas und wurde 1998 als Ensemble in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Völlig zurecht!
Naja und dann ging es zurück zum Hotel, Koffer abholen und mit dem Thalys zurück nach Köln.
Brüssel in 2 Tagen für 30 Euro ist natürlich ein unglaubliches Angebot gewesen, was wir aber durch diverse andere Zugfahrten und Hotelübernachtungen quasi subventioniert hatten. Die Stadt ist aber so oder so ein Besuch wert und wir können jedem nur empfehlen sich die Stadt mal anzuschauen und zu erkunden.


















































