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Zurück mit Stadtbahn, Regionalexpress & Co.

Nachteil nach einem Gourmet-Essen außerhalb des Rheinlandes: Der nächste Morgen beginnt oft etwas träge und zu früh, denn meistens folgt auf das Essen am Samstag die Rückfahrt am Sonntag. Das war leider heute nicht anders und so holte uns ein fieser Wecker aus dem schönen Schlaf.

Aber die Couch rief nach uns und wir wollten auch nicht zu spät fahren. Denn auch die Rückfahrt sollte ja mit dem Deutschlandticket erledigt werden und da wollten wir nicht dann unterwegs sein, wenn das alle anderen sind. Dementsprechend pulten wir uns aus dem Bettchen, packten unsere kleinen Koffer, checkten aus und gingen zur Straßenbahn.

Vorbei am berührtem „Bahlsen-Keks“, der ja in der neueren Vergangenheit eine spannende Geschichte bietet. Denn Anfang 2013 wurde er von bis heute unbekannten Dieben entwendet. Der Kekses selber besteht aus Messing und wurde um 1910 angefertigt. Kurz nach dem Diebstahl erhielten die Hannoversche Allgemeine Zeitung und Bahlsen ein Bekennerschreiben mit dem Foto eines mit dem Keks posierenden Unbekannten in einem Krümelmonsterkostüm. Außerdem wurde gefordert, dass eine Schokoladenkeks-Spende an das Kinderkrankenhaus auf der Bult sowie die Spende der Belohnungssumme in Höhe von 1.000 € an ein Tierheim in Langenhagen zu zahlen. Andernfalls komme der goldene Keks „zu Oskar in die Mülltonne“.

In einer Pressekonferenz weigerte sich Bahlsen jedoch, auf die Forderungen des Erpressers einzugehen. Stattdessen bot das Unternehmen an, im Falle einer Rückgabe 52.000 Kekspackungen an 52 soziale Einrichtungen zu spenden. Daraufhin erklärte sich der Täter in einem zweiten Schreiben bereit, den Keks zurückzugeben. Er wurde schließlich ein paar Tage später aufgefunden, befestigt mit einer roten Schleife witzigerweise am Bronzestandbild des Niedersachsen-Pferdes vor der Leibniz-Universität in Hannover. Die Polizei bestätigte, dass es sich dabei um den gestohlenen Keks handelte, und ermittelte gegen die unbekannten Täter wegen Diebstahl und Erpressung. Den gefundenen Keks untersuchte das Landeskriminalamt Niedersachsen kriminaltechnisch auf Finger-, DNA- und Faserspuren.

In einem dritten Schreiben ein paar weitere Tage später forderte das Krümelmonster Bahlsen zur Einhaltung ihres Versprechens auf, was Tags darauf vom Unternehmen bestätigt wurde. Und es wurden alle interessierten gemeinnützigen Einrichtungen aufgefordert, sich für eine Keksspende zu bewerben.

Nach der Rückgabe des Kekses wandelte die Staatsanwaltschaft Hannover die ursprünglich angenommenen Tatbestände der versuchten Erpressung und des Diebstahls in Sachbeschädigung um. Einen Tag später, am 14. März, gab Bahlsen die per Los bestimmten Empfänger der Keksspenden bekannt und begann mit der Auslieferung. Im Mai 2013 stellte die Staatsanwaltschaft Hannover das Verfahren ein, da die Identität der Täter nicht ermittelt werden konnte.

Eine letzte lustige Anekdote aus Hannover aber jetzt ging es runter zur Stadtbahn, um die paar Haltestellen zum Hauptbahnhof zu fahren.

Dort befürchteten wir schon wieder schlimmes, denn auf dem Gleis, wo nach einem IC nach Amsterdam unsere Regionalbahn zurück nach Minden fahren sollte, stand erst einmal ein Güterzug. Mitsamt einigen Menschen in Warnwesten, was bei einem Zug nie ein gutes Zeichen ist.

Gut das der Hannoveraner Hauptbahnhof nicht nur eine völlig überteuerten Kiosk (Jens muss endlich mal lernen auf die Preise zu schauen und nicht einfach Wasser für 4 Euro kaufen!), sondern auch ein paar Gleise mehr hat und so konnten der IC und unsere RE70 auf dem gleichen Bahnsteig auf dem anderen Gleis einfahren.

Ein angenehm leerer RE70, wie wir fanden. Und trotz des Gleiswechsels fast pünktlich.

45 Minuten später waren wir wieder in Minden, wo es wieder windig und kalt war. Und voll, denn heute hatte die Arminia in Bielefeld ein Heimspiel, was viele Fans aus der Region in die Züge gen Bielefeld drängte. Fussballfans sollten heute unsere größte Sorge werden.

Also … eine unserer größten Sorgen, denn der RRX6, mit dem wir fahren wollten, war nicht da. Und sollte auch nicht so bald kommen, weswegen wir hier mehr oder weniger gestrandet waren. Gut, mit einem Mettbrötchen kann man ja so einiges trösten, aber weg wollten wir hier schon nochmal irgendwann.

Grund war, dass auf dem Weg von Köln hierhin mehrere Effekte sich aufaddierten und daher der Zug eben zu spät ankam. Und da die Züge direkt wenden und zurückfahren und es keinen Puffer gibt, passiert das halt. Kann die Bahn nix für, denn die Züge werden von den jeweiligen Landesregierungen bestellt und wenn man da knapp plant, dann reicht eine kleine Verzögerung aus.

Irgendwann kam der Zug dann auch, wir halfen einem Rollstuhlfahrer noch schnell in den Zug und suchten uns wieder einen schönen Vierer oben. Wobei man heute schnell merkte, dass doch mehr Leute unterwegs waren als Freitag Vormittag. Jens suchte kurz vor dem Ruhrgebiet nach Alternativen, denn der Umweg über Neuss und Dormagen wäre zwar auch gegangen, aber vielleicht findet sich ja eine Alterantive.

Fand sich! Der RRX6 fährt über Hamm, von wo aus auch der RRX1, der NRW-Express abfährt. Und der fährt ab Düsseldorf direkt über Leverkusen nach Köln-Mülheim und somit quasi fast bis vor die Haustür.

In Hamm war uns das Umsteigen aber mit 2 Minuten zu knapp, denn einmal quer durch den Bahnhof, das klingt nach keiner guten Idee. Aber: Ein Halt später in Kamen sollte klar sein, ob wir oder der NRW-Express als erstes aus Dortmund in Richtung Essen abgefahren sind. Und da die Bahn-App das so anzeigte, stiegen wir in Kamen aus dem inzwischen sehr vollen RRX6 aus …

… und in den recht leeren, weil gerade erst losgefahrenen RRX1 ein.

Wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert! Denn so konnten wir im, im Gegensatz zum RRX6 sehr verschmutzten, RegionalExpress gemütlich wieder sitzen und durch das Ruhrgebiet ins Rheinland flitzen. Jetzt wieder pünktlich auf die Minute übrigens.

Und mit 3 Minuten Verspätung, die uns aber ehrlich gesagt egal waren, kamen wir am „schönen“ Bahnhof Köln-Mülheim an. Gut, das Ende hätte schöner sein können, aber so ist es halt an Kölns dritt-wichtigsten Bahnhof im Moment.

Fazit: So eine Strecke kann man mal mit dem Deutschlandticket machen. Große Koffer sollte man aber nicht dabei haben und eine gewisse Spontanität sollte man auch haben. Aber das geht alles und im Großen und Ganzen war die Fahrt auch echt angenehm.

So … und in welche Sterne-Restaurants kommt man jetzt noch mit einmal Umsteigen und dem Deutschlandticket hin? Hmmm … 😉

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