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Rund um Stonehaven

Heute am Tag der AGM (Annual General Meeting) von Brewdog hatten wir uns für den Vormittag einen Ausflug nach Stonehaven überlegt, einen kleine Ort etwa 30 Kilometer südlich von Aberdeen.

Nachdem wir uns bei dem geparkten Auto getroffen haben und auf dem Weg noch die Überreste von einigen (der Größe des „Flecks“ nach zu urteilen mehreren Hundert) Möven auf unserem SUV entfernt haben, kamen wir bei bestem Wetter in Stonehaven an.

Stonehaven ist lt. Wikipedia der Ort, an dem 1992 der fritierte Marsriegel erfunden wurde. Das hatte uns nicht so interessiert, sondern eher das wiederum etwas südlich gelegene Dunnottar Castle.

Auf einem weitestgehend leeren Parkplatz stellten wir unser Auto ab und gingen einen kleinen Fußmarsch zum Castle, welches auf einem Felsen innerhalb einer Bucht liegt.

Nach einem kleinen Ab- und Aufstieg kamen wir im Castle an, zahlten unseren Eintritt und hatten dann selbiges fast die ganze Zeit für uns alleine.

Das Castle selber wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und erlangte im 16. Jahrhundert Berühmtheit, da die schottischen Kronjuwelen hier aufbewaht wurden.

Am 1. Januar 1651 wurde Karl II. mit den Schottischen Kronjuwelen (Krone, Schwert und Zepter) zum König gekrönt, die Kronjuwelen konnten allerdings aufgrund des Bürgerkriegs nicht nach Edinburgh zurückgebracht werden. Der Earl Marischal hatte als „Marischal of Scotland“ die Verantwortung für die Insignien und entschied, sie in Dunnottar zu verstecken. Katherine Drummond brachte sie, in Säcken voll Wolle versteckt, an ihr Ziel. Im November 1651 begannen die Truppen von Oliver Cromwells die Belagerung des Schlosses.

Zum Verschwinden der Kronjuwelen gibt es zwei Erzählungen. Frau Fletcher erklärte 1664, sie habe während dreier Schlossbesuche im Februar und März 1652, Krone, Zepter und Schwert zwischen Säcken mit Waren versteckt und so fortgeschafft. Eine andere Quelle aus dem 18. Jahrhundert berichtet, die Kronjuwelen seien zum Strand hinuntergelassen worden, wo sie von Fletchers Bedienstetem in einem Behälter mit Seetang weggebracht wurden.

Nachdem die Kronjuwelen von Dunnottar Castle weggebracht worden waren, vergruben Frau Fletcher und ihr Mann sie unter dem Fußboden der alten Kirche von Kinneff.

Neben der Geschichte des Castles, welches auch einige brutale Morde z.B. an Protestanten im Jahre 1685 beinhaltet, liegt der Reiz natürlich an der Lage.

Einige Tiere hatten es sich auch rund um das Schloss herum gemütlich gemacht.

Ihren Unmut über unsere Störung taten sie dann auf ihre Weise kund:

Aber davon liessen sich die Burgfäulein nicht weiter irritieren … 😉

Weiter ging es durch die 11 Gebäude und den Innenhof.

Besonderen Reiz übte auf Meike, Markus, Walter und mich natürlich die „Brewery“ aus …

Wir meinten hier noch Reste von Hefe in der Nase gespürt zu haben – aber das mögen auch schon Vorahnungen für den Nachmittag gewesen sein.

Nach und nach wurde das Castle allerdings immer mehr bevölkert, zum Beispiel von einer sehr lauten polnischen Familie. Naja, aber was will man an einem so schönen Tag auch anderes erwarten – das ist einfach zu schön hier gewesen.

Also haben wir uns wieder auf den Weg zum Auto begeben. Markus und Walter haben noch einen Abstecher auf einen nahen Hügel mit schönem Blick auf das Castle gemacht. Meike und Jens haben die Zeit für ein Frühstück an einem kleinen Imbisswagen genutzt.

Danach haben wir uns noch einen zweiten Ort ausgesucht, den wir besuchen wollten:

Fowsheugh, ein Reservat des RSPB (Royal Society for the Protection of Birds). Dort sollen sich im Frühjahr immer viele Papagaientaucher befinden. Vorneweg: Leider waren (noch) keine hier zu sehen.

Das Reservat ist ein etwa 1 Kilometer an der Küste entlang führender Weg. Am Anfang ist dieser noch relativ unspektakulär, was sich allerdings recht schnell ändert, wenn man einen Blick auf die Steilküste bekommt.

Auf dem letzten Foto kann man es erkennen: Tausende Möven und andere Vögel, die Brüten, Fische jagen und herumfliegen. Ein Heidenlärm und sehr beeindruckend.

Die vielen Vögel locken auch den ein oder anderen Vogel-Essenden Kameraden an. Und ab und an sollen sich sogar Delfine hierhin verirren – Fisch scheint es ja genügend zu geben.

Wir haben uns hier einige Zeit gelassen und der Natur zugesehen. Und dabei die Zeit ein wenige vergessen, wie sich später herausgestellt hat.

Aber ein wirklich sehr interessanter und schöner Vormittag, den wir am Hafen in Stonehaven bei einem Mittagessen haben ausklingen lassen. Und dann ging es zurück nach Aberdeen zum eigentlichen Grund unserer Reise: Der AGM!

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