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Restaurant Huberwirt Pleiskirchen

Wie wir auf den Huberwirt gekommen sind? Nun, vor ein paar Jahren haben wir von Jeunes Restaurateurs d’Europe (JRE) gehört, einer Vereinigung von jungen Küchenchefs, die mit einem Fokus auf regionale Küche ihre Kochkunst weiterentwickeln wollen und ein Netzwerk für junge Köche bietet. Patron der JRE ist z.B. Hans-Stefan Steinheuer aus dem Ahrtal, den wir ja auch schon mal besucht haben.

Diese Restaurants bieten oft ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und spannende Küche – enttäuscht wurden wir hier noch nicht. Also suchten wir auf der Strecke nach und von Wien nach solchen Restaurants, die wir als „Zwischenstopp“ vorsehen können.

Im modern und trotzdem urig bayrisch eingerichteten Schankraum wurde uns ein Tisch an der Seite zugewiesen, die Bestellung aufgenommen und .. ab geht die wilde Fahrt.

Zuerst der bayrische Gruß aus der Küche – herzhaft und modern interpretiert mit starken Wald-Aromen.

Gang 1 des Menus: Huchen im Lardo, dazu Linsen, Radieschen, Kräuter und (noch nie gesehen) Sonnenblumeneis.

Sehr viele Komponenten, die aber gerade im Zusammenspiel wirklich gut funktioniert haben. Gerade der Lardo war sagenhaft und bot eine gute Basis für die anderen Teile des Gangs. Sehr starker Einstieg in den Abend.

Der nächste Gang, „erster Genussmoment“ genannt: Roastbeef vom Kalb und Engelsgarnele. Dazu Nektarine, Avocado und ein Liebstöckelfond. Letzterer war etwas gewöhnungsbedürftig für uns, aber auch hier: Zusammen mit dem sagenhaften Roastbeef wirklich gut!

Dann als Zwischengang: Lachsforelle mit Romanaherzen, Emmerkorn, Kohlrabi und Miso aus dem Schwarzwald. Modern und trotzdem mit viel Verbindung zur Region.

Nächste Runde: ein Bauernhendl mit Aubergine, Olive, Tortelli in einem klaren Paprikafond. Das war natürlich auch gut, aber etwas lascher gewürzt für unseren Geschmack – irgendwie hätte da mehr kommen können, auch wenn die einzelnen Komponenten natürlich gut waren.

Dann der Hauptgang: Reh & Reherl mit Vogelmiere, Bimi, Heidelbeeren und Croquette.

Und sogar die Pilze waren für Jens essbar!

Sa-gen-haft! Das Fleisch stark im Wildgeschmack, zart und zusammen mit den wieder sehr kräftigen Gewürzen grandios. Leider viel zu schnell leer der Teller.

Als Pre-Dessert: Wald-Gin mit Feldgurke, Nashibirne und Fichtensprossen. Ein guter „palete cleanser“, also das Neutralisieren der Geschmacksknospen, um sie auf den Nachtisch vorzubereiten.

Und wenn das Miso schon aus dem Schwarzwald kommt, da sind Schwarzwälder Kirschtorten nicht weit weg. Hier in einer dekonstruierten Version, was dem Genuss aber nicht abträglich war,

Der Service war herzlich, was auch an der Tatsache gelegen haben konnte, dass dies der letzte Tag vor dem Betriebsurlaub war. Man merkte aber auch, dass ein paar regelmäßige Gäste da waren – die wurden dann doch … direkter bedient und angesprochen. Nicht, dass wir irgendwie vergessen wurden – der Service war makellos. Und so kam tatsächlich auch etwas Gasthaus-Stimmung in den Laden. Gourmet-Restaurants tendieren ja ab und zu etwas klinisch und rein zu wirken – da gefällt uns so ein Ansatz dann doch eher.

Und das Wichtigste: Das Essen war sehr, sehr gut!

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