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Kreuz und quer durch Reykjavik

Nach dem doch leider etwas enttäuschenden Abendessen gestern Abend, haben wir uns um so mehr auf das groß angekündigte Frühstück in unserer Luxus-Herberge gefreut. Wie so oft in diesem Urlaub schliefen wir schön aus und gingen recht spät in den Bereich der Bar, wo das Frühstück aufgebaut war. Und es war wirklich sehr gut und reichhaltig.

Und einen schönen Ausblick hatten man obendrein (wenn Jens Bauch nicht im Wege ist).

Die Zeit für das Auschecken war 11 Uhr und wir wollten alles auskosten, was das Silica Hotel so zu bieten hat. Und was uns noch fehlte war das ehemalige Therapie-Becken, heute der hoteleigene Bereich der blauen Lagune. Hier haben nur Hotelgäste Zutritt und somit hatte das hier natürlich was extrem exklusives an sich.

Neben uns waren nur noch immer so 2 bis 4 weitere Personen und man hörte beziehungsweise sah sie überhaupt nicht. Im Bild ist auch tatsächlich nur ein Teil des Bereiches zu sehen, es geht hinter den Steinen noch wesentlich weiter. Wir haben auch alles erkundet und sind bis zu der Stelle geschwommen/gegangen/getrieben, wo das Wasser in einen kleinen Kanal in Richtung des „großen“ Bades abfließt.

Sehr angenehm war auch: Auch hier gab es Kreide für das Gesicht, also haben wir uns einmal was Schlamm ins Gesicht gepackt. Dieses Mal allerdings weiße Kreide.

Es gab ein eigenes Team von Angestellten des Hotels, die nur für das Schwimmbad selber und alles um das Bad herum zuständig waren. Der Chef kam auch immer wieder raus, um nach dem Rechten zu sehen und gab uns den gut gemeinten Rat, die Kreide nicht ins Auge kommen zu lassen. Wenn das passieren würde, er hätte Wege und Mittel, die dann helfen können. Sehr aufmerksam und nett. Am Ende unseres Bades haben wir uns noch etwas mit ihm über das Hotel, das Bad und am Ende sogar etwas über seine Lebensgeschichte unterhalten. Er ist gebürtiger Pole und ausgebildeter Physiotherapeut. In einem Urlaub hat er sich aber in die Landschaft und vor allem die Arbeitsmentalität hier in Island so verliebt, dass er gleich hier geblieben ist. Gerade die 4-Tage Woche, welche in Island immer mehr die Normalität wird, hatte es ihm angetan, denn er wandert sehr gerne. Dafür gibt es wahrlich schlechtere Orte als Island.

Für uns ging unsere Zeit in Island aber dem Ende entgegen, denn dies war tatsächlich unser letzter Tag auf der Insel. Eine Nacht hatten wir aber noch, bevor es zu unserem Stopover nach Stockholm geht und dazu mussten wir wieder rein nach Reykjavik.

War da was mit dem Wetter? Wir wissen es nicht mehr so genau … (Spass beiseite: Im Norden waren die Straßen immer noch gesperrt oder wurden aktuell überprüft).

Unsere Unterkunft für die letzte Nacht war das gleiche Hotel wir bei den ersten Tagen: Das Radisson Blu 1919 in der Innenstadt. Das hatte für uns den Vorteil, dass wir die Gegend halt schon kannten und ein wenig wussten, wo wir parken können. Und auch die Musikauswahl hatte das Gefühl, dass dies „unser Veedel“ sei.

Die Idee war: Im Hotel einchecken, idealerweise schon auf das Zimmer können und dort den ganzen Krempel aus dem Auto abzuladen. Und dann Auto abgeben am innerländischen Flughafen. Hat sogar geklappt: Wir konnten so früh schon auf unser Zimmer. Hier die kulinarischen Reste von 3 Wochen Autofahren.

Dann zurück zum Auto, was in einer Tiefgarage direkt unter dem Phallus-Museum abgestellt war und ab zum nur ein paar Kilometer entfernten „Domestic Airport„. Vorher mussten wir natürlich das Auto noch volltanken, was inzwischen schon ohne Übersetzung an den isländischen Zapfsäulen gelingt.

Ist aber auch einfach: Kreditkarte rein, Tankbetrag wählen (oder volltanken), tanken und optional noch einmal die Kreditkarte rein, wenn man eine Quittung möchte.

Danach ging es die recht schlichte Straße zum kleinen Inlands-Flughafen und zur noch kleineren Europcar-Station dort. Das Auto wurde auf dem Schotterparkplatz geparkt und ein junger, voll tätowierter Angestellter meinte nur „Let´s have a look at your car“. Wir hatten ja schon ein wenig Angst, dass wir aufgrund der vielen Gravel Roads irgendwo etwas Steinschlag oder sonst irgendwas am Auto haben würden. Aber der Herr meinte nur „looks fine for me“, checkte kurz den Tank und erklärte uns, dass er sich freuen würde, wenn wir Island noch einmal besuchen würde.

Super! Danke an Europcar und den ADAC über den wir das Auto gebucht hatten. Hat alles wieder einwandfrei geklappt.

So: Nun waren wir zum ersten Mal seit vielen Tagen wieder autolos. Also auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, weswegen wir unsere Straeto App in Gang bringen mussten. Klappte aber auch alles ohne Probleme, wir waren ja schließlich nicht in so einem Internet-Schwellenland wie Deutschland …

Erster und einziger Programmpunkt bis zum Abendessen: Ein Besuch bei Lucky Records, einem richtig schönen, alten Plattenladen.

Der Grund dafür war, dass wir am Anfang des Urlaubs in der RVK (Reykjavik Brewing Company) ein paar sehr spannende Punk-Bands gehört haben und Jens mal schauen wollte, ob er davon die eine oder andere CD bekommen könnte. Und vielleicht was von Skalmold.

Und er fand was, auch weil zwei Angestellte sehr angetan davon waren, dass jemand aus Deutschland sich für isländische Punk Musik interessiert. Und für Metal. Und für Musik allgemein.

Gut, dass wir relativ große Koffer haben.

Und danach hatten wir keinen Plan mehr. Also gingen wir kreuz und quer durch die Stadt, schauten mal hier in eine Seitenstraße und dort in den Laden rein.

Gut, generell ist die Innenstadt von Reykjavik nicht groß und man kann in ein paar Stunden durchaus auch alles einmal ablaufen. Aber warum so hektisch sein, wenn man nicht muss?

Und so schauten wir in ein paar Shops nach einem bestimmten Butter-Topf, den Meike am Anfang des Urlaubes auf der Schafsfarm gesehen hat. Und nach einer schönen Mütze aus Schafsfell. Und nach anderen interessanten Dingen, die man in den ganzen kleinen Läden so finden konnte.

Irgendwann brauchten wir aber von dem Ganzen eine kurze Pause und da bot sich diese Kneipe hier durchaus an.

OK, so wollten wir nicht enden, also gab es auch Bier und keinen Wein. Der hier übrigens wieder in großen Gebinden ausgeschenkt werden musste, bei Preisen ab 90 Euro für einen simplen Riesling von der Mosel.

Wir blieben bei unserer Kern-Kompetenz und probieren die 2 Hausbiere und 2 weitere, die wir schon kannten.

Und wenn man schon einmal im Warmen sitzt und Alkohol konsumiert, dann macht es auch Sinn, etwas kleines zu Essen.

Etwas irritierend war eine Gruppe Deutscher im Hinterzimmer, die sich sehr lautstark unterhielten und den großen Bier-Experten raushingen ließen. Einer von denen kam auch dann kurz an die Bar, um zu telefonieren. War jetzt auch nicht angenehm sein Gespräch mit einem Angestellten zu lauschen, der anscheinend irgendwas falsch gemacht hat.

Irgendwann hatten wir aber auch wieder unsere Ruhe und konnten unseren Spaziergang fortsetzen. Allerdings ging es langsam wieder zum Hotel, denn heute Abend stand noch ein kulinarisches Highlight auf dem Programm und dafür wollten wir passender gekleidet sein.

Aber einen kurzen Abstecher zur Hallgrímskirkja war noch drin, immerhin begann da vor 3 Woche unser Abenteuer Island.

Dieses Mal hatte sie sogar auf und wir haben uns im Inneren kurz umgeschaut. Da aber gerade ein Gottesdienst stattfand, haben wir auf Fotos verzichtet.

Vor der Kirche steht übrigens ein Denkmal für Leif Eriksson, genannt „der Glückliche“. Er war der erste Europäer, der um das Jahr 1000 das amerikanische Festland betrat.

Ihm zu Ehren gibt es in Island den „Leif-Eriksson-Tag“, der von Jugendlichen gerne am letzten Schultag vor den Ferien gefeiert wird.

So lange wollten wir dann nicht warten, also ab zurück ins Hotel und ein Hemd angezogen (Jens) beziehungsweise ein Bluse (Meike). Und wenn man schon einmal in die Richtung unterwegs ist und eine Craftbier-Kneipe auf dem Wege offen hat … warum nicht noch ein paar Biere probieren?

OK, an einem Mittwoch Nachmittag kamen wohl nicht allzu viele auf die Idee, wobei sich der Laden gegen Ende ganz schön gefüllt hat.

Und es gab sogar ein Bier mit einem Namen, der Meike sehr gefallen hat. Das Double IPA darin allerdings eher weniger …

Tja und dann ging es zum Abendessen wieder zurück in die Fußgängerzone.

Etwas weiter hinten ist dann das Restaurant Dill, das viele als das beste Restaurant Islands bezeichnen. Und da wollten wir heute Abend lecker Essen. Dazu wird es aber einen separaten Blog geben.

Nachdem wir vorzüglich gegessen haben, wollten wir aber noch nicht direkt ins Bettchen. Morgen steht eh nur eine Taxifahrt zum Flughafen, 2 Flüge und eine Zugfahrt zum Hotel in Stockholm auf dem Programm. Daher folgten wir einem Rat unserer Guides Astor von der Bier-Tour und gingen noch einmal ins Ölstofa Kormaks og Skjaldar.

(Das Bild wurde an einem früheren Zeitpunkt aufgenommen)

Da gab es dann noch ein paar letzte Getränke. Eigentlich wollten wir ja nur schauen, ob wir Astor, den Guide unserer Crafbeer-Tour hier treffen würden. Und ob die 3 Kölner, die wir gestern in der blauen Lagune getroffen haben, unseren Rat für die heute stattfindende Tour in die Tat umgesetzt haben.

Weder Astor noch die Kölner waren zu sehen. Dafür aber neben uns dieser junge … Hund.

Er gehört einer isländischen Politikerin, die neben uns mit einem isländischen Komiker saß. Letzterer setzte sich am Ende noch zu uns und wir sind uns aufgrund der Geschichten, die wir uns gegenseitig erzählt haben, etwas unsicher, ob wir nicht irgendwie in seinem Comedy-Programm auftauchen werden.

Naja und was ist ein passender Abschluss für einen solchen Abend? Genau …

Við elskum Ísland!

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